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Limmi-Pflegezentrum: Drei von fünf Etagen wegen Corona isoliert

Im Pflegezentrum des Spitalverbands Limmattal grassiert das Coronavirus: Ein Viertel der Bewohner und mehr als ein Dutzend Mitarbeitende sind positiv auf Covid-19 getestet worden. Nun gilt ein striktes Besuchsverbot, zudem sind drei von fünf Etagen isoliert.

Oliver Graf
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Im Pflegezentrum des Spitalverbandes Limmattal grassiert kurz vor Weihnachten 2020 das Coronavirus: Ein Viertel der Bewohner ist positiv auf Covid-19 getestet worden.

Im Pflegezentrum des Spitalverbandes Limmattal grassiert kurz vor Weihnachten 2020 das Coronavirus: Ein Viertel der Bewohner ist positiv auf Covid-19 getestet worden.

Oliver Graf

In der ersten Welle war das Pflegezentrum des Spitalverbands Limmattal weitgehend unbehelligt durchgekommen. Auch in der zweiten Welle schien es lange gut zu gehen. Doch nun mussten die Verantwortlichen vor zwei Wochen wieder ein striktes Besuchsverbot verhängen. Und drei von fünf Etagen stehen derzeit unter Isolation.

Nach ersten aufgetretenen Covid-19-Fällen waren alle Bewohnenden der betroffenen Abteilungen sowie die Mitarbeitenden getestet worden. Bei 35 der 128 Bewohnenden und 17 Mitarbeitenden ist das Ergebnis positiv ausgefallen. Dass das Coronavirus das Pflegezentrum erreichte, hat Marion Baumann, die Leitende Ärztin Geriatrie, angesichts der landesweit hohen Fallzahlen an sich nicht überrascht. Das Virus sei in der Bevölkerung weit verbreitet. Wie es ins Pflegezentrum kam und wie es sich dort verbreitet hat, lasse sich nicht genau eruieren. «Wir sind aber froh, dass wir erst vergleichsweise spät betroffen wurden», sagt Baumann. Denn inzwischen lägen gewisse Erkenntnisse über die medizinische Behandlung vor, zudem seien die Schutzkonzepte und Massnahmen entsprechend weit entwickelt.

«Die Auswirkungen sind für alle und den Betrieb schwerwiegend»

Dennoch stellt der Ausbruch im Limmi-Pflegezentrum eine grosse Herausforderung dar. «Bei einigen positivgetesteten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden liegt zwar teilweise ein asymptomatischer Verlauf vor oder es kommt nur zu milden Symptomen», sagen die Verantwortlichen. «Aber die Auswirkungen sind für alle und den Betrieb schwerwiegend.»

So sei das nun erlassene strikte Besuchsverbot für die Bewohner sowie deren Angehörigen sehr belastend, sagt Geriaterin Baumann. Zwar gebe es Alternativen – etwa Anrufe über Skype –, doch würden diese die direkten Kontakte natürlich nicht ganz ersetzen können. Und auf den betroffenen Etagen komme nun noch die Isolation hinzu. «Einige Bewohner hatten das Essen jeweils im Gemeinschaftsraum zusammen eingenommen, das ist jetzt tabu.» Das wird auch über die kommenden Festtage so sein: Grosse Weihnachtsfeiern sind zwar schon seit Monaten abgesagt, doch die Verantwortlichen des Pflegezentrums hatten gehofft, zumindest auf den verschiedenen Abteilungen einzeln etwas Kleines organisieren zu können. Das ist jetzt gestrichen: «Die Küche wird etwas Schönes in die Zimmer liefern, aber mehr geht leider nicht», sagt Baumann.

Wie lange die Isolation aufrechterhalten werden muss, ist noch unklar. Es gilt auf den betroffenen Abteilungen eine Quarantäne von 14 Tagen, jeweils ab Bestätigung des letzten Falls. «Es wird sicher ein paar Tage über den Jahreswechsel hinaus schwierig bleiben.»

Impfung kann Entlastung bringen

Um den Betrieb aufrechterhalten zu können, sind die Führungspersonen gefordert. Die in Isolation verbleibenden Mitarbeitenden müssen ersetzt werden. Es sind nun befristete Stellen ausgeschrieben worden, unter anderem für Allrounder, um die Pflegenden zu entlasten. «Die Motivation ist, trotz der zusätzlichen Belastung in den vergangenen Wochen und Monaten, noch immer sehr hoch», heisst es beim Limmi.

Die nun mögliche Impfung könnte eine gewisse Entlastung bringen. Wann das Limmi-Pflegezentrum an der Reihe sein und den Impfstoff erhalten wird, ist noch unklar. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich fast alle Bewohner impfen lassen werden. Denn: «Die vergangenen Monate waren mit all diesen Massnahmen für sie sehr einschneidend», sagt Marion Baumann. Sie hofft, dass sie das Pflegezentrum und auch das seit kurzem geschlossene Tageszentrum bald wieder öffnen kann.