Dietikon
Kinderzeichnungen als Zeichen gegen Armut

Zehn Schulklassen aus dem Bezirk haben Zeichnungen zum Thema Armut kreiert, von welchen noch bis im Mai eine Auswahl in der Stadt- und Regionalbibliothek ausgestellt ist. Die Bilder entstanden im Rahmen des «Caritas Zeichnungswettbewerb».

Fabian korn
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Daniel Eberhard präsentiert das Bild «Das arme Mädchen und die zwei Tussis» von Telli Berin aus Schlieren. KOR

Daniel Eberhard präsentiert das Bild «Das arme Mädchen und die zwei Tussis» von Telli Berin aus Schlieren. KOR

Limmattaler Zeitung

Bis zu den Weihnachtsferien letzten Jahres hatten die Primarklassen aller Bezirke des Kantons Zürich Zeit, am Zeichnungswettbewerb zum Thema «Kinder vs. Armut» teilzunehmen. Die Kinder haben fleissig mitgemacht und so wurden von 101 Klassen über 1300 Zeichnungen eingereicht, welche eine prominente Jury zu bewerten hatte. Persönlichkeiten wie die Musikerin Sophie Hunger, Ständerätin Verena Diener Lenz oder Regierungsrat Mario Fehr krönten anfangs Februar aus drei Alterskategorien je ein Bild zum Sieger. Als Preis gab es einen Klassenausflug nach Wahl.

Der Bezirk Dietikon war mit zehn teilnehmenden Klassen gut vertreten. Darunter waren Klassen aus Oberengstringen, Weiningen, Uitikon, Schlieren und Dietikon. Zwar gewann keine der Limmattaler Einsendungen, eine Auswahl der Bilder kann aber noch bis im Mai in der Stadt- und Regionalbibliothek bestaunt werden.

Am vergangenen Mittwoch fand die Vernissage statt. Die Bilder zeigen auf eindrückliche Weise die Armut in der wohlhabenden Schweiz. Scheinen die Zeichnungen auf den ersten Blick farbig und harmlos – wie Kinderzeichnungen nun mal sind – erkennt man bald die wahre Botschaft der Kinder.

Mehrere Ziele erreicht

Caritas Zürich-Mitarbeiter Daniel Eberhard begrüsste die Besucher herzlich mit einem Apéro und stand jedem Rede und Antwort. «Anfangs wussten wir nicht, wie die Resonanz der Lehrpersonen auf den Wettbewerb sein wird», erklärte er. Es sei aber grossartig, so Eberhard weiter, dass das Hilfswerk so viele Bilder erhalten habe, um der Armut auf kreative Weise ein Gesicht zu geben. Mit dem Wettbewerb seien mehrere Ziele auf einmal erreicht worden. «Zum einen wollten wir Caritas Zürich in den Regionen ausserhalb der Städte Zürich und Winterthur bekannter machen, zum anderen wollten wir die Lehrpersonen und die Kinder zur Armutsthematik sensibilisieren», sagte Eberhard, der den Wettbewerb als grossen Erfolg betrachtet.

Die Ausstellung ist noch bis am 4. Mai zu den regulären Öffnungszeiten der Bibliothek Dietikon zugänglich.