Schlieren

Warum das Tanzen am Schlierefäscht nicht dem Zufall überlassen wird

Der Schlieremer Carlos Fernandez steht auf der Wiese, wo der Tanzplatz des Schlierefäschts gebaut wird. Die Arbeiten werden am 28. August starten.

Am zehntägigen Schlierefäscht bieten Tanzschulen auf dem Tanzplatz verschiedene Workshops an.

Auf dem Stück Wiese zwischen der Oberen Bachstrasse und der Kirchgasse in Schlieren deutet einen Monat vor dem Start des Schlierefäschts nichts darauf hin, dass sich hier während zehn Tagen Tanzbegeisterte auf dem Parkett austoben dürfen. Für die Schnittblumen, die hier selbst gepflückt werden können, wird sich dann wahrscheinlich niemand mehr interessieren. «Wenn das Wetter so gut ist wie in den letzten Tagen, dann kommen die Besucherinnen und Besucher schon freudig hierher und haben bestimmt auch Lust, zu tanzen», sagt Carlos Fernandez, der den Tanzplatz organisiert. Auf dem überdachten 15 mal 20 Meter grossen Holzboden bieten vom 30. August bis 8. September Tanzschulen zu verschiedenen Tanzstilen Workshops an und am Abend kann offen getanzt werden. «An der Bar oder in der Lounge im Freien können sich die Besucherinnen und Besucher dann vom Tanzen erholen», sagt Fernandez.

Der Impuls zum Tanzplatz ist vom OK gekommen

Der in Spanien geborene Schlieremer hat einen starken Bezug zum Tanzen. Nach einer KV-Lehre absolvierte er die Zürcher Tanz- und Theaterschule. Während über 15 Jahren spielte er in diversen Musicals mit. In Schlieren gründete er mit seiner Lebenspartnerin Aliana Pizzi die Tanzkompanie Pizzi Dance Art Company und organisierte dadurch auch schon einige grosse Tanzveranstaltungen. Das sei vermutlich auch der Grund, warum das OK auf ihn zugekommen sei. Die Idee eines Tanzplatzes sei nämlich bei den Veranstaltern des Schlierefäschts selbst entstanden. «Bei einem gemeinsamen Ausflug sahen sie in einem Park einen mit Lichtgirlanden geschmückten Holzboden, auf dem Leute tanzten.

Sie dachten sich sofort, dass dies auch etwas für ihr Fest wäre.» Fernandez bekundete auf Anhieb Interesse an der Idee und entwickelte diese sogar noch weiter. «Warum sollten wir es dem Zufall überlassen, ob getanzt wird? Ich schlug deshalb vor, den Tanzplatz zu beleben und Tanzschulen miteinzubinden.» Die Resonanz des OKs fiel positiv aus und so kontaktierte er Tanzgruppen und -schulen aus der Umgebung. Diese zeigten sich ebenfalls begeistert. «Mir stellte sich einzig das Problem, dass ich nicht alle engagieren konnte», sagt Fernandez. Da für Ballett oder Modern Dance die Kleidung gewechselt werden muss, habe er sich für Tanzschulen entschieden, die vor allem Standardtänze anbieten. «Diese können alle Besucherinnen und Besucher in Strassenkleidern und Turnschuhen mittanzen.»

So werden auf dem Tanzplatz zum Beispiel lateinamerikanische Tänze wie Salsa oder Bachata, klassische Tänze wie Walzer oder Tango, aber auch energiegeladene Tänze wie Lindy Hop oder Swing geboten. Zudem finden Yoga-Stunden, Zumba-Lektionen und ein Hip-Hop-Kurs für Kinder und Jugendliche statt.

«In der Schweiz tanzt man gerne»

Dass es am diesjährigen Schlierefäscht ein explizites Tanzangebot gibt, erklärt Fernandez mit einem gesteigerten Interesse fürs Tanzen, das schon länger anhält. «In der Schweiz tanzt man gerne. Das ist auch an den ständig wachsenden Angeboten erkennbar», sagt er.
Es sei ein logischer Schritt, dass am Schlierefäscht nun ein Ort zum Tanzen angeboten wird. Ob Fernandez während der zehn Tage ebenfalls viel zum Tanzen kommt, ist nicht anzunehmen. «Ich bekomme aber viel Unterstützung von den Helfern. So kümmert sich etwa meine Schwester Laura um die Bar und mein Bruder Toni und sein Kollege Fabian Kyriacou organisieren die ganze Infrastruktur und die Technik.»

Fernandez selbst betreut die Tanzschulen und moderiert an zwei Abenden zusätzlich auf der kleinen Bühne. Doch er ist sich sicher: «Für einen Drink und ein paar Moves auf der Tanzfläche reicht es bestimmt.»

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Autor

Sebastian Schuler

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