Geroldswil

Zentrum soll nun 36 Millionen kosten

So wird das neue Geroldswiler Zentrum voraussichtlich ab Mitte 2019 aussehen.

So wird das neue Geroldswiler Zentrum voraussichtlich ab Mitte 2019 aussehen.

Der Besitzer der Liegenschaften östlich des Kiesplatzes will diese erneuern und verdichten.

Die Geroldswiler Exekutive präsentierte ihren Schlachtplan bezüglich der Entwicklung des neuen Zentrums. Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) kam dabei regelrecht ins Schwärmen. «Gewisse benachbarte Gemeinden sind schon ein wenig neidisch», sagte er am Dienstagabend. Dies müssen sich die Steuerzahler aber auch einiges kosten lassen. Denn die Kosten für das Gebäude, das auf dem Kiesplatz erstellt werden soll, stiegen seit den letzten Schätzungen vom Sommer 2015 von 30 auf 36 Millionen Franken an.

Dies hat mehrere Gründe, wie Bauvorstand Willy Oswald (FDP) erklärte: «Wegen der Einhausung der Einfahrt, der Velounterstände und des grösseren Bauvolumens erhöht sich der Preis.» Den grössten Brocken der Mehrkosten machen jedoch die zusätzlichen Parkplätze aus, die erstellt werden – nämlich rund zwei Millionen Franken. Diese werden notwendig, weil die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank ihr östlich vom Kiesplatz gelegenes Grundstück ebenfalls bebauen will. Diese Parkplätze würden später an die Pensionskasse der ZKB verkauft.
Dass nun auch das angrenzende Grundstück bebaut werden soll, sei eine glückliche Konstellation, wie Oswald betonte. So sei dasselbe Architekturbüro für eine Machbarkeitsstudie angestellt worden, das auch für die Überbauung auf dem Kiesplatz verantwortlich zeichnet. «Architektonisch und städtebaulich wird das Geroldswiler Zentrum so noch mehr aufgewertet.» Peter Baumberger vom Büro Baumberger und Stegmeier Architekten verwies darauf, dass dies eine zusätzliche Chancen für die Verdichtung, aber auch für die Identitätsbildung der Gemeinde darstelle.

Bezugsbereit bis 2020
Erst geht es nun jedoch an die Bebauung des Kiesplatzes. Und dieses Vorhaben kommt voran. Seit September lag der Gestaltungsplan öffentlich auf, nennenswerte Einwendungen seien keine eingegangen, wie Oswald sagte. Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember wird dieser zur Zustimmung vorgelegt. Im kommenden Mai dann können die Stimmberechtigten an der Urne über den 36-Millionen-Baukredit befinden. Läuft alles nach Plan, könnte 2018 mit dem Bau begonnen werden, sodass die gesamthaft 27 Wohnungen, die über zwischen 3,5 und 5,5 Zimmer verfügen, im 2020 bezugsbereit sind.


Doch nicht nur die Baupläne auf dem Kiesplatz gaben zu reden. Auch der Kauf der ehemaligen ZKB-Filiale an der Huebwiesenstrasse, über den ebenfalls an der kommenden Gemeindeversammlung abgestimmt wird, war Thema. «Diese 650 000 Franken sind gut investiertes Geld. So kann das ganze Gebäude mit Hotel sinnvoll entwickelt werden», sagte Deplazes. Was mit dieser Liegenschaft geschehe, sei zwar noch offen. Doch strebe man eine publikumsorientierte Nutzung an.

Kein Hochhaus in Geroldswil
In Bezug auf die Umnutzung des gesamten Gebäudes samt Hotel Geroldswil, das im Jahr 2022 seine Tore schliessen wird, will die Gemeinde gemeinsam mit der Baugenossenschaft Schönheim einen Studienauftrag durchführen. Über den Kredit dafür soll die Gemeindeversammlung im zweiten Quartal 2017 befinden. Peter Christen verwies darauf, dass im Hotelgebäude, das bereits im Besitz der Gemeinde ist, dereinst kleinere Wohnungen entstehen könnten. Ob es sich dabei um Alterswohnungen handle oder nicht, werde sich im Verlauf der Planung zeigen.


Im voll besetzten Gemeindesaal entstanden keine grossen Diskussionen zum Zentrum. Einige Einwohner verlangten mehr Details bezüglich der Wohnungsgrössen, andere wollten genau wissen, wo denn der Bus wenden würde. Ein Mann zog die Aufmerksamkeit auf sich, indem er die Pläne der Exekutive verurteilte und stattdessen einen hohen Tower vorschlug. «In Geroldswil wird es niemals einen Limmattower geben», echauffierte sich ein älterer Herr, was viele Anwesenden mit einem Nicken quittierten.

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