Dietikon

Im Erste-Hilfe-Koffer stecken ein Defibrillator und ein Mensch

Ein Kasten, der Leben retten kann: Lifetec-CEO Mirko Djuric und Stadtrat Heinz Illi vor dem klimatisierten Erste-Hilfe-Kasten.

Ein Kasten, der Leben retten kann: Lifetec-CEO Mirko Djuric und Stadtrat Heinz Illi vor dem klimatisierten Erste-Hilfe-Kasten.

In der Stadt Dietikon sind drei moderne Defibrillatoren installiert worden. Sie verfügen über GPS-Sensoren, eine automatische Alarmierung und eine Direktverbindung zu einer Fachperson - die Hightechgeräte stammen von einem Dietiker Unternehmen.

Dietikon Beim Rapidplatz, auf der Allmend Glanzenberg und beim Sportplatz Hätschen sind am Freitag grüne Kästen montiert worden. Deren beleuchteten Signale zeigen, wofür sie gut sind; das eine Zeichen weist auf einen Notruf hin, das andere auf einen Defibrillator.

Der Dietiker Gesundheits- und Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) zeigt sich über die Neuanschaffung «hell begeistert», wie er ausführt. Und dies aus mehreren Gründen. So hätten sich einerseits Defibrillatoren im öffentlichen Raum bewährt. «Wenn Hilfe rasch möglich ist, können Leben gerettet werden.» Bei einem durch Kammerflimmern bedingten Herzstillstand komme es auf jede Sekunde an. Andererseits kann die Stadt Dietikon auf ein modernes Produkt setzen, das erst noch von einem einheimischen Unternehmen stammt, wie Illi weiter sagt.

In Stresssituation von Fachperson begleitet

Die drei grünen Kästen stammen von der Lifetec AG, die in der Silbern zu Hause ist. Die Schränke sind klimatisiert, damit der darin befindliche Notfallkoffer und dessen Inhalte nicht durch die Temperaturschwankungen beschädigt werden, wie CEO Mirko Djuric erklärt. Sobald ein Passant den Notfallkoffer aus dem Schrank entnimmt, wird ein GPS-Sender aktiviert. Und wird danach der Notfallkoffer geöffnet, in dem sich unter anderem ein Defibrillator befindet, wird automatisch eine Verbindung zum Notruf 144 hergestellt.

«Es steckt damit nicht nur ein blosses Tonband, sondern gleich ein Mensch im Koffer», sagt Djuric. Eine Fachperson könne so im Notfall den ungeschulten Helfer anleiten und führen. Dies erlaube es dem Helfer auch, nachzufragen. «Mit einer Kommunikation von Mensch zu Mensch können Ängste und Hemmungen abgebaut werden.» Dank GPS-Ortung und automatischem Notruf sind in der Folge auch die Profis schneller am Einsatzort, wie Djuric weiter sagt.

Ein smartes Gerät

Die Anschaffung solcher «smarter Geräte» hatte FDP-­Gemeinderat Olivier Barthe im September 2017 in einer Interpellation angeregt. Er hatte damals bereits auf das Dietiker Unternehmen hingewiesen.

Die Antwort des Stadtrates war ­damals etwas zurückhaltend ausgefallen. Der Anschluss an die Stromversorgung sowie die Geräte, die eine Verbindung zum Rettungsdienst auslösen, würden wohl «nicht unerhebliche Kosten» verursachen, hiess es. Und: Der Stadtrat wolle auf herkömmliche Geräte setzen, wie sie etwa im Schwimmbad oder auf dem Kirchplatz zu finden seien.

Die technische Entwicklung ist inzwischen fortgeschritten. Zudem hat sich die Stadt für eine Mietlösung entschieden. Die Lifetec AG wird die Geräte warten und auch bei Beschädigung in Stand stellen. Sie überwacht die Systeme während 24 Stunden am Tag.

Rund 50 Kästen des Erste-Hilfe-Systems «Lifetec One Secure City» stehen derzeit in Schweizer Gemeinden. In Dietikon könnten zu den drei am Freitag installierten weitere hinzukommen, sagt Heinz Illi. Wo und wie viele, das sei noch offen. «Es kommt auch nicht auf die Zahl an», sagt Mirko Djuric. «Sie müssen an den richtigen Orten stehen.» Diese gelte es zu finden und zu bestimmen.

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