Schlieren

Tempo 20 oder 30 beim Bahnhof Schlieren? Jetzt rücken die Tempo-Initiativen in den Fokus

«Es wird Wert auf Aufenthaltsqualität gelegt»: Die Güterstrasse beim Bahnhof soll verkehrsberuhigt und umgestaltet werden.

«Es wird Wert auf Aufenthaltsqualität gelegt»: Die Güterstrasse beim Bahnhof soll verkehrsberuhigt und umgestaltet werden.

Die Einführung einer grossflächigen Tempo-30-Zone als auch die Schaffung einer kleineren Begegnungszone mit Tempo 20 stehen zur Debatte. Der Stadtrat hält beides für machbar, favorisiert aber die langsamere Begegnungszone.

Bislang ist es scheinbar nur langsam vorangegangen – auf einen ersten Entscheid vor drei Jahren wurden nacheinander zwei Initiativen lanciert und eingereicht, ohne dass etwas Konkretes passierte. Doch nun nimmt die Debatte über die zukünftige Gestaltung der Strassen und Trottoirs südlich des Bahnhofs Schlieren zügig Fahrt auf: Der Stadtrat hat zwei Vorprojekte erarbeitet und legt seinen Antrag vor, wie weiter zu verfahren ist.

Er will, dass die Stimmberechtigten über beide eingegangenen Initiativen abstimmen können. Sowohl die Einführung einer grossflächigen Tempo-30-Zone als auch die Schaffung einer kleineren Begegnungszone mit Tempo 20 seien rechtlich möglich und umsetzbar, hält der Stadtrat fest.

Und beiden Initiativen gewinnt der Stadtrat Positives ab: Mit einer Tempo-30-Zone könnte die «heutige Situation deutlich und umfassend verbessert werden», hält der Stadtrat fest. Erwartungsgemäss empfiehlt er den Stimmberechtigten aber, dass sie sich für die Umsetzung einer langsameren Begegnungszone aussprechen sollten, wie er sie selber im August 2017 ähnlich beantragt hatte. «An dieser zentralen Lage beim Bahnhof kann mit einer Begegnungszone den anstehenden klimatischen, räumlichen, städtebaulichen und sicherheitstechnischen Herausforderungen sehr gut und umfassend Rechnung getragen werden», schreibt der Stadtrat.

Bürgerliche für Tempo 30, Linke für Tempo 20

Die Tempo-30-Initiative mit dem Titel «Verkehrsberuhigte und überschaubare Gestaltung der Strassen im Bahnhofsbereich» wurde von bürgerlichen Parteien als Antwort auf die Begegnungszone lanciert. Sie sieht Tempo 30 auf der gesamten Güterstrasse entlang der Bahngleise, der Bahnhof-, Bach- und Neue Fossertstrasse sowie auf Teilen der Grabenstrasse vor. Die Fahrbahn und die Gehwege blieben getrennt. Fussgänger könnten die Strassen grundsätzlich überall überqueren, ohne dass sie aber Vortritt hätten; Fussgängerstreifen sind in Tempo-30-Zonen nicht erlaubt, die Bereiche sollen aber gemäss Vorprojekt mit «einer farbigen Oberfläche» markiert werden. Ein spezielles Augenmerk wird auf die Aufenthaltsqualität gelegt: «Das erfolgt mit einem grosszügig gestalteten Platz mit Brunnen und Sitzgelegenheiten vor der Bibliothek.» Zudem soll vor den bestehenden Restaurants auch die Möglichkeit bestehen, die entstehenden Flächen als Strassencafé zu nutzen.

Die Begegnungszonen-Initiative wurde von linker Seite angestossen. Sie sieht Tempo 20 auf der Bahnhofstrasse und der östlichen Güterstrasse vor. In einer Begegnungszone haben Fussgänger Vortritt. Es bestehen bewusst keine Randabschlüsse, welche den Fussgängerbereich von der Fahrbahnfläche abgrenzen. «Vertikal versetzte Parkplätze, Bäume sowie chaussierte Plätze bilden eine leicht mäandrierende Fahrspur.» Die Gestaltung unterstütze die gewünschte Geschwindigkeitsreduktion, erhöhe die Aufenthaltsqualität und auch die Sicherheit der Passanten, Kunden und Anwohner. Zudem falle der Verkehrslärm geringer aus.

Kosten von je rund 2,2 Millionen Franken

Die grosse Tempo-30-Zone verursacht gemäss Vorprojekt Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Franken. Die kleinere Begegnungszone kommt auf 1,1 Millionen Franken zu stehen. Es müssten aber mittelfristig auch die umliegenden Strassen zu einer Tempo-30-Zone umgestaltet werden, hält der Stadtrat fest. Dies würde weitere 1,1 Millionen Franken kosten. «Bei beiden Umsetzungsvorlagen bewegen sich die Kosten pro Laufmeter Strasse auf einem ähnlichen Niveau», bilanziert der Stadtrat. Die Kostengenauigkeit liegt bei beiden Vorprojekten bei plus/minus 25 Prozent.

Der Schlieremer Stadtrat will die Umsetzungsvorlage zur Initiative «Begegnungszone im Bahnhofbereich» der Urnenabstimmung unterbreiten. Jene zur Initiative «Verkehrsberuhigte und überschaubare Gestaltung der Strassen im Bahnhofsbereich» soll ihr als Gegenvorschlag gegenübergestellt worden. Der Stadtrat empfiehlt den Stimmberechtigten die Annahme der Begegnungszone. Als Nächstes wird das Stadtparlament entscheiden, ob es diesen Weg ebenfalls gehen will.

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