Schlieren
In der Bio-Badi schwimmt es sich prächtig

Die Begeisterung am Eröffnungstag des neu sanierten Schwimmbads «Im Moos» war gross. Die ersten neugierigen Gäste waren mehrheitlich positiv überrascht darüber, was sich die Betreiber haben einfallen lassen.

Sophie Rüesch (Text und Fotos)
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Impressionen aus der Bio-Badi in Schlieren

Limmattaler Zeitung

Obwohl die Anlage bis zum ohnehin schon spät angesetzten Saisonstart nicht ganz fertig gebaut werden konnte, schienen die Besucher die ersten Tauchgänge zu geniessen.

Die ganz Kleinen taumelten sich im Planschbecken, während bei den älteren Schülern vor allem die auf 65 Meter verlängerte Rutschbahn und das Sprungbecken für Aufregung sorgte. Besonders der Kletterturm, vom dem aus man sich in Wasser fallen lassen kann, begeisterte die Jugendlichen. Im grossen Schwimmbecken zogen die älteren Generationen ihre ersten Längen.

Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv, bestätigte Chef-Bademeister Mihailo Nikic. Obwohl sich letztes Jahr viele Gäste skeptisch zum Umbau geäussert hätten, sei er zuversichtlich, dass das Ergebnis gut ankommen werde. Dazu habe er an der Eröffnung auch viele neue Besucher ausmachen können, für die der Umstieg auf vollbiologischen Betrieb ein schlagendes Argument war.

Eintauchen ins grüne Nass

Das neue Schlieremer Freibad ist das erste der Region, das auf natürliches Wasser setzt. Dabei wird das Wasser in drei Aufbereitungsteichen durch Pflanzen und Kleinstlebewesen gereinigt und zurück in die Becken gepumpt. Um diesen Prozess nicht durch Fremdstoffe wie Sonnencrème zu belasten, hat sich Nikic eine elegante Lösung überlegt: «Wir haben eine Reihe Warmwasserduschen direkt beim Becken installiert. So hat niemand die Ausrede, dass das Wasser zu kalt war, um sich vorher abzuduschen», sagte er schmunzelnd. Die Heizanlage dazu wird mit Biogas betrieben. Und der Trick scheint zu funktionieren. «Es ist mega cool, dass die Duschen warm sind», schwärmte der zwölfjährige Florent, bevor er sich ins grüne Becken stürzte.

Denn grün ist nicht nur die Wasseraufbereitung, sondern auch die Folie, mit der die Becken ausgelegt sind. Bademeister Nikic erklärte, dass man im traditionell blauen Bassin allfällige Trübungen zu gut sehen könne, was die Gäste stören würde. Diese seien jedoch eine natürliche Begleiterscheinung der biologischen Aufbereitung und nicht gesundheitsschädlich, sagte er. Und das Bio-Wasser war es auch, das die meisten positiven Kommentare verbuchen konnte. Für Mensch und Umwelt gäbe es nichts Besseres, sagte Walter Müller. Sogar bei den jüngeren Generationen lautet der Tenor: Gut, dass man auf Chlor verzichtet.

Bei aller Begeisterung gab es auch kritische Stimmen. So störte sich Anwohner Walter Müller über einen Baum, der die Becken in Schatten tauche und so unnötigen Heizaufwand verursache. Ansonsten fände er die Badi aber «sensationell». Und Gaby Estermann sagte, sie vermisse als Schwimmerin den blauen Grund. Die Rutschbahn sei zu langsam, monierte Lorenzo Hauser. Bademeister Nikic ist solche Kritik willkommen. Denn für ihn sei das Wohlbefinden der Gäste die Hauptsache. Und so erfahre er, worum er sich den Winter über noch kümmern müsse, damit «der nächste Saisonstart perfekt wird.»

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