Schlieren

Stadtplatz-Nachbesserung bleibt aus: Aus dem Nebel- wird kein Springbrunnen

In Schlieren ist der Nebelbrunnen auf dem Stadtplatz ein strittiges Thema. Ihn aber gleich zu ersetzen, ist für den Stadtrat nicht opportun.

In Schlieren ist der Nebelbrunnen auf dem Stadtplatz ein strittiges Thema. Ihn aber gleich zu ersetzen, ist für den Stadtrat nicht opportun.

Im Rahmen der parlamentarischen Fragestunde beantwortete der Schlieremer Stadtrat 26 Fragen. Hier eine Auswahl.

1. Wird die Nebelmaschine auf dem Stadtplatz zum Springbrunnen?

Der Nebelbrunnen im Schlieremer Zentrumskreisel gleich neben der Tramhaltestelle gefällt nicht allen. FDP-Gemeinderat Filippo Fiore würde das Werk wohl am liebsten durch einen klassischen Springbrunnen ersetzen lassen. Er erkundigte sich beim Stadtrat, wie viel dies kosten würde. «Den genauen Preis kann ich nicht beziffern», antwortete Bauvorstand Stefano Kunz (CVP). «Aber er wäre hoch», fügte er an. Kunz verwies zudem darauf, dass die Zentrumsgestaltung Teil eines intensiven Planungsprozesses war. «So wie der Platz heute aussieht, wurde er auch dem Volk vorgelegt», so Kunz. Daher sei eine Umgestaltung aus Sicht des Stadtrates derzeit nicht opportun.

2. Was unternimmt die Schule Schlieren, um die Zahl der Sonderschüler zu senken?

SP-Gemeinderätin Rixhil Agusi bemerkte, dass die Schlieremer Schule einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Sonderschülerinnen und Sonderschülern aufweist. Sie wollte wissen, was dagegen unternommen werden könne. «Wir würden uns über eine tiefere Quote sehr freuen», sagte Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) in ihrer Antwort. Dass die Schule Schlieren ihr Lehrpersonal wie von Agusi vorgeschlagen zusätzlich in diesem Bereich ausbilde, sei nicht notwendig. Denn die Ausbildung sei Sache des Kantons und der Pädagogischen Hochschule. Oftmals würden Schulkinder aufgrund von Spracherwerbsstörungen eine Sonderklasse besuchen. Wenige Sonderschülerinnen und Sonderschüler habe man heute aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten. «Dies spricht für die hohe Qualifikation unserer Lehrpersonen.»

Schulpräsidentin Schlierens Bea Krebs.

Schulpräsidentin Schlierens Bea Krebs.

  

3. Verfolgt die Stadt Personen, die Abfall illegal entsorgen?

Abfallsünder, die ihren Kehricht auf illegale Weise entsorgen, sind aus Sicht von Dominik Ritzmann (Grüne) ein grosses Problem. Er wollte wissen, was der Stadtrat dagegen unternimmt, wenn Altpapier und Karton zu früh oder zu spät entsorgt werden und so tagelang herumliegen. Werkvorstand Andreas Kriesi (GLP) sagte, es seien erste Massnahmen ergriffen worden. So habe man ein Schreiben an die Liegenschaftsbesitzer verteilt. In diesem wird darauf hingewiesen, dass Altpapier und Altkarton zeitig bereitgestellt werden müssten. Doch auch die Mitarbeiter der Werke sind gefragt: Obwohl es zeitintensiv sei, würden die Stadtangestellten den Abfall nach Adressen durchsuchen. «Werden wir fündig, leiten wir die Adressen an die Polizei weiter, die ein Bussenverfahren einleitet», so Kriesi. Werde man nicht fündig, ­müssen die Hausbesitzer für die entsprechende Entsorgung aufkommen. In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 6000 Franken in Rechnung gestellt.

Illegal entsorgtes Altpapier ist ein Problem.

Illegal entsorgtes Altpapier ist ein Problem.

4. Wieso kommt nachts um 2 Uhr keine Polizei, wenn man sie wegen Lärmbelästigung ruft?

Ob Songül Viridén (GLP) aus eigener Erfahrung sprach oder nicht, blieb offen. Sie fragte den Stadtrat, warum nächtlichen Meldungen von Ruhestörungen nicht von einer Polizeipatrouille nachgegangen werde. Sicherheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP) sagte, dass die Patrouillen der Stadtpolizei von der Einsatzzentrale der Kantonspolizei koordiniert und eingesetzt würden. «Dort wird entschieden, welche Patrouille an welchen Ort entsandt und in welcher Priorität die Einsätze durchgeführt werden», so Leuchtmann. Warum beim Beispiel von Viridén niemand auftauchte, sei ihm nicht bekannt. Doch würden mitten in der Nacht weniger Patrouillen verkehren und es sei daher möglich, dass Prioritäten anderswo hätten gesetzt werden müssen. «Wollen wir mehr Patrouillen in der Nacht, müsste der Stellenplan der Stadtpolizei aufgestockt werden, was letztlich in der Hand des Parlamentes liegt», sagte Leuchtmann.

Die Polizei bei einem Einsatz.

Die Polizei bei einem Einsatz.

5. Wann kauft die Stadt das Stück Land auf der alten Badenerstrasse?

Im Finanzplan 2020 ist der Kauf des rund 7700 Quadratmeter grossen Grundstücks im Bereich der ehemaligen Badenerstrasse vorgesehen. Thomas Widmer (Quartierverein) erkundigte sich nach dem aktuellen Stand der Verhandlungen. Bauvorstand Kunz sagte, dass der Vertragsabschluss schon lange pendent sei und der Stadtrat froh wäre, wenn der Kauf unter Dach und Fach wäre. «Die Verhandlungen sind abgeschlossen und das Geschäft kommt voraussichtlich noch dieses Jahr in den Stadtrat.» In den ersten drei Monaten des kommenden Jahres sollte der Kauf abgeschlossen werden können.

Die Pischte 52.

Die Pischte 52.

6. Wie kann die Rütistrasse sicherer gemacht werden?

Die Rütistrasse ist nicht sicher, findet CVP-Gemeinderätin Olivia Boccali. So sei die Strasse nur auf der Nordseite beleuchtet, was unübersichtlich sei. Auch werde der Fussgängerstreifen an der Kreuzung Engstringerstrasse oft nicht genutzt, da die Abkürzung durch die Wohnüberbauung beim Sony-Gebäude attraktiv sei. Die Stadt sei sich dieser Problematik bewusst, sagte Sicherheitsvorstand Leuchtmann. «Es läuft derzeit ein Projekt für die Schaffung eines zusätzlichen Fussgängerstreifens über die Rütistrasse», sagte er. Dazu bedürfe es aber noch einer Begehung mit Vertretern der Kantonspolizei. Weiter sei eine Reduktion des Maximaltempos auf 30 oder 20 Kilometer pro Stunde möglich. Für den Stadtrat sei dies aktuell aber noch kein Thema.

Ein beliebter Schleichweg zwischen Rütistrasse und Bahnhof.

Ein beliebter Schleichweg zwischen Rütistrasse und Bahnhof.

7. Wegen der Umgestaltung des Zentrumsplatzes gebe es nun viel mehr Verkehr auf der Schulstrasse. Was tut der Stadtrat dagegen?

Manuel Kampus (Grüne) stellte fest, dass das Verkehrsaufkommen auf der Schulstrasse seit der Neugestaltung des Stadtplatzes mit angepasstem Kreiselregime stark zugenommen hat. Besonders auf Höhe der Schule bestehe eine gewisse Gefahr. Polizeivorstand Leucht­mann verwies darauf, dass die Stadtpolizei während dreier Wochen Verkehrsmessungen vorgenommen habe. «Eine Messung des Verkehrs auf der Schulstrasse aus dem Jahr 2018 ergab vergleichbare Ergebnisse. Eine Messung 2015 ergab einen nur leicht geringeren Wert.» Der Durchgangsverkehr habe sich somit nicht signifikant verändert oder aber Kampus beziehe sich in seiner Anfrage auf länger zurückliegende Messungen.

8. Wo steht die Stadt bei der Umsetzung des Spielplatzkonzepts?

Die Schlieremer Spielplätze und ihre Kosten gaben in der Vergangenheit, viel zu reden. Nach einer Rundumerneuerung der Spielplätze Schönenwerd und Schärerwiese – beide waren teurer als erwartet – wären nun weitere Aufwertungen an der Reihe. Daniel Frey (FDP) wollte daher wissen, wo man bei der Umsetzung des Spielplatzkonzeptes stehe. Werkvorstand Kriesi (GLP) erklärte, dass sich unter anderem durch den Neubau des Alterszentrums und durch die Revision der Bau- und Zonenordnung neue Fragestellungen ergeben hätten. Diese Fragen müssen nun erst geklärt werden. Dennoch geht es vorwärts: «Für 2021 ist geplant, den Spielplatz Gugel aufzuwerten», so Kriesi. Dafür seien im Budget für nächstes Jahr 50000 Franken vorge­sehen.

Spielplatz Schärerwiese.

Spielplatz Schärerwiese.

9. Gibt es neben dem neuen Alterszentrum einen Badesee?

«In einer früheren Fragestunde habe ich die Idee eines Badesees im Stadtpark angeregt, die damals vom Stadtrat wohlwollend aufgenommen wurde», erklärte Dominic Schläpfer (FDP) und wollte wissen, ob der Stadtrat den See noch immer auf dem Radar habe. Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) sagte, dass die Idee nicht geprüft werde. Grundsätzlich handle es sich um eine spannende Idee. «Doch dürfte eine Umsetzung schwierig sein, da bereits das auf der Pischte 52 aufgestellte Schwimmbecken für die Stadt einen grossen Aufwand verursachte.» Zudem wolle man das nahe gelegene Schwimmbad im Moos nicht mit einem neuen Angebot konkurrenzieren.

So soll das neue Schlieremer Alterszentrum dereinst aussehen.

So soll das neue Schlieremer Alterszentrum dereinst aussehen.

    

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1