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Rückrundenstart: Auf beide Limmattaler Rivalen warten sportliche Gradmesser

Schlierens Davide Lopez (links) und Urdorfs Zivko Cajic treffen sich am 22. März zum Derby wieder.

Schlierens Davide Lopez (links) und Urdorfs Zivko Cajic treffen sich am 22. März zum Derby wieder.

Am Wochenende startet in der 2. Liga die Rückrunde mit Urdorf und Schlieren. Die beiden Teams verfolgen verschiedene Ziele.

Der Rückrundenstart in der 2. Liga verspricht Spannung. Während das neuntplatzierte Schlieren am Samstagabend gegen das vor ihm platzierte Wädenswil spielt, empfängt Urdorf als Vierter am Sonntagmorgen den Tabellenzweiten Wettswil-Bonstetten II. Für beide Teams also gleich ein Gradmesser.

Zuletzt haben die beiden Limmattaler Rivalen bewiesen, dass sie in Form sind. Urdorf gewann die letzten beiden Testspiele, darunter auch jenes gegen den FC Dietikon. Und das, obwohl sie jeweils stark ersatzgeschwächt antreten mussten. «Ich hatte wieder mit einigen verletzten Spieler zu kämpfen», sagt Urdorfs Trainer Gianni Musumeci. «Aber im Grossen und Ganzen war die Vorbereitung erfolgreich.» Auch der Schlieremer Coach Besnik Ramadani, der mit seinen Schützlingen zuletzt in den Trainingsspielen zweimal gewinnen konnte, ist zufrieden: «Wir haben am 7. Januar angefangen mit der Vorbereitung und noch ein Trainingslager in Valencia gehabt, das super war.»

Worte, die Mut machen. Und diesen können vor allem die Schlieremer gut gebrauchen. Sie haben zwar vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, der im Moment Stäfa belegt. Doch Stäfa hat eine Partie weniger ausgetragen. Auch deshalb stehen die Schlieremer bereits im ersten Spiel unter Druck. «Wir möchten in Wädenswil ein positives Resultat erreichen», sagt Ramadani.

Dafür haben die Schlieremer einige neue Spieler geholt. Vom Gegner am Samstagabend konnten sie Carlos Peixoto ins Limmattal lotsen. Ebenfalls neu sind Denis Tomic (gekommen von Vatanspor Nürnberg), Eduino Vieira (Industrie Turicum) und Selman Bashota (FC Dietikon II). Zudem hat man Admir Kapic und Delio Bonello von den A-Junioren in die erste Mannschaft befördert. Demgegenüber stehen mit Jorge Gonçalves (Horgen), Daniele Razzano (Industrie Turicum) und Fabio Cabral (Ziel unbekannt) nur drei Abgänge. «Wir wollten uns verstärken und haben dadurch gezielt die Spieler geholt, die uns weiterhelfen können», sagt Ramadani zur Schlieremer Transferoffensive. Doch er dämpft die Erwartungen sogleich wieder: «Wir wissen, dass die Rückrunde sehr hart wird, weil sich alle punktuell verstärkt haben.»

Rücktritt von Patrick De Napoli

Die Urdorfer haben hingegen nur zwei Zuzüge zu vermelden: Liridon Qoraj vom FC Altstetten und Tiago Manuel Eusébio Antunes vom FC Oerlikon/Polizei. Dafür haben drei Spieler den Verein verlassen. Gian Luca Camenisch und Giuliano Catalano spielen neu in der ersten Mannschaft der Blue Stars, und Ex-Profi Patrick De Napoli hat seinen Rücktritt erklärt.
Besonders mit De Napolis Abgang bricht in der Urdorfer Offensive viel Routine weg. «De Napoli war für uns ein sehr wichtiger Spieler, nicht nur wegen seiner spielerischen Qualitäten, sondern auch als Mensch», so Musumeci. «Ich als Trainer bedaure seine Entscheidung sehr, aber es ist absolut verständlich, dass man mit 44 Jahren nicht mehr auf diesem Niveau regelmässig spielen kann.» Für ihn sei De Napoli ein Phänomen: «Es ist wirklich nicht selbstverständlich, bis zu diesem Alter noch aktiv mit den jungen Spielern mithalten zu können.»

Dennoch hält Musumeci am ursprünglich definierten Saisonziel fest: «Wir wollen einen Platz unter den ersten vier Mannschaften.» Das schliesst auch Platz 1 mit ein, der zum Aufstieg berechtigen würde. Immerhin haben die Urdorfer nur sechs Punkte Rückstand auf den derzeitigen Tabellenführer Lachen/Altendorf. «Über den Aufstieg sprechen wir nicht», sagt Musumeci jedoch. «Wir haben eine gute Mannschaft, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst vor zwei Jahren in die 2. Liga aufgestiegen sind.»

Glauben an den Ligaerhalt

Trotzdem: Mit einem Sieg gegen Wettswil-Bonstetten könnten die Urdorfer den Abstand zur Spitze verkürzen. Musumeci erwartet allerdings ein schwieriges Spiel. «Wir haben zwar in der Vorrunde gegen Wettswil-Bonstetten gewonnen», sagt er. «Es war aber alles andere als einfach. Die Mannschaft, die bereit ist, an die läuferischen Grenzen zu gehen, wird das Spiel für sich entscheiden.»
Auch für Ramadani und seine Schlieremer könnte die erste Rückrundenpartie in Wädenswil einen Schritt nach vorne bedeuten. Mit der Gefahr, unter den Strich zu fallen, beschäftigt man sich nicht. «So wie ich an den Ligaerhalt glaube, tut es auch die Mannschaft», sagt Ramadani.

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