Birmensdorf/Aesch

Nein zur Einheitsgemeinde: Volk schickt Flückiger-Initiative bachab

Die Erarbeitung einer Einheitsgemeinde im Birmensdorfer Gemeindehaus muss ohne die Sekundarschulpflege stattfinden.

Die Erarbeitung einer Einheitsgemeinde im Birmensdorfer Gemeindehaus muss ohne die Sekundarschulpflege stattfinden.

Birmensdorf und Aesch sprechen sich deutlich für die gemeinsame Sekundarschule aus. Nun müssen die Primarschulpflege und der Gemeinderat Birmensdorf eine neue Gemeindeordnung ausarbeiten.

Die Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch wird nicht aufgelöst. Dies haben die Stimmberechtigten am Sonntag eindeutig entschieden. Sie haben die Initiative von Paul Flückiger verworfen. Diese hatte verlangt, dass die Sek und die politische Gemeinde Birmensdorf eine gemeinsame Gemeindeordnung ausarbeiten sollen.

In Birmensdorf standen 1795 Nein-Stimmen 1163 Ja- Stimmen gegenüber, was einem Nein-Anteil von gut 60 Prozent entspricht. In Aesch waren lediglich 89 Stimmberechtigte (oder 13,65 Prozent) für und 563 Stimmberechtigte gegen die Vorlage. Im Vorfeld hatten sich die Sekundarschulpflege, die Birmensdorfer ­Primarschulpflege sowie der ­Aescher Gemeinderat und die Aescher SVP gegen die Vorlage ausgesprochen. Sämtliche an­deren Ortsparteien beider Gemeinden und der Birmensdorfer Gemeinderat waren dafür.

«Ich bin sehr erfreut und erleichtert», sagt die Präsidentin der Sekundarschulpflege, Isabelle Carson (FDP). Das Resultat zeige, dass die Stimmberechtigten hinter der Kreisgemeinde stünden.

Vor einem Jahr, anlässlich der ersten Abstimmung, war das Nein um einiges knapper ausgefallen. «Zwischenzeitlich haben die Stimmberechtigten wohl gesehen, dass die Schule und die politische Gemeinde aktuell dringendere Herausforderungen haben und die Einheitsgemeinde keine Priorität darstellt», sagt sie. «Zudem hat sich die über Jahre gemeinsam geführte Sek bewährt und wird auch künftig gut funktionieren.»

Initiant Paul Flückiger zeigt sich hingegen enttäuscht. «Auch bin ich überrascht, dass es ein derart eindeutiges Ergebnis gab», sagt er. «Vielleicht fürchteten sich einige davor, die solventen Steuerzahler aus Aesch zu verlieren und folglich mehr Geld für die Schule ausgeben zu müssen.»

Aescher wollen finanzielle und personelle Beteiligung

Der Aescher Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum Aesch) gab sich am Sonntag erleichtert. «Mit diesem Ergebnis sagen die Aescherinnen und Aescher deutlich, dass sie auch weiterhin eine gemeinsame Sekundarschule betreiben wollen, bei der sie sich personell und finanziell beteiligen», sagt er.

Denn nur so könne man auf Augenhöhe miteinander diskutieren. Wäre die Sek zur Einheitsgemeinde geworden, hätten Aescher Schülerinnen und Schüler künftig auf Basis eines Anschlussvertrags in Birmensdorf zur Schule gehen können. Bei diesem Modell hätte den ­Aeschern aber das Mitspracherecht gefehlt, wie Jahn erklärt.

Bereits 2019 befanden die Birmensdorfer und Aescher über die Initiative und lehnten diese knapp ab. Flückiger vermutete, ein Flugblatt der Schulpflegen hätte die Meinungsbildung der Stimmbürgerinnen und Bürger beeinflusst, und gelangte an den Bezirksrat, der dies auch so sah und den Urnengang für ungültig erklärte.

Anders sieht es bei der Birmensdorfer Primarschule aus. Vor einem Jahr erklärten die Stimmberechtigten jene Einheitsgemeinde-Initiative nämlich für erheblich, wonach politische Gemeinde und Primarschulgemeinde Birmensdorf eine Fusion abklären sollten. In rund einem Jahr müsste an der Urne über eine neue Gemeindeordnung entschieden werden. Ist das Ergebnis von gestern ein schlechtes Vorzeichen für dieses Projekt? «Das glaube ich keineswegs», sagt Flückiger. So gebe es einige Beispiele, bei denen Primarschulgemeinden mit politischen Gemeinden ohne die Sek fusionierten.

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