Schlieren

Tertianum erhält jetzt den Hausschlüssel: An der Brandstrasse sollen sich verschiedene Generationen treffen

Mit der Eröffnung der knapp 80 Alterswohnungen und 30 Pflegebetten wird das Neubau-Gebiet am Rietpark viel durchmischter.

Der Gang erstreckt sich über die gesamte Gebäudelänge und verbindet das Restaurant, den Innenhof und die Eingänge zu den vier Türmen der Überbauung C1 des Geistlich-Areals. Durch ihn gelangt man auch zu den beiden Türmen an der Brandstrasse, in denen Tertianum 78 Alterswohnungen und 30 Pflegeplätze betreibt. Für die 137 Wohnungen in den anderen beiden Hochhäusern der Überbauung ist die Zielgruppe eher jung. «Damit verfolgen wir den Ansatz, dass sich verschiedene Generationen treffen sollen», sagte Martin Geistlich gestern. Der Vorsitzende der Bauherrin Geistlich Immobilia übergab die symbolischen Schlüssel des Gebäudes an die Verantwortlichen von Tertianum. Weil es sich um eine Institution für Senioren handelt, war Vorsicht geboten. Sämtlichen Teilnehmenden des Anlasses wurde Fieber gemessen und es herrschte Maskenpflicht.

Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) bezeichnete die Tertianum-Projekte als einen solidarischen Akt an der Gesellschaft. «Die Arbeit, die Sie hier leisten, verlangt so einiges ab.» Zudem freue er sich auch über die Wahl des neuen Standortes. «Dass eine Alterseinrichtung in einem Neubau-Quartier Einzug hält, freut mich im Sinne einer gelungenen Durchmischung.»

Auf insgesamt sieben Geschossen erstrecken sich die 78 Wohnungen und 30 Pflegezimmer. In der Vergangenheit habe er oft gehört, dass das Leben in einer Tertianum-Einrichtung nur etwas für die Reichen sei, sagte CEO Luca Stäger in seiner Ansprache. «Früher mag dies eher zugetroffen haben, doch heute betreiben wir zahlreiche Häuser, die nicht in der Hochpreisklasse angesiedelt sind», so Stäger.

Es kann probegewohnt werden an der Brandstrasse

«Der allerletzte Umzug will gut überlegt sein», sagt Geschäftsführer Michael Reinhardt anlässlich der Führung durch verschiedene Wohnungstypen. Wer unsicher sei, könne zwei Wochen lang zum probewohnen an die Brandstrasse ziehen und so einen Eindruck erhalten. Kostenpunkt: 95 Franken pro Tag. Von den knapp 80 Wohnungen sind erst 15 vermietet, von den 30 Pflegeplätzen ist einer besetzt. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit rund 75 Quadratmetern im siebten und somit obersten Geschoss kostet monatlich 3700 Franken inklusive Nebenkosten. Für zusätzlich 750 Franken erhält man wöchentlich eine Zimmerreinigung sowie täglich ein dreigängiges Menu im hauseigenen Restaurant. Eine 2,5-Zimmer-Wohnung im vierten Geschoss ist für monatlich 2200 Franken zu haben.

Dafür erhalten Mieterinnen und Mieter eine Wohnung, die keinerlei Hindernisse und Schwellen aufweist. Zudem ist jedes Zimmer mit einem Notfallknopf ausgestattet, der die hauseigene Pflegezentrale benachrichtigt. Speziell für Seniorinnen und Senioren angefertigt wurde der Induktionsherd, der nicht über das Berühren der Oberfläche, sondern durch die gewohnten Drehknöpfe bedient wird. «Unseren Mieterinnen und Mietern ist zudem – sollte es soweit kommen – ein Pflegeplatz bei uns an der Brandstrasse zugesichert», sagt Reinhardt. Besonders wenn ein Ehepartner pflegebedürftig werde, sei es von Vorteil, da das Paar so noch immer unter demselben Dach leben könne», sagt er weiter.

Mit diesem Gebäude ist die zweite Etappe des Gestaltungsplans Geistlich fertiggestellt. Die Bebauung der Nordseite des Bahnhofs ist weit fortgeschritten. Rund um den 600 Meter langen Rietpark zwischen Goldschlägi- und Engstringerstrasse sind in den vergangenen Jahren rund 740 Wohnungen entstanden. Rund 600 davon entfallen auf das Färbi-Areal und knapp 140 auf die erste Etappe des Geistlich-Areals.

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