Oberengstringen
Adventskranz selbst gemacht: Sie «chranzen» für eine schöne Adventszeit

In Oberengstringen lud die reformierte Kirche zum traditionellen Adventskranzbinden. Unser Redaktor stellte sich der Herausforderung.

Ruedi Burkart
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«Chranzen» unter Anleitung: Franziska Lissa (links) von der reformierten Kirche Oberengstringen gibt Tipps.

«Chranzen» unter Anleitung: Franziska Lissa (links) von der reformierten Kirche Oberengstringen gibt Tipps.

Ruedi Burkart

«Herrje, die Zweige stehen ja in alle Richtungen.» Der Kommentar meiner Tischnachbarin lässt keinen Interpretationsspielraum. «Eigentlich müsste es so aussehen», sagt die Frau, die sich als Monika vorstellt, und schaut den LiZ-Redaktor mitleidig an. «Man legt in regelmässigen Abständen einen Zweig auf den Ring, dann mit dem Draht fixieren – und wieder von vorn. Aber immer in derselben Richtung. Ist eigentlich ganz leicht.» Dann schiebt sie fast entschuldigend nach: «Weisst du, ich mache das hier nicht zum ersten Mal.»

Diakon Peter Lissa beim Zuschneiden der Äste.

Diakon Peter Lissa beim Zuschneiden der Äste.

Ruedi Burkart

Dreimal veranstaltete die reformierte Kirche Oberengstringen diese Woche ihr offenes Adventskranzbinden. Total 34 Personen jeden Alters haben daran teilgenommen. «Es ist ein schöner Brauch, den wir hier pflegen. Die Leute kommen gerne zu uns», sagt Peter Lissa. Der Sozialdiakon orchestriert jeweils die Anlässe der reformierten Kirche in Oberengstringen. Einmal einen Abend unter Gleichgesinnten verbringen, einen ­Adventskranz selbst herstellen – das liege in unserer schnelllebigen Welt im Trend. Lissa: «Mit Ausnahme des vergangenen Jahres hatten wir immer rund 50 Personen bei uns.»

Einige der «Chranzerinnen» kommen jedes Jahr.

Einige der «Chranzerinnen» kommen jedes Jahr.

Ruedi Burkart

Wie lange in Oberengstringen schon «gechranzt» wird, weiss Lissa nicht. «Sicher seit mehr als 20 Jahren», sagt er und macht sich wieder daran, die Zweige zu schneiden. Ein gutes Dutzend Erwachsene frönt an diesem Mittwochabend seinem Hobby. Einige haben einen ganz pragmatischen Beweggrund, einen Kranz im Jugendraum der reformierten Kirche zu fabrizieren. Einer sagt: «Also, kaufen würde ich aus Prinzip nie einen Adventskranz. Aber wenn ich den bei mir zu Hause mache, dann gibt’s viel zu putzen. Hier gehts einfacher.»

Ein Routinier trotz jugendlichem Alter: Jonas Lissa.

Ein Routinier trotz jugendlichem Alter: Jonas Lissa.

Ruedi Burkart

Mit am Tisch ist auch Jonas, der jüngere der beiden Söhne der Familie Lissa. «Also, wenn du Fotos machen willst, dann am besten gleich am Anfang. Wegen des Harzes an den Fingern», meint er gönnerhaft. Fast scheint es, also ob der Jungspund mir auch noch aufmunternd auf die Schulter klopfen möchte. Das lässt er dann aber sein. Einen Tipp hat er dann doch noch auf Lager: «Die Kerzen würde ich erst daheim auf den Kranz stecken. Sonst fallen sie dir noch runter.» Danke, junger Mann!

Nach gut zwei Stunden kehrt wieder Ruhe ein in den Jugendraum. Zufrieden kehren die «Chranzer» nach Hause zurück in die warme Stube. Der Adventskranz des LiZ-Redaktors wurde am vergangenen Mittwochabend übrigens auch noch vor dem Zapfenstreich fertig – mit gütiger Mithilfe der Tischnachbarin namens Monika.

Mitte Dezember gehts mit Engeln weiter

Vor dem Weihnachtsfest organisiert die reformierte Kirche Oberengstringen einen weiteren kreativen Anlass. Am Mittwoch,
15. Dezember, sind Kinder im Primarschulalter eingeladen, aus alten Büchern eine ganz spezielle Weihnachtsdekoration zu basteln. «Wir stellen aus Buchseiten Engel und Sterne her», sagt Franziska Lissa, die den Nachmittag leiten wird.

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