Spreitenbach
«Es war alles so lange zu»: Am ersten Shopping-Tag stehen die Kunden in Spreitenbach bis zu einer Stunde Schlange

Seit heute sind die Läden wieder geöffnet. Das Einkaufscenter Shoppi Tivoli ist bereits eine Stunde nach der Wiedereröffnung rege besucht. Besonders die Kleidergeschäfte erleben einen Ansturm.

Sarah Kunz
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Geduld ist gefragt: Vor den beiden Kleiderläden Zara und C&A im Shoppi Tivoli müssen die Kundinnen und Kunden am Montagmorgen auf Einlass warten.

Geduld ist gefragt: Vor den beiden Kleiderläden Zara und C&A im Shoppi Tivoli müssen die Kundinnen und Kunden am Montagmorgen auf Einlass warten.

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Nach langem Warten durften heute die Läden wieder öffnen. Die Freude war gross und führte mancherorts zu einem grossen Kundenansturm. Beispielsweise im Shoppi Tivoli in Spreitenbach: Dort drängten sich die Menschenmengen regelrecht vor den Geschäften. Bereits eine Stunde nach Öffnung um neun Uhr bildeten sich schon Warteschlangen.

Denn in den einzelnen Geschäften darf sich jeweils nur eine begrenzte Anzahl Personen aufhalten. Bei solchen, die kleiner als 40 Quadratmeter sind, liegt die Obergrenze etwa bei drei Personen. Das führte vor allem bei C&A, Zara oder H&M zu längeren Wartezeiten. Vor diesen Geschäften stellten sich Kundinnen und Kunden teils bis zu einer Stunde lang in Reih und Glied.

«Ich habe das Einkaufen vermisst»

«Es war alles so lange zu», sagte eine junge Frau, die mit ihrer Freundin zusammen vor dem Zara anstand. «Ich habe das Einkaufen sehr vermisst. Und Online-Shopping ist einfach nicht dasselbe.» Sie seien sogar extra frühmorgens angereist, da sie mit so einem Ansturm gerechnet hätten.

Ganz anders als eine ältere Frau, die einen grossen Bogen um die anstehende Meute machte. «Ich wollte mir eine neue Jacke kaufen und dachte, an einem Montagmorgen wird es ja wohl nicht so viele Besucher haben», sagte sie. «Aber das ist ja furchtbar hier. Mir ist das zu viel, ich gehe jetzt wieder nach Hause.»

Kunden zeigten Verständnis

Selbst Center-Leiter Patrick Stäuble konnte sich den Andrang nicht erklären. «Vielleicht lag es daran, dass Zara und C&A eine grosse Kinderabteilung haben», vermutete er. Der Ansturm habe sich am Nachmittag aber bereits wieder gelegt. Er sagte:

«Mit Wartezeiten muss man momentan einfach rechnen.»

Das Verständnis bei den Kunden sei aber gross gewesen, die Schutzmassnahmen gut umgesetzt worden.

Das zeigte auch ein Blick auf das rege Treiben: Alle trugen eine Maske, überall standen Desinfektionsmittel und Schilder, Markierungen am Boden wiesen auf das Abstandhalten hin, und alle paar Minuten erinnerte eine Lautsprecherstimme an die geltenden Massnahmen.

Doch schwarze Schafe gibt es überall: Trotz all der Sicherheitsmassnahmen schien bei einigen Besuchern die Freude über die Ladenöffnungen die Selbstverantwortung zu verdrängen. Die empfohlenen zwei Meter Abstand wurden in der Schlange nur teilweise eingehalten, die Markierungen am Boden kaum beachtet. Und obwohl sich die meisten Kundinnen und Kunden an die Maskenpflicht hielten, sah man doch hie und da wieder jemanden, der die Mundbedeckung unterhalb der Nase oder des Kinns trug – sogar eine Verkäuferin platzierte die Schutzmaske während einer Beratung am Kinn. Von ihren Kollegen griff niemand ein.

Wer die Massnahmen nicht einhielt, wurde ermahnt

«Das zu hören enttäuscht mich», sagte Center-Leiter Patrick Stäuble. «Ich finde es schade, wenn sich jemand nicht an die Schutzmassnahmen hält.» Das Shoppi beschäftige rund 1200 Mitarbeitende. Für die einzelnen Geschäfte seien die jeweiligen Chefs verantwortlich. «Er hätte eingreifen müssen», sagte Stäuble. «Wenn wir sehen, dass jemand die Schutzmaske nicht richtig trägt, weisen wir die Person grundsätzlich darauf hin.»