Oetwil
Zürcher Zoodirektor Alex Rübel verliert nicht gerne die Nerven

Der Direktor des Zoos Zürich sprach über seine Arbeit und wartete mit verblüffenden Erkenntnissen aus der Tierwelt auf.

Kathrin Fink
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«Fdp move»-PräsidentErwin Bühler interviewte Zoodirektor Alex Rübel.

«Fdp move»-PräsidentErwin Bühler interviewte Zoodirektor Alex Rübel.

Kathrin Fink

Wer hätte das gedacht. Auch Tiere üben einen Beruf aus. Das zumindest sagte der Zürcher Zoodirektor Alex Rübel anlässlich eines Besuchs in Oetwil. Denn im Leben eines Tieres gebe es drei wichtige Dinge: Feinde abzuwehren, Futter zu suchen und soziale Aktivitäten. «Das ist sozusagen der Beruf der Tiere», so Rübel. Bei einer guten Tierhaltung gehe es deshalb darum, dem Tier seinen Beruf zurückzugeben und möglichst Umstände, wie in der freien Natur zu schaffen.

Zum Gespräch mit dem Zoodirektor in der Gemeindescheune hatte «FDP move» geladen. Damit verzichtete der Verein für einmal darauf, ein politisches Thema für seinen Abendanlass zu wählen. Nach Veranstaltungen mit Schwerpunkten wie der Gesundheitspolitik oder der Energiewende sollte es diesmal ein lockererer Abend werden. Anlässlich des kürzlich eröffneten Elefantenparks fand FDP-Vizepräsident und move-Präsident Erwin Bühler, dass der Zoodirektor eine gute Wahl sei: «Jemand in der Partei kannte Alex Rübel, da war für uns klar, dass wir ihn einladen wollen», so Bühler.

Rübel informierte das Publikum über die Vision, die der Zoo Zürich verfolgt, seine Qualitätsmerkmale und die Organisation im Allgemeinen. «Viele Leute denken, dass ein Zoodirektor den ganzen Tag durch den Zoo spaziert und schaut was die Tiere so machen», sagt Rübel. Dem sei überhaupt nicht so. Der Zoo sei ein privates Unternehmen, in dem der Zoodirektor als CEO fungiere.

Besonders stolz ist Rübel auf den diesen Frühling eröffneten Elefantenpark. Über mehr als 11 000 Quadratmeter erstreckt sich das neue Zuhause der Dickhäuter. Das ist sechs Mal so viel Platz, wie früher. Um die neuen Bedingungen zu veranschaulichen, zeigte Rübel das Video der Geburt des Elefantenbaby Omysha im neuen Gehege. Darin sind die Pfleger zu sehen, die aus der Ferne beobachten, wie die Elefantenkuh ihr Junges auf die Welt bringt. Man habe anfangs etwas Angst gehabt, da es oft vorkomme, dass die anderen Elefanten nach der Geburt auf das Kleine los gingen, erklärte Rübel. «Das ist aber ein natürliches Verhalten. Da Elefanten keine spitzen Zähne haben, müssen sie das Kleine herum ‹tschutten›, um es aus der Fruchtblasen-Haut zu befreien», so der Zoodirektor.

Nach dem Vortrag gesellte sich Bühler zu Rübel auf die Bühne und führte ein kleines Interview. Auch die Besucher wurden aufgefordert Fragen zu stellen. Ein Zuhörer wollte wissen, wie weit der Zoo in Zukunft noch wachsen wolle. «Es immer wieder Projekte, aber ich finde aber, dass ein Tag reichen sollte, um alles zu sehen», antwortet Rübel. Zum Schluss stellte Bühler noch eine persönliche Frage. Ihn interessierte, ob es etwas gebe, das den Zoodirektor aus der Ruhe bringe. Er sei der Meinung, dass man mit genug Ausdauer alles erreichen könne, sagte Rübel. Und er verliere nicht gerne die Nerven: «Da bin ich wie ein Tier, ein Tier zeigt keine Schwäche.»

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