Dietikon
Wie gefährlich ist der «tote Winkel»? - Er kann ganze Schulklassen verschlucken

Die Schüler des Steinmürli Schulhauses erleben vom Lastwagensitz aus, wie gefährlich der «tote Winkel» sein kann.

Darina Schweizer
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"Toter Winkel" aus der Sicht eines Lastwagenfahrers.
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Dass vor dem Lastwagen eine ganze Schulklasse steht, würde man hinter dem Steuer nie denken.
Je näher sich die Schüler dem Lastwagen seitlich nähern, desto mehr kommen sie in den "toten Winkel"; sie werden unsichtbar für den Lastwagenführer.
Beladen wiegt der Lastwagen hinter Nils Planzer bis zu 40 Tonnen. Um Unfälle zu vermeiden, wird auf die modernste Technik gesetzt.
Ihm gehört der Lastwagen, der das Steinmürli besuchte; Nils Planzer, CEO der Planzer Transporte AG, der von Schulleiter Martin Imhof begrüsst wird.
Im Schulhaus Fondli konnten die Mittelstufenschüler letzte Woche schon in einen Lastwagen sitzen. Das Projekt "Toter Winkel" wird in allen Dietiker Schulen durchgeführt.

"Toter Winkel" aus der Sicht eines Lastwagenfahrers.

Darina Schweizer

Gerade waren die Sechstklässler von Lucrezia Augustin noch im Rückspiegel zu sehen. Doch plötzlich sind sie weg, wie vom Erdboden verschluckt. «Wow, ich sehe sie wirklich nicht mehr», ruft ein verblüffter Primarschüler, der in einem Lastwagen der Planzer Transport AG sitzt.

Das Dietiker Transportunternehmen macht ihn und seine Schulkollegen zusammen mit Peter Baumann, Instruktor der Kantonspolizei Zürich, an diesem Dienstag auf eine wichtige Gefahr im Strassenverkehr aufmerksam; den «toten Winkel». Den Winkel also, in dem Lastwagenführer nichts sehen können und der eine grosse Gefahrenzone für Fussgänger und Fahrradfahrer darstellt.

Den toten Winkel meiden: Tipps für Velofahrer

- Nicht neben der Fahrerkabine, sondern auf Höhe der Hinterräder anhalten.

- Blickkontakt zum Fahrer über Rückspiegel suchen, ihm zuwinken.

- Dies gilt auch vor dem Lastwagen oder beim Überqueren des Zebrastreifens.

«Ab der 5. Klasse können die Schüler die Veloprüfung machen, deshalb ist jetzt der perfekte Moment für die Schulung. Sie wird alle drei Jahre von den Dietiker Schulen durchgeführt», sagt Martin Imhof, Schulleiter der Schuleinheit Steinmürli.

Dieses Mal ist auch Nils Planzer, CEO der Planzer Transport AG, vor Ort. «Es ist eindrücklich zu sehen, wie die Schulkollegen plötzlich im Rückspiegel verschwinden», sagt er. Würden die Schüler das eingeschränkte Blickfeld eines Lastwagenführers erst einmal sehen, könnten sie sich besser in seine Lage versetzen.

In den 17 Jahren, in denen er für das Transportunternehmen arbeitet, kam es zwar erst zwei Mal zu einem Unfall mit einem Kind. Unterschätzen dürfe man die Gefahr jedoch nicht, findet Baumann: «Der Name ‹toter Winkel› kommt nicht von ungefähr. Meist enden diese Unfälle tödlich.» Planzer hält deshalb auch seine Lastwagen auf dem neusten Stand. «Die Rückspiegel werden immer grösser und es gibt bereits Weitwinkelkameras. Ein Restrisiko bleibt aber leider bestehen», so Planzer.

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