Klimaerwärmung

Stadtzürcher Tiefbauvorsteher Richard Wolff: «Die Jugendlichen haben recht»

Er sei sicher, dass man diese Klimaerwärmung ernst nehmen müsse, sagte der Zürcher Stadtrat Richard Wolff.

Er sei sicher, dass man diese Klimaerwärmung ernst nehmen müsse, sagte der Zürcher Stadtrat Richard Wolff.

Der Stadtzürcher Tiefbauvorsteher Richard Wolff (AL) sprach in Oberengstringen über die Klimaerwärmung.

Es war kein unbekanntes Terrain, das Richard Wolff (AL) bei seinem Besuch an der Bundesfeier in Oberengstringen betrat, die wie bereits 2018 am Vorabend des 1. August stattfand. Im Freibad Zwischen den Hölzern, auf dessen Parkplatz das Fest über die Bühne ging, verbrachte der heutige Zürcher Stadtrat in seiner Jugend einen Teil seiner Freizeit.

Denn von 1972 bis 1980 wohnte Wolff in Unterengstringen. «Ich war sehr oft in Oberengstringen, weil ich hier Kollegen hatte, die mit mir zusammen das Gymnasium besuchten», sagte Wolff. Viel Zeit habe er damals auch beim Ping-Pong-Spielen unten in der Limmatau verbracht. «Das war auch ein Ort, an dem man Mädchen kennenlernte», so Wolff. Sein erster Schulschatz sei denn auch aus Oberengstringen gekommen.

Im Hauptteil seiner Rede – seiner ersten 1.-August-Rede überhaupt – ging es dann aber nicht mehr um seine Jugendjahre im Limmattal, sondern um die Schweiz und die Klimaerwärmung. Im Grossen und Ganzen würden die meisten von uns in guten Verhältnissen leben, befand Wolff. Er wisse aber auch, dass das nicht für alle gelte. «Es gibt auch bei uns Arme, Leute, die sich um ihre Zukunft Sorgen machen müssen», sagte Wolff im voll besetzten Festzelt. Wir müssten auch im eigenen Land alles unternehmen, damit auch bei uns alle gut und menschenwürdig leben können.

Ein Land, das uns Gesundheit Sicherheit und Ausbildung bietet

«Trotzdem geht es der Schweiz als Land, als Gesellschaft gut», so Wolff. Er sage deshalb auch, dass er privilegiert sei. «Privilegiert, weil ich in einem Land, in einer Zeit, in einer Gesellschaft und in einer Familie geboren bin, die mir Gesundheit, Ausbildung und Sicherheit geboten haben», sagte Wolff und fragte nun, was dennoch besser funktionieren könnte.

Drei Themen machte Wolff aus, die derzeit hohe Wellen schlagen würden. Die Klimaerwärmung, das Verhältnis der Schweiz zum Rest der Welt sowie die Gleichberechtigung aller Geschlechter. «Ich bleibe heute beim Klima, dem Thema Nummer eins in diesem Jahr», sagte er. Dass das Klima zu einem solchen Megathema werde, sei noch vor kurzem undenkbar gewesen. «Doch seit diesem Jahr gehen die Jugendlichen auf die Strasse und verlangen, dass etwas passiert, damit die Temperaturen auf der Welt nicht noch weiter ansteigen. Sie fragen die Erwachsenen und geben die Antwort gleich selber. Wessen Klima? Unser Klima. Wessen Zukunft? Unsere Zukunft. Und sie haben recht», so Wolff. Er sei sicher, dass man diese Klimaerwärmung ernst nehmen müsse, dass man alles unternehmen müsse, was möglich sei, um etwas zu ändern.

«Ich glaube sogar, dass wir gescheiterweise beginnen sollten, das Unmögliche zu denken. Das heisst, dass wir beginnen an Massnahmen zu denken, von denen die meisten sagen, das funktioniere nicht», sagte Wolff. Wenn man sage, das gehe nicht, dann kapituliere man. Das wäre fatal. «Es muss sich etwas ändern», hielt Wolff fest. Dafür brauche es sicher neue Grundlagen, Gesetze oder Verordnungen.

«Nur eine neue Verfassung braucht es nicht. Diejenige, die wir heute haben, reicht aus», sagte Wolff und zitierte die Präambel der Bundesverfassung. «Schon bevor die eigentliche Verfassung beginnt, ist schon gesagt, dass wir uns diese Verfassung gegeben haben, weil wir Verantwortung gegenüber der Schöpfung und die Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen tragen wollen.» Damit sei schon gesagt, dass wir der Umwelt und dem Klima Sorge tragen wollen und müssen.

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