Kultur

So wollen sich Dietiker Vereine engagieren – und was sie sich fürs nächste Stadtfest wünschen

So voll wie noch nie: Bei beliebten Konzerten wurde der Rapidplatz 2018 zum Tollhaus. (Archibild)

So voll wie noch nie: Bei beliebten Konzerten wurde der Rapidplatz 2018 zum Tollhaus. (Archibild)

Dieses Jahr musste Dietikon sein geplantes Sommerfest absagen wegen dem Coronavirus. Aber die Stadt und ihre Quartiere sozial zu beleben und zu verbinden, bleibt langfristig für den Stadtrat ein wichtiges Ziel.

In Dietikon wird schon weiter nach vorne geschaut; und zwar bis 2024, wenn das nächste grosse Stadtfest steigen soll. Der bei der Festorganisation federführende Verein «Dietikon bewegt» hat mit einer Umfrage den Puls der Ortsvereine gefühlt. Dabei geht es um die Zusammenarbeit für kulturelle Anlässe und besonders um die grundsätzlichen Fragen, wo genau und über wie viele Tage das nächste Stadtfest stattfinden soll.

Kulturelle Anlässe bieten wichtige Möglichkeit für Vereine

«Es ist wichtig, dass die Ortsvereine grössere Feste mittragen. Ohne sie geht es nicht, deshalb wollten wir sie möglichst früh einbinden», sagt Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), der auch «Dietikon bewegt» präsidiert. Nun liegen die Resultate der Umfrage vor, an der sich 55 von 100 angeschriebenen Vereinen beteiligt haben. Dank der guten Rücklaufquote seien die Resultate auch wirklich aussagekräftig, sagt er. «Wir haben alle Vereine angeschrieben und aufgefordert, sich zu beteiligen», sagt Pascal Stüssi, Präsident des Kartells der Ortsvereine Dietikon. Denn kulturelle Anlässe seien für viele Vereine eine wichtige Möglichkeit, sich nach aussen zu präsentieren und die Vereinskasse aufzubessern.

Die Mehrheit will sich vor allem an den jährlichen Sommerfesten (53 Prozent) und dem grossen Stadtfest (60 Prozent) engagieren. Für eine Teilnahme an den Märkten und dem im Dezember 2022 geplanten Einweihungsfest für die Limmattalbahn interessieren sich dagegen etwas weniger als ein Drittel der Vereine.

Die Limmattalbahn sei wohl thematisch bei einigen immer noch negativ behaftet und der Termin im Dezember weniger attraktiv, sagt Bachmann. Aber es sei auch eine gesellschaftliche Entwicklung, dass sich die Freiwilligenarbeit verändere und es schwieriger werde, Nachwuchs zu rekrutieren. Heute sei es einfacher, Junge für einzelne Projekte zu motivieren als für langfristige Ämter.

Das nächste Stadtfest wird voraussichtlich wie 2018 drei Tage dauern. Dafür sprachen sich 44 Prozent der Vereine aus. Dahinter landeten mit je 18 Prozent ein viertägiges Fest, das am Donnerstag startet, sowie ein sechstägiges Fest über zwei Wochenenden. «Das hat sicher auch mit den limitierten Ressourcen der Vereine zu tun», sagt Bachmann.

Auch Rapidplatz soll wieder Teil des Stadtfests werden

Geht es nach der Umfrage, werden die beiden Standorte von 2018 – das Zentrum um den Kirchplatz und das Limmatfeld um den Rapidplatz – auch 2024 wieder bespielt. Es verwundert nicht, dass sich 93 Prozent für das Zentrum als möglichen Standort aussprechen. Dies habe sich bereits bei den Rückmeldungen nach dem letzten Fest gezeigt, sagt Bachmann. Immerhin 67 Prozent wollen, dass auch wieder auf dem Rapidplatz gefeiert wird. Das erstaunt, denn während das Zentrum während dem letzten Stadfest durchgehend stark belebt war, lockten auf dem Rapidplatz vor allem beliebte Konzerte viele Besucher an. «Grosse Konzerte wie Boney M sind von den Platzverhältnissen her nur auf dem Rapidplatz möglich», sagt Bachmann. Die Verbindung zwischen Zentrum und Limmatfeld müsse beim nächsten Fest noch verbessert werden, ergänzt er.

Vereine wollen zentral feiern

Das Gelände könnte 2024 aber erweitert werden. 56 Prozent der Vereine wollen auch den Kronenplatz mit in das Fest einbeziehen. Bei früheren Stadtfesten sei der historische Kern Dietikons jeweils Teil der Feierlichkeiten gewesen, erklärt Bachmann. Auch er selbst habe daran noch gute Erinnerungen. Andere Standorte wie der Zelgliplatz, auf dem die Chilbi stattfindet, die Allmend hinter der Stadthalle im Fondli und die Allmend Glanzenberg erhielten nur wenig Zustimmung. «Diese Orte sind wohl einfach zu weit weg vom Zentrum», sagt Bachmann. Es spreche für die vorausschauende Arbeit der städtischen Verwaltung und der Standortförderung, dass die Vereine so früh in die Planung involviert werden, lobt Pascal Stüssi.

In der Befragung hat die Stadt auch Ideen für kleinere Anlässe gesammelt – darunter Kinderspielnachmittage, Abendmärkte mit Streetfood und Open-Air-Kino.

Das werde künftig einfacher, weil die Stadt eben erst ein neues Festzelt erworben hat. Im Gegensatz zum in die Jahre gekommenen Vorgänger, der nur auf dem Kirchplatz montiert werden konnte, ist das neue Zelt flexibel und kann in verschiedenen Grössen aufgebaut werden.

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