Schlieren
Leuchtmann ersetzt Lionello im Präsidium wegen Absprache

Weil die Bürgerlichen verhinderten, dass Béatrice Miller (SP) vor zwei Jahren das GPK-Präsidium übernehmen konnte, kam es nun bei der Konstituierung des Parlaments zur Rochade.

Florian Niedermann
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Unübliche Rochade: Pascal Leuchtmann ersetzt Jolanda Lionello im Präsidium des Stadtparlaments.

Unübliche Rochade: Pascal Leuchtmann ersetzt Jolanda Lionello im Präsidium des Stadtparlaments.

zvg

Bei der Wahl des Präsidiums für das Schlieremer Stadtparlament kam es zu einer Überraschung: Statt dem üblichen Turnus zu folgen und ihre bisherige zweite Vizepräsidentin Jolanda Lionello als erste Vizepräsidentin vorzuschlagen, portierte die SP Pascal Leuchtmann für dieses Amt. Grund dafür ist eine Absprache der Interfraktionellen Kommission (IFK) aus dem Jahr 2012, wie Leuchtmann auf Anfrage bestätigt.

Damals gab SP-Gemeinderätin Béatrice Miller nach ihrem Präsidialjahr ihr Amt ab. Gleichzeitig wollte sie das Präsidium der Geschäftsprüfungskommission übernehmen. Doch dies passte den bürgerlichen Parteien nicht, wie Leuchtmann erklärt: «Die Bürgerlichen wollten keinen direkten Übergang vom einen Präsidium zum nächsten. Deshalb stellte ich mich für dieses Amt zur Verfügung.» Dies, obwohl er damals lieber als Stimmenzähler mit Option auf das zweite Vizepräsidium hätte kandidieren wollen, wie er sagt.

Da ein Kommissionsmitglied laut Geschäftsordnung nicht gleichzeitig ein Amt im Büro des Parlaments übernehmen kann, vereinbarte die IFK 2013, dass Lionello den Platz der SP im Präsidium übernehmen sollte, bis Leuchtmann nach zwei Jahren sein GPK-Präsidium abgeben kann. «Dies geschah nun, weshalb meine Partei bei der Besetzung der Präsidialämter mich anstelle von Jolanda vorschlug», erklärt Leuchtmann.

Miller verwehrt, Seifriz gewährt

Das Pikante an diesem Deal: Nachdem die Bürgerlichen einen direkten Wechsel Millers vom Parlamentspräsidium ins GPK-Präsidium 2012 bekämpften, hiessen sie diesen bei Peter Seifriz (SVP), einem Mitglied aus den eigenen Reihen, bei der Konstituierung des Parlaments vom Montagabend gut.

Ohne diese Rochade hätte Lionello gemäss Turnus die Möglichkeit gehabt, bereits zum zweiten Mal in ihrer Politkarriere Parlamentspräsidentin zu werden. Sie hatte dieses Amt bereits von 1998 bis 1999 inne. So bleibt Markus Bärtschiger der Einzige, der nach 1995 2006 zum zweiten Mal höchster Schlieremer werden konnte.

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