Schlieren
Das Limmattal will Plastik recyceln – warum der Schlieremer Stadtrat trotzdem ein entsprechendes Postulat abschreiben lassen will

Das Thema Kunststoffverwertung wird derzeit im Limmattal vorangetrieben. Der grüne Kantons- und Gemeinderat Manuel Kampus aus Schlieren begrüsst Fortschritte.

Lukas Elser
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Abfallberge aus Plastik. Manuel Kampus will ihn verwertet sehen.

Abfallberge aus Plastik. Manuel Kampus will ihn verwertet sehen.

Alexandra Wey/Keystone

Die Schweizer sollen angeblich Weltmeister im Sammeln von Aluminium sein. So stand es vor Jahren einmal auf einer omnipräsenten, als Spiegel getarnten Reklame. Ob der Superlativ (noch) stimmt oder nicht, wissen höchstens die Marketingspezialisten der Aluindustrie. Sicher ist, dass das Thema Wiederverwertung im Limmattal bewegt – und zwar nicht nur, was das Altmetall betrifft.

Derzeit ist in der Region Plastikrecycling angesagt. Dabei geht es wohlgemerkt nicht nur um PET-Flaschen, sondern um alle möglichen Arten von Kunststoff. Zuerst hat der Schlieremer Kantons- und Gemeinderat Manuel Kampus (Grüne) einen in diese Richtung weisenden Vorstoss im Schlieremer Parlament eingereicht. In einem Postulat, das am 7. Juni an den Stadtrat überwiesen wurde, forderte er diesen auf, «ein flächendeckendes Plastikrecycling für die Stadt» zu prüfen. Er begründet dies damit, dass dies die Ressourcen schonen und zur Senkung von Umweltbelastung und Treibhausgasen beitragen würde.

Schon einen Monat später lancierte die Dietiker Kehrichtverwerterin Limeco unabhängig davon eine eigene Initiative zum Thema. Sie machte publik, dass sie zusammen mit elf Gemeinden «ein Konzept für die separate Sammlung von Haushaltkunststoffen mit einem eigenen Sammelsack» erarbeiten wolle. Etabliert werden sollte dieser Sack in den Gemeinden, die der Konferenz der Gesundheitsvorstände und Gesundheitssekretäre des Bezirks Dietikon (GVSBD) angeschlossen sind. Dazu gehören alle Gemeinden des Bezirks ausser Uitikon, mit von der Partie ist dafür Bergdietikon.

Spezielle Arbeitsgruppe wurde für Recyclingkonzept gebildet

Die Konferenz hatte zuvor eine spezielle Arbeitsgruppe damit beauftragt, ein Konzept für eine Kunststoffsammlung zu erarbeiten. Das Ganze ging auf eine im Februar durch den Kanton erlassene Empfehlung zurück, die sich gemäss Schlieremer Stadtrat «mit der separaten Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen aus Haushalten und auf kommunaler Ebene» befasst.

Während die Auftragsvergabe für das Sack-Projekt noch aussteht, konnte der Schlieremer Stadtrat das Postulat von Kampus mittlerweile beantworten. Bezug nehmend auf die Arbeit der Arbeitsgruppe des GVSBD beantragt der Stadtrat die Abschreibung des Postulats durch das Parlament.

Der Stadtrat unterstreicht, dass er sich mit seiner Vertretung bei der GVSBD aktiv an der Erarbeitung des besagten Konzepts für ein neues Kunststoffrecycling beteilige. Die von Kampus gewünschte Prüfung hält er somit für überflüssig: «Eine separate Prüfung des Anliegens durch den Stadtrat wäre nicht zweckdienlich», schreibt er in der Antwort.

Kampus freut sich über den Rückhalt

Manuel Kampus hat damit kein Problem. Er könne das Vorgehen des Stadtrats gut nachvollziehen: «Es macht keinen Sinn, dass die Stadt Schlieren die Angelegenheit separat abklärt, wenn diese Arbeit bereits durch die Gesundheitsvorstände und Gesundheitssekretäre des Bezirks Dietikon vorgenommen wird.»

Und als Kantonsrat freue er sich, dass sein Anliegen offenbar nicht nur von der Stadt Schlieren allein, sondern von der ganzen Region und dazu von der Limeco getragen werde. «Dadurch wird der Aufwand für die Stadt Schlieren kleiner», sagt er. Für ihn ist das Anliegen damit vorerst abgeschlossen. Nun gelte es, die konkrete Umsetzung abzuwarten.

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