Generalversammlung IG Silbern
«Vom Abfalleimer des Kantons zur Autohauptstadt der Schweiz»

Voneinander lernen, anstatt sich gegenseitig auszubremsen. Unter diesem Motto stand die Generalversammlung der IG Silbern. Zu Gast war der Standortförderer Schlierens, Albert Schweizer.

Alex Rudolf
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Das Industriegebiet Silbern in Dietikon soll so prosperieren wie seine Pendants in Schlieren.

Das Industriegebiet Silbern in Dietikon soll so prosperieren wie seine Pendants in Schlieren.

Limmattaler Zeitung

Im Dachgeschoss der Coop Verteilzentrale begrüsste deren Präsident, Urs Jenny, den Schlieremer Standortförderer mit den Worten: «Albert Schweizer ist ein triftiger Grund, warum es in Schlieren so gut läuft».

Dieser legte in seinem kurzen Referat dar, wie aus dem «ehemaligen Abfalleimer des Kantons» die «Autohauptstadt der Schweiz» werden konnte. Sein Ansatz heisst Clustering, zu deutsch Klumpenbildung.

«Wir haben uns klar dazu entschieden, die Rahmenbedingungen in Schlieren für gewisse Branchen, zum Beispiel die Cleantech- und Autoindustrie, so attraktiv wie möglich zu gestalten», erklärte Schweizer. Unternehmen auf Standortsuche aus diesen Branchen müssten dann gezielt kontaktiert werden.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob man mit Marktanalysen auf die jeweiligen Branchen gestossen sei, antwortete Schweizer aber, dass auch viel Glück und Zufall mit im Spiel gewesen sei.

Identität sichtbar machen

Diesem Zufall will man nun auf die Sprünge helfen. So präsentierte sich im zweiten Referat der Gebietsmanager Stefan Rütimann von der Imooo AG. Seine primäre Aufgabe sei es, die Identität des Standortes zu ermitteln und diese für alle interessierten Firmen nach aussen sichtbar zu machen. «Es muss auf Anhieb klar sein, welche Leistungen, wie Infrastruktur oder bestehende Nutzungen, ein Standort zu bieten hat», erklärte er weiter.

Die Wahl der Referenten liess es bereits erahnen. Die IG Silbern will in Zusammenarbeit mit der Stadt einen Gebietsmanager anstellen. Dieses Vorhaben wurde von den rund 30 anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen.

Frust ist zu spüren

Nach optimistischen Worten des Stadtpräsidenten Otte Müller zu der Arbeit der IG Silbern, war die Diskussion weniger versöhnlich. Dass der Gestaltungsplan, der in diesem März vom Souverän angenommen wurde, wegen einer Einsprache sistiert ist, gefiel den Grundbesitzern im Publikum nicht.

Müller blieb nichts anderes übrig als darauf zu verweisen, dass der Kanton an der Ausarbeitung einer übergeordneten Schutzverordnung ist. Anhand dieser kann der Gestaltungsplan - unter Einbezug der Beanstandungen der Rekurrenten Schweizer Vogelschutz und Pro Natura - angepasst werden. Weil der Kanton dafür verantwortlich sei, könne man frühestens in einem Jahr damit rechnen, sagte Müller.

Ebenfalls ein Diskussionspunkt war der Verkehr. Während die politischen Prozesse für eine S-Bahn-Haltestelle Silbern voranschreiten, sorgten die geringe Anzahl Parkplätze und die Abzweigung auf der Busspur von der Heim- auf die Überlandstrasse für Kopfschütteln. «Gründen die Wegzüge von Firmen aus der Silbern etwa in den Verkehrsproblemen?», fragte eine Besucherin. Müller konnte diese Frage an die scheidende Standortförderin Jasmina Ritz im Publikum weiterleiten. Sie entgegnete, dass sich bisher keine Firma wegen der Verkehrssituation aus der Silbern verabschiedet habe.

Traktanden angenommen

Nachdem die Jahresrechnung von den Anwesenden angenommen wurde, fanden die Ersatzwahlen für den Vorstand statt. Roman Flüglister ersetzt Hans Tobler. die Nachfolge von Max Hirzel tritt Josef Zettel an.

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