Die Zahlen an sich sind erfreulich: Trotz zusätzlich getätigten Abschreibungen in Höhe von 500000 Franken weist die Jahresrechnung 2018 bei einem Gesamtaufwand von 20,85 Millionen Franken ein Plus von 224'000 Franken aus. Das Budget, das die Geroldswiler Gemeindeversammlung verabschiedet hatte, hatte noch mit einem Minus von 350'000 Franken gerechnet. Das Ergebnis hat sich damit um rund 575'000 Franken verbessert. Der Gemeinderat warnt aber: Die Finanzlage bleibe angespannt.

Er verweist in seiner Würdigung der Rechnung auf die Gesundheits- und Sozialkosten, auf welche die Gemeinde keinen Einfluss habe. Die beiden Bereiche gehören zu den grössten Ausgabenposten: «Diese Kosten verschlingen mittlerweile netto fast 6 Millionen Franken.» Noch vor fünf Jahren lagen diese Aufwände 1,1 Millionen Franken tiefer.

Eine solch massive Steigerung wäre finanziell zu verkraften, wenn parallel dazu auch die Steuererträge in etwa gleicher Höhe gestiegen wären, schreibt der Gemeinderat. «Dem ist aber nicht so.» Die ordentlichen Steuererträge betrugen 2018 rund 7 Millionen Franken – genau gleich viel wie vor fünf Jahren. «Die beiden kostentreibenden Bereiche Gesundheit und Soziale Wohlfahrt sind deshalb grösstenteils der Grund für die angespannte Finanzsituation.»

Grundstücke und Einsparungen

Dass die Rechnung 2018 dennoch besser als erwartet abschloss, ist insbesondere auf die Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen. Bei 20 von 57 veranlagten Handänderungen konnten diese abgeführt werden. Sie summieren sich auf 2,76 Millionen Franken; das sind 1,56 Millionen mehr als erwartet.

In den meisten Steuerbereichen sind die Einnahmen aber tiefer als erwartet. So wurden die rund 7,63 Millionen Franken budgetierten Steuererträge um 588'000 Franken verfehlt (minus 7,7 Prozent). «Der Trend der letzten Jahre mit rückläufigen Steuererträgen wurde nicht gestoppt», schreibt der Gemeinderat. Die Steuerkraft gehe im Vergleich zum Kantonsdurchschnitt zurück.

Zum besseren Rechnungsabschluss hat auch die Ausgabenseite beigetragen. Laut Gemeinderat waren verschiedene Sparanstrengungen erfolgreich. Es hätten Einsparungen von über einer halben Million Franken erzielt werden können. Insbesondere Unterhalts- und Betriebskosten konnten tiefer gehalten werden; bei den Verwaltungs- und Finanzliegenschaften waren es 172'000 Franken weniger, bei den Gemeindestrassen 152'000 Franken.

Die Politische Gemeinde investierte im vergangenen Jahr nur wenig: Die Rechnung weist Nettoinvestitionen in Höhe von 312'000 Franken aus. Budgetiert war über eine halbe Million Franken mehr. Dies ist unter anderem drauf zurückzuführen, dass mit der Sanierung des Hallenbaddachs, für die im Budget 260'000 Franken eingestellt waren, noch zugewartet wird.

Trotz angespannter Finanzlage zieht der Gemeinderat eine versöhnliche Bilanz: Dank den Sparanstrengungen und den überdurchschnittlich hohen Grundstückgewinnsteuern habe sich die Erfolgsrechnung in den vergangenen Jahren etwas stabilisiert. Und mit der erfolgten Steuerfusserhöhung – die Politische Gemeinde setzte ihren Ansatz auf dieses Jahr um fünf Prozentpunkte herauf – werde auch für die Planperiode 2019 bis 2022 ein Ausgleich der Erfolgsrechnung erreicht.

Der Selbstfinanzierungsgrad bleibt aber in den kommenden Jahren ungenügend, wie der Gemeinderat festhält. Und dies, obwohl das Investitionsvolumen eher tief sei.