Gute Noten für Oberengstringen: Bei der Überprüfung der eigenen Leistung stellte der Gemeinderat fest, dass sämtliche Ziele in der vergangenen Legislaturperiode erreicht oder zumindest initialisiert wurden. «Wir haben in den letzten vier Jahren viele Schritte in die richtige Richtung gemacht», sagt Gemeindepräsident André Bender (SVP). Am prägendsten waren dabei der Ausbau des Schulraums und die Sanierung und Modernisierung der Sportanlage Brunewiis. Diese machten alleine zwei der fünf Ziele aus, die der Gemeinderat in einer Mitteilung hervorhebt. Im Sommer 2017 wurde die erneuerte Sportanlage eröffnet, im Herbst gleichen Jahres folgte die Einweihung des neuen Schulhauses Lanzrain sowie des Anbaus des Schulhauses Allmend.

Weitere Ziele umfassten einen ausgeglichenen Finanzhaushalt mit angemessenem Steuerfuss sowie eine regelmässige Leistungsüberprüfung und effiziente Kostenkontrolle im Sozialwesen. Nur die Bau- und Zonenordnung (BZO) betrachtet der Gemeinderat noch nicht als erreicht, weil die verabschiedete BZO noch von der kantonalen Baudirektion abgesegnet werden muss.

Steuersenkung nur temporär

Im Sozialwesen kündigte die Gemeinde Anfang 2016 das Mandat mit der Asylorganisation Zürich (AOZ) und gliederte das Asylwesen wieder in die eigenen Verwaltungsstrukturen ein. «Es wurde nicht teurer, aber die Qualität ist gestiegen und wir sind näher bei den Leuten», sagt Bender. Bei den Finanzen stellte sich die Exekutive ebenfalls ein gutes Zeugnis aus. Obwohl der Steuerfuss 2016 um sieben Prozentpunkte auf 112 Prozent anstieg. «Wir mussten die frühere Senkung wieder rückgängig machen, sonst wären wir in eine Schieflage reingekommen», so Bender. Auch angesichts der Investitionen in die Schulneubauten von insgesamt etwa 10,7 Millionen Franken. 2012 hatte Oberengstringen seinen Steuerfuss um sieben Prozentpunkte auf 105 Prozent gesenkt, unter anderem weil die Gemeinde finanziell vom neuen Finanzausgleich und der neuen Spitalfinanzierung profitierte.

Mittelfristig strebt Bender wieder eine leichte Steuersenkung an. «Aber es ist auch immer eine Frage der Rahmenbedingungen, die uns von Bund und Kanton aufs Auge gedrückt werden.»

Insgesamt hatte sich der Gemeinderat nach den Wahlen 2014 für die kommenden vier Jahre 31 Ziele gesteckt. Auch ausserhalb dieser ist Bender zufrieden mit der Entwicklung. So nahm die Gemeinde das neue kantonale Gemeindegesetz zum Anlass, die Verwaltung zu reorganisieren. Seit Anfang 2018 ist die neue Gemeindeordnung in Kraft. Und Gemeindeschreiber Peter Menzi wurde nach 29 Jahren ersetzt. Sein Nachfolger Matthias Ebnöther hat laut Bender die Digitalisierung und die Kommunikation intern und extern vorangetrieben. Alle ein bis zwei Monate hält eine interne Mitarbeiterzeitung das Verwaltungspersonal auf dem neusten Stand. Und auch im «Engstringer Kurier», mit dem der Gewerbeverein monatlich die Bewohner über das Geschehen in Ober- und Unterengstringen informiert, hat die Gemeinde ihren Anteil ausgebaut. Aber Bender sieht noch Verbesserungspotenzial: «Wir wollen die Informationen noch besser an die Bewohner bringen», sagt er. Dazu beitragen soll auch die kürzlich lancierte Austauschplattform digitaler Dorfplatz, die Anfang März offiziell vorgestellt wird.

«Zu viel günstiger Wohnraum»

Nach vielen Investitionen und Veränderungen steht für die nächsten vier Jahre vermehrt die Konsolidierung im Fokus, sagt Bender. Einen weiteren Schwerpunkt sieht er in der Umsetzung der neuen BZO, die noch dieses Jahr in Kraft treten soll. Die Gemeinde verfügt nur über wenig Restbaufläche, deshalb wird vor allem nach innen verdichtet. So plant die Baugenossenschaft Schönheim mit Neubauten eine Aufstockung von 44 Wohnungen auf 69.

«Wir wollen Liegenschaftenbesitzer ein Instrument geben, damit sie weiter attraktiven Wohnraum anbieten können», sagt Bender. Dabei strebe die Gemeinde einen attraktiven Mietermix an. «Wir haben momentan etwas zu viel günstigen Wohnraum.» Die genauen Ziele der Legislaturperiode 2019 bis 2022 wurden von den einzelnen Ressorts festgesetzt und werden derzeit zum Leitbild für die nächsten Jahre ausgearbeitet.