Schlieren
Stadt verdichtete ihr Defibrillatoren-Netz

Die Stadt Schlieren hat am Samstag ein Netz von 21 öffentlich zugänglichen Defibrillatoren eingeweiht.

Fabio Müller
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Initiantin Gaby Niederer und Stadträtin Manuela Stiefel weihten das Defibrillatoren-Netz beim Stadthaus Schlieren ein.

Initiantin Gaby Niederer und Stadträtin Manuela Stiefel weihten das Defibrillatoren-Netz beim Stadthaus Schlieren ein.

Fabio Müller

Was haben die Turnhalle Unterrohr, die Trubler-Hütte und das Freibad Im Moos gemeinsam? Sie alle sind Standort eines automatischen externen Defibrillators (AED). Insgesamt 21 dieser Geräte hat die Stadt Schlieren in den letzten Jahren an verschiedenen Orten installiert. Am Samstag wurde dieses Netz nun offiziell eingeweiht. Weitere sollen noch folgen.

«Wir wollen gewährleisten, dass alle jederzeit schnell zu einem Defibrillator gelangen können», sagte Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (parteilos) bei der Einweihung, die sie gemeinsam mit Gemeinderätin Gaby Niederer (Quartierverein) vornahm. Sie initiierte die Aktion mit einem 2016 eingereichten Postulat. Darin forderte sie die Stadt dazu auf, sicherzustellen, dass man im Falle eines Herzstillstandes innert kürzester Zeit einen Defibrillator finden kann. Die Stadt rief daraufhin das Projekt «20 öffentliche Defibrillatoren bis 2020» ins Leben. Dieses Ziel hat die Stadt laut Manuela Stiefel aber nicht erreicht:

«Die Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür haben wir im Jahr 2021 nun ein grösseres Netz von 21 Geräten. Das macht diese Verspätung durchaus wett.»

Ein 22. AED werde zudem in den nächsten Wochen folgen. Bei diesem habe man Probleme mit der Stromzuleitung gehabt. «Die Geräte sind wohl eine der wenigen Investitionen, bei denen man sich darüber freut, wenn man sie nicht braucht. Dafür ist es umso wichtiger, dass sie in einem Notfall da sind», sagte Stiefel weiter.

Herzstillstand war der Auslöser für das Postulat

Der Grund für das Postulat von Niederer war ein Vorfall im Jahr 2016, bei dem eine Person einen Herzstillstand auf dem Stadtplatz erlitten hatte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich auf dem Stadtplatz noch kein Defibrillator. Der AED in der nahen ZKB war nicht öffentlich zugänglich, da die Filiale geschlossen war. «Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass solche Defibrillatoren immer öffentlich zugänglich sein müssen. Bei einem solchen Vorfall zählt jede Minute», sagte Niederer.

Sie ist zufrieden damit, wie die Stadt das Postulat umgesetzt hat: «Ich finde es super, dass die Stadt gehandelt hat und die Geräte jetzt da sind. Auch wenn man sie heute Morgen leider noch nicht auf der Website oder der App der Stadt finden kann.» Die Stadt reichte nach und schaltete noch am selben Tag einen Verweis auf die Geräte auf ihrer Website und ihrer App auf. Die Standorte der Defibrillatoren sind zudem auf defikarte.ch einsehbar und bei den Rettungsdiensten gemeldet. So kann der Notruf Ersthelfende zu einem öffentlichen Gerät führen.

Die Defibrillatoren sind an Standorten mit grossem ­Publikumsaufkommen installiert worden. Sie sind frei ­zugänglich und rund um die Uhr nutzbar. Die Schulhäuser sind wegen ihrer Verteilung über das ­Stadtgebiet als Standorte fest­gelegt worden. Zudem hat Standortförderer Albert Schweizer mit dem lokalen ­Gewerbe Kontakt aufgenommen:

«Die Rück­meldungen ­waren durchweg positiv. ­Deshalb hatten wir ­keine ­Probleme, genug ­öffentlich ­zugängliche Stand­orte zu ­finden. Wir sind auch ­offen für weitere Vorschläge.»

Finanziert wurden die ­Geräte von der Stadt in Zu­sammenarbeit mit dem Gewerbe. Bei sieben dieser Geräte unterstützten Organisationen oder Immobilienanbieter die Stadt. So hat etwa die IG Rietbach drei Defibrillatoren gesponsert. Für die Stadt belaufen sich die Kosten auf 6000 Franken pro Gerät, inklusive Installation. Betrieben werden die AEDs von der Abteilung Liegenschaften der Stadt Schlieren.

Gemeinsam mit dem Verein Freizeit Schlieren bietet die Stadt vom 29. September bis 7. Oktober vier Einführungskurse an. In diesen Kursen können sich Interessierte kostenlos im Umgang mit den Geräten schulen lassen. So will die Stadt die Hemmschwelle gegenüber den Geräten senken. «In Notsituationen zählt jede Sekunde. Die Kurse helfen, den Umgang mit einem solchen Gerät zu lernen», sagte Stiefel.