Dietikon

Stau in der Silbern: Jetzt werden zusätzliche Fahrstreifen geplant

Ausbau: Wer wie der violette Tesla rechts auf die A 1 Richtung Zürich/St. Gallen abbiegen will, dem stehen künftig zwei Rechtsabbiegestreifen zur Verfügung.

Ausbau: Wer wie der violette Tesla rechts auf die A 1 Richtung Zürich/St. Gallen abbiegen will, dem stehen künftig zwei Rechtsabbiegestreifen zur Verfügung.

Verbesserung der Verkehrssituation, eigenes Büro, neue Website und neues S-Bahn-Station-Silbern-Plakat: Die IG Silbern mach vorwärts.

Die IG Silbern suchte für ihre Generalversammlung am Donnerstagabend einen Ort auf, den selbst viele alte Hasen des grössten Dietiker Wirtschaftsgebiets noch nie von innen gesehen haben: Man traf sich im Christlichen Zentrum Silbern. Die Freikirche im Industriegebiet bietet viel Platz.

Platz braucht auch der viele Verkehr in der Silbern mit ihren 5000 Arbeitsplätzen. Regelmässig gerät er gerade zu den Hauptverkehrszeiten ins Stocken. Auch Busse bleiben teils stecken. Die neue S-Bahn-Station Silbern, die hier Abhilfe verschaffen soll, liegt noch in weiter Ferne, nachdem sie nicht in den nationalen Eisenbahnnetz-Ausbauschritt 2035 aufgenommen wurde. Aber für den motorisierten Verkehr tut sich nun etwas.

Schon bei der Versammlung des Industrie- und Handelsvereins Dietikon (IHV) im März sagte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), dass man beim Knoten von Silbern- und Mutschellenstrasse einen Schritt weiter sei. «Wir sind im Gespräch mit dem Kanton, es liegen Ideen und Lösungsvorschläge auf dem Tisch», sagte er damals. Welche, führte der neue Leiter des Dietiker Stadtplanungsamts, Severin Lüthy, nun an der Versammlung der IG Silbern genauer aus. Und auch der Kostenteiler für die geplante Lösung steht schon: Das Bundesamt für Strassen (Astra) soll rund 3,9 Millionen Franken zahlen, der Kanton Zürich rund 5,2 Millionen Franken und die Stadt Dietikon rund 1,6 Millionen Franken. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwa 10,6 Millionen Franken. Mit diesem Geld sollen insgesamt vier Massnahmen finanziert werden.

Die erste richtet sich gegen den Rückstau auf der Autobahn A 1, der sich bei der Ausfahrt Dietikon aus Richtung Bern ergibt. Neu soll die Ausfahrtsrampe von der A 1 drei Fahrstreifen umfassen. Bisher sind es zwei: Vom einen Streifen kann man in Richtung Oetwil und in Richtung Silbern fahren und vom anderen nur in Richtung Silbern. Neu sollen zwei separate Streifen für die in Richtung Silbern abbiegenden Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Ein dritter Fahrstreifen dient dem Abbiegen in Richtung Oetwil.

Auch wer von der Mutschellenstrasse auf die A 1 in Richtung Zürich einbiegen will, erhält künftig mehr Platz: Hier soll die Mutschellenstrasse einen zweiten Rechtsabbiegestreifen erhalten. Zudem wird hier die Auffahrrampe auf dem ersten Stück auf zwei Fahrstreifen verbreitet, die sich ein Stück nach dem Abbiegen im Reissverschlusssystem zu einem Streifen vereinen.

Und zu guter Letzt soll auch der Rechtsabbiegestreifen der Mutschellenstrasse aus Richtung Niderfeld in die Silbern verlängert werden. Dieser ist heute ziemlich kurz.

Wie Stadtplaner Severin Lüthy an der Versammlung der IG Silbern weiter sagte, ist die Hoffnung, dass das Amt für Verkehr der kantonalen Baudirektion noch diesen Herbst dem Tiefbauamt der kantonalen Baudirektion die Projektierung in Auftrag geben kann. Im Frühling 2022 sollen die Bauarbeiten starten, so der Plan. Das Vorhaben sei «die optimale Lösung, die kurzfristig möglich ist», resümierte Lüthy.

Die perfekte Lösung aus Sicht verschiedener Interessengruppen wäre nach wie vor ein sogenannter Shortcut. Das heisst: Wer von Bern kommend von der Autobahn rausfährt, soll eine direkte Abfahrt parallel zur Mutschellenstrasse erhalten, so kommt es zu weniger Kreuzungen. Dieses Projekt ist kurzfristig aber nicht möglich, zudem braucht es viel Land.

Ein leidiges Thema für die Wirtschaft bleibt die eigentlich rechtskräftige Moorschutzverordnung, die aber sistiert ist, weil auch noch der Auenschutz geklärt werden muss. Dieser braucht nun auch eine eigene Verordnung. Der Auenschutz-Perimeter ist an manchen Stellen nicht der gleiche wie der Moorschutz-Perimeter.

Noch dieses Jahr soll der Entwurf für eine Auenschutzverordnung vorgelegt werden. Laut Kanton soll diese im Juni 2020 erlassen und im Juli rechtskräftig werden. «Das ist möglich, aber ich mache da ein Fragezeichen, denn es ist ein optimistischer Zeitplan», sagte Stadtplaner Lüthy hierzu.

Es geht also einiges in der Silbern. Nicht nur planerisch. Auch die IG Silbern macht vorwärts: So hat sie am Donnerstagabend auch noch ihre neue Website auf silbern-dietikon.ch aufgeschaltet.

Präsident Urs Jenny: «Wir werden sichtbarer»

Zudem darf sich Gebietsmanager Dieter Beeler auf ein eigenes IG-Silbern-Büro in der Silbern freuen. Dieses, so der Plan, soll noch dieses Jahr eröffnet werden, die Standortsuche läuft. «Wir werden sichtbarer», sagte IG-Silbern-Präsident Urs Jenny zur Versammlung. Das Büro soll einmal pro Woche von Beeler besetzt sein, immer am gleichen Tag. Weiter soll zudem beim Coop Silbern ein neues Plakat für die S-Bahn-Station Silbern errichtet werden, da das alte in die Jahre gekommen. Neben Stadtpräsident Roger Bachmann, Stadtplaner Lüthy, IG-Silbern-Präsident Urs Jenny und Gebietsmanager Dieter Beeler hielt zudem Stefan Kalt, Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, ein Referat. Er kämpft schon lange für eine Seilbahn vom Bahnhof Baden zu den neuen, sich im Bau befindlichen Badener Bädern. Zudem ist der Spreitenbacher auch Mitglied der IG Hochbahn Silbern, die sich für eine künftige Hochbahn zwischen der S-Bahn-Station Silbern und der Limmattalbahn-Haltestelle Niderfeld einsetzt.

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