Weiningen
Schiessen, Dinieren, Politisieren: Nach 22 Jahren war das kantonale SVP-Schiessen erstmals wieder im Bezirk Dietikon

Mit voraussichtlich rund 350 Schützen fiel das diesjährige kantonale SVP-Schiessen zwar kleiner aus als die bisherigen. Die Stimmung beim Schützenhaus Weiningen war dennoch gut. Auch Ex-Nationalrat Christoph Mörgeli und Zürcher Parteipräsident Benjamin Fischer übten sich im Schiessen.

Sven Hoti
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Wer zum diesjährigen kantonalen SVP-Schiessen wollte, musste nur den Wegweisern folgen.
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Das kantonale SVP-Schiessen 2021 fand im Schützenhaus Weiningen statt.
Vor Ort wurde Munition verkauft.
Geschossen wurde mit Gewehren und Pistolen.
Das 38. SVP-Schiessen war zugleich das zweite im Bezirk Dietikon. Das erste hatte 1999 in Birmensdorf und Urdorf stattgefunden.
Vom Anfänger bis zur erfahrenen Schützin konnte sich jeder am Schiessstand versuchen.
Bildschirme zeigten an, wie treffsicher man war.
Auch der Präsident der Zürcher SVP, Benjamin Fischer, war am Schiessstand anzutreffen.
Im Festzelt vor dem Schützenhaus gab es Speis und Trank. Am Abend fand dort zudem die Delegiertenversammlung statt.
OK-Präsident Werner Hedinger (rechts) zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf des SVP-Schiessens.

Wer zum diesjährigen kantonalen SVP-Schiessen wollte, musste nur den Wegweisern folgen.

Sven Hoti

Wegweiser und der eine oder andere Gewehrschuss deuteten am Samstag die Richtung zum diesjährigen kantonalen SVP-Schiessen beim Schützenhaus in Weiningen. Es war bereits der dritte Tag einer viertägigen Veranstaltung, die am Sonntag ihren Abschluss fand. Organisiert wurde sie von der SVP Bezirk Dietikon und dem Schiessverein Weiningen.

Während am frühen Nachmittag noch relativ wenig los war, füllte sich das Schützenhaus und das Festzelt gegen Abend immer mehr. Die Stimmung war ausgelassen. Im Schützenhaus wurde bereits seit dem Morgen auf die 300 Meter entfernten Zielscheiben geschossen. Wer mitschiessen wollte, musste sich im Vorfeld anmelden und einen Beitrag zahlen. Wer angemeldet war, nahm automatisch am Wettkampf teil.

Unterdurchschnittliche Besucherzahlen erwartet

In seiner 38-jährigen Geschichte war es erst das zweite solche Schiessen, das im Bezirk Dietikon durchgeführt wurde. Letztmals hatte es hier im Jahr 1999 stattgefunden. Und zwar in Birmensdorf und Urdorf. Mit insgesamt 1259 Teilnehmenden handelte es sich damals um das bis dato grösste SVP-Schiessen.

Die aktuelle Ausgabe dürfte besucherzahlmässig unterdurchschnittlich ausfallen. OK-Präsident Werner Hedinger rechnete zu diesem Zeitpunkt mit rund 350 Schützen. Im Vorfeld sei er von 500 Besuchern ausgegangen. Doch nun habe er einige dieser Helfer zu Hause lassen müssen. Er mutmasste, dass manche nicht mehr motivierte Schützen während der Coronazeit ganz mit dem Schiessen aufgehört hätten.

SVP-Politprominenz versuchte sich am Schiessstand

Der ehemalige Nationalrat Christoph Mörgeli (SVP) war zwar eigentlich nur für die Delegiertenversammlung gekommen, wie er sagte. Diese sollte am Abend im Festzelt stattfinden. Das Schiessen wollte er sich trotzdem nicht nehmen lassen. «Es ist immer wieder ein Erlebnis», sagte er. Weiningen habe er schon oft besucht – unter anderem kenne er die Winzerfamilie Haug. Er schwärmte:

«Die Lage hier oben ist einfach traumhaft.»

Es sei schön, dass nun wieder Veranstaltungen stattfinden könnten. «Zum Glück hat SP-Regierungsratspräsidentin Jacqueline Fehr das nicht auch noch abgesagt», fügte Mörgeli in Anspielung an das kurzfristig abgesagte Alba-Festival in Zürich mit einem Grinsen hinzu, ehe er ins Festzelt schritt.

Auch Benjamin Fischer, Präsident der Zürcher SVP, versuchte sich am Schiessstand. Er freue sich «riesig», dass das SVP-Schiessen in diesem Jahr habe stattfinden können, sagte er. Nachdem Anlässe wie die letztjährige Delegiertenversammlung übers Internet habe stattfinden müssen, sei es wieder einmal nötig gewesen, sich persönlich zu treffen, so Fischer.

Munition bereitete Schwierigkeiten

Doch nicht nur SVP-Mitglieder tummelten sich am Wochenende an den Schiessständen. Der Anlass lockte auch sonstige Schiessbegeisterte an. So etwa Roland Spitzbarth aus Höngg. Er gehe an jedes SVP-Schiessen und habe bedauert, dass es im vergangenen Jahr ausgefallen sei. Momentan fänden noch immer nur wenige Schiessanlässe statt, so Spitzbarth. «Ich freue mich über jeden, der etwas veranstaltet.»

Auch Beat Wolf aus Zürich ist laut eigenen Aussagen nicht bei der SVP, er geht aber an jedes SVP-Schiessen. Dieses Jahr sei das Schiessen bei ihm nicht gut gelaufen, sagte der Schütze enttäuscht. Das war seiner Meinung nach hauptsächlich auf die Munition zurückzuführen. Die Streuung sei zu gross, hatte Wolf bereits bei den Verantwortlichen reklamiert. «Sonst ist der Anlass aber tipptopp organisiert. Da kann man gar nichts sagen.»

OK-Präsident: «Wichtig, dass wir es 2021 durchführen konnten»

OK-Präsident Hedinger gab sich am Samstag zufrieden mit dem bisherigen Ablauf des SVP-Schiessens. Es sei alles nach Plan gelaufen.

«Wir hatten ein schweres Los»,

sagte Hedinger, der auch Präsident des Feldschützenvereins Birmensdorf ist, in Bezug auf die erste Austragung nach einem Jahr coronabedingter Pause. «Das war aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.»

Hedinger betonte: «Ich finde es wichtig, dass wir es 2021 durchführen konnten.» Und: «Corona ist noch nicht vorbei und wird wahrscheinlich auch bis Ende Jahr nicht zu Ende sein. Wir müssen weiterleben, der Alltag muss weitergehen.»

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