Schlieren
Wenn der Lehrplan pausiert: In Schlieren machen Hobbies Schule

Im Laufe der vergangenen Woche machten die Lehrkräfte im Schulhaus und Kindergarten Hofacker in Schlieren ihr Hobby zum Beruf. In der Projektwoche vermittelten die Lehrerinnen und Lehrer den Kindern ihre privaten Interessen in Form von Workshops.

Sebastian Schanzer
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Das Theater Purpur erzählt eine Geschichte mit Maurice Sendaks «Wilden Kerlen».

Das Theater Purpur erzählt eine Geschichte mit Maurice Sendaks «Wilden Kerlen».

Sebastian Schanzer

Es ginge darum, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer besser zu nutzen und ihre persönlichen Stärken in den Unterricht einzubinden, erklärt Schulleiterin Verena Kocher. Rund 20 Projekte von Lehrpersonen standen im Angebot und die 410 Kinder durften sich frei für eines entscheiden. So bildeten sich für die Woche automatisch neue Klassen innerhalb einer Stufe, quasi Interessensgemeinschaften. Zur Auswahl standen unter anderem Theatergruppen, ein Chorprojekt, Backkurse und ein Selbstverteidigungskurs.

Am Freitagnachmittag lud die Schule schliesslich alle Eltern und Schüler zur Werkschau ein. Kinder und Lehrkräfte präsentierten in verschiedenen Schulzimmern und Turnhallen die Ergebnisse der Projektwoche. In einer kurzen Theatervorstellung spielten Kinder aus der Mittelstufe Szenen aus dem alltäglichen Geschehen am Pausenplatz nach, das Chorensemble «The voice of Hofi» gab das Lied «Stay» von Rihanna zum Besten, und am Buffet war man herzlich eingeladen, selbst gebackene Cupcakes und Guetzli zu naschen. In der «TrashArt»-Ausstellung gab es Kunstwerke zu bewundern, die aus Müll hergestellt wurden. Auch an der Produktion eines Bilderbuchs – mit eigenen erfundenen Geschichten und gemalten Illustrationen – beteiligte sich eine Gruppe von Erst- bis Drittklässlern und konnte dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Der Andrang zur Werkschau war gross. Die vielen herumspringenden Kinder, die sowohl ausstellten und vorführten als auch ihren «Gspänli» bei deren Beiträgen zuschauten, sorgten für reichlich Leben auf dem Schulareal. «Es war organisatorisch ein Riesenaufwand», sagt Kocher, «aber alle sind begeistert: Kinder, Eltern und Lehrer.» Es sei auch spannend, zu sehen, wie die Kinder in zusammengewürfelten Klassen und mit anderen Lehrern funktionieren. Diesen Eindruck bestätigt auch Isabel Calvo, die Logopädin, die das Chorensemble «The voice of Hofi» leitete: «Wir konnten mit den Kindern ausserhalb des gewöhnlichen Schulkontextes Dinge tun, die uns Spass machen. So etwas ist gut für das Klima zwischen Kindern und Lehrern.»

Die Werkschau markierte den Endpunkt der diesjährigen Projektwoche. Als Bestandteil des Schulprogramms wird sie aber nächstes Jahr erneut durchgeführt, versichert Schulleiterin Kocher. Kinder wie Lehrer wird das auf jeden Fall freuen. (SSC)

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