Junge Straftäter
Erweiterung des Massnahmenzentrums Uitikon war am Ende günstiger als geplant

Die Erweiterung des Massnahmenzentrums Uitikon verlief turbulent. Nun zieht der Kantonsrat einen Schlussstrich, obwohl in der Bauabrechnung des 39-Millionen-Projekts einiges unklar bleibt.

Matthias Scharrer
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Blick ins Massnahmenzentrum Uitikon nach Abschluss der Sanierung und Erweiterung.

Blick ins Massnahmenzentrum Uitikon nach Abschluss der Sanierung und Erweiterung.

Emanuel Per Freudiger

2014 wurde das sanierte und erweiterte Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) eingeweiht. Am Montag hat der Kantonsrat die Bauabrechnung einstimmig gutgeheissen. Er zog damit einen Schlussstrich unter eine turbulente Planungsgeschichte.

Bewilligt hatten Regierungs- und Kantonsrat insgesamt 39 Millionen Franken. Am Schluss kostete das Ganze rund zwei Prozent weniger. Dennoch gab die Rechnungsabnahme zu reden.

Andrew Katumba (SP, Zürich) erinnerte an die Anfänge des Projekts: 2008 und 2009 hatte der Kanton knapp 30 Millionen Franken bewilligt. Doch, so Katumba:

«Das Projekt stand damals unter einem schlechten Stern.»

Differenzen führten zur Auswechslung der zuständigen Planer. Es kam zu einem Baustopp. Ende 2010 übernahm ein neues Planungsteam. Nun stockte der Kanton das Budget auf 39 Millionen auf. Ende 2011 kamen die Bauarbeiten in Gang.

Ein Jahrzehnt später hatte sich nun der Kantonsrat mit der Abrechnung zu befassen. Dabei liessen sich laut Katumba nicht mehr alle Ausgaben genau zuordnen. «Eine konsistente Abrechnung sieht anders aus», monierte der SP-Kantonsrat. «Künftig soll nicht mehr so lange zugewartet werden.»

Mit der Erweiterung wuchs die geschlossene Abteilung des MZU für jugendliche männliche Straftäter von 16 auf 30 Plätze. Hans Egli (EDU, Steinmaur) kritisierte die Kosten von 39 Millionen Franken für 30 Plätze: «Diese Zahl ist zu hoch.» Zumal die Rückfallquote bei 70 Prozent liege. Er plädierte dafür, jeweils zwei Jugendliche pro Zimmer unterzubringen. So liesse sich die Kapazität verdoppeln.

André Müller (FDP, Uitikon) hielt dagegen. Er erinnerte an einen früheren MZU-Insassen, der in Haft wiederholt Gewalt ausübte:

«Ich kann mir nicht vorstellen, wer mit Carlos 24 Stunden in einem Zimmer eingesperrt sein will.»

Im Übrigen sei das Geld auch bei einer Rückfallquote von 70 Prozent gut investiert: «Wenn wir 30 Prozent der jungen Straftäter vom schlechten Pfad abbringen, haben wir viel gespart.» Denn die Plätze im MZU seien günstiger als im Gefängnis Regensdorf, wo erwachsene Straftäter einsitzen.

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