Zürich

Sechseläutenplatz: Ruth Genner will Klarheit für die Abstimmung

Die Umgestaltung des Sechseläutenplatzes in Zürich gibt zu reden

Die Umgestaltung des Sechseläutenplatzes in Zürich gibt zu reden

Die geplante Umgestaltung des Zürcher Sechseläutenplatzes gibt zu reden. Um allfällige Unsicherheiten bezüglich der Abstimmung vom 23. September auszuräumen, hat die zuständige Stadträtin Ruth Genner früher als üblich zur Medienkonfrenz geladen.

Nach Ansicht der Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements braucht es nämlich eine Klarstellung, worüber abgestimmt wird und worüber nicht. Bei der Volksabstimmung entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich, ob sie für die Neugestaltung des Sechseläutenplatzes samt Platzinfrastruktur und Massnahmen für den Veloverkehr einen Objektkredit von 17,203 Millionen Franken bewilligen wollen oder nicht.

Nicht abgestimmt wird über gebundene Ausgaben von 10,301 Millionen Franken für die Erneuerung der Entwässerung, der Werkleitungen, des Strassenoberbaus um den Platz sowie für die Fundationsschicht, wie Genner am Dienstag weiter ausführte. Diese Arbeiten sind für den Erhalt der Infrastruktur zwingend und müssen auf alle Fälle ausgeführt werden.

Diskussionen um Abbiegespur

Nicht abgestimmt wird insbesondere auch über einen hitzig diskutierten Spurabbau. Im Zuge der Neugestaltung des Platzes sollen die Strassen um den Platz saniert und dabei soll eine Abbiegespur vom Utoquai in die Schoeckstrasse abgebaut werden. Dieser Spurabbau liegt in der Kompetenz des Stadtrates. Allerdings sind Utoquai und Schoeckstrasse Staatsstrassen, deshalb muss für den Abbau der Abbiegespur dem Regierungsrat ein Antrag zur Genehmigung unterbreitet werden.

Gemäss Genner ist es üblich, solche Anträge erst einzureichen, wenn das Geld (der Objektkredit) bewilligt ist. Für die vorgesehene Verkehrsführung habe das Kantonale Amt für Verkehr jedoch grundsätzlich grünes Licht erteilt, sagte Genner weiter. Durch die Einverleibung der Abbiegespur gewinne der Platz entlang des Utoquais einen Streifen von rund 300 Quadratmetern. Genutzt würden diese vor allem für Velofahrstreifen.

Abbiegespur lässt sich aufheben

Die Aufhebung einer Abbiegespur hält Andy Fellmann, Leiter Verkehrsplanung beim Tiefbauamt, «für vertretbar». Seit der Limmatquai 2004 für den Durchgangsverkehr geschlossen wurde, spiele die Verkehrsbeziehung Utoquai-Schoeckstrasse-Limmatquai nur noch eine untergeordnete Rolle.

«Der bestimmende Flaschenhals befindet sich weiter oben in der Rämistrasse in Richtung Pfauen/Kunsthaus», sagte Fellmann. Laut Fellmann macht es keinen Sinn, mit zwei Spuren in die Richtung eines einspurigen Flaschenhalses zu fahren. Zur äusserst stark befahrenen Quaibrücke werden weiterhin zwei Spuren führen.

Grösster innerstädtischer Platz der Schweiz

Den grössten Flächenzuwachs erfährt der Sechseläutenplatz durch den ehemaligen Theaterplatz, auf dem sich Parkplätze des Opernhauses befanden. Diese wurden ins unterirdische Parkhaus Opéra verlagert. Insgesamt stehen auf dem vergrösserten Sechseläutenplatz 16000 Quadratmeter zur Verfügung.

Entstehen würde der grösste innerstädtische Platz der Schweiz, rund achtmal grösser als der Bundesplatz in Bern.

Die Neugestaltung sieht insbesondere die Öffnung des Platzes für die Bevölkerung vor sowie eine flexible Nutzung. Als Belag ist Valser Quarzit geplant. Als Gestaltungselemente dienen fünf Kiesinseln mit 51 neuen Bäumen, Bänke und Stühle, ein Wasserspiel mit Brunnenstube und Technikraum. Der Böögg erhält eine Feuerstelle aus Stahlbelag.

Eröffnung für 2014 vorgesehen

Am 14. März hat der Gemeinderat mit 75 gegen 47 Stimmen den Kredit von 17,203 Millionen Franken für die Neugestaltung des Sechseläutenplatzes und einen Veloweg rund um den Platz bewilligt. Gegen diesen Beschluss haben SVP, FDP und SD das Behördenreferendum ergriffen. Deshalb kommt es am 23. September zur Volksabstimmung. Wird die Vorlage angenommen, soll es nach dem Willen des Stadtrates rasch vorwärtsgehen. Die Eröffnung des «Bilderbuchplatzes mit internationaler Ausstrahlung» ist laut Genner für 2014 vorgesehen. (sda)

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