Geroldswil

Ideenwettbewerb: Bevölkerung soll vorschlagen, was mit dem ZKB-Bonus passiert

Die Bevölkerung kann vom 6. März bis zum 30. April Projekteingaben einreichen, die maximal 150000 Franken betragen.

Die Bevölkerung kann vom 6. März bis zum 30. April Projekteingaben einreichen, die maximal 150000 Franken betragen.

Der Geroldswiler Gemeinderat ruft die Einwohnerinnen und Einwohner dazu auf, Ideen für die Verwendung der Sonderdividende der Zürcher Kantonalbank zu liefern.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) richtet dieses Jahr zu ihrem 150-jährigen Bestehen eine Jubiläumsdividende von 150 Millionen Franken an die Zürcher Gemeinden aus. Geroldswil erhält davon rund 170000 Franken.


Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner sich einbringen und mitentscheiden sollen, für welche Projekte das Geld ausgegeben wird. Deshalb lanciert er einen Ideenwettbewerb. Die Bevölkerung kann vom 6. März bis zum 30. April Projekteingaben einreichen, die maximal 150000 Franken kosten. 10000 Franken des ZKB-Bonus sind bereits für die Patengemeinde Trun in Graubünden reserviert. Geroldswil beteiligt sich dort an der Sanierung eines Kinderspielplatzes. Weitere 10000 Franken hat der Gemeinderat als Reserve eingeplant.

Mehrere Ideen können umgesetzt werden

«Der Gemeinderat will gemäss dem Wunsch der ZKB die Dividende für besondere Projekte zugunsten der Bevölkerung verwenden. Daher gibt er den Geroldswilerinnen und Geroldswilern die Möglichkeit, mitzuwirken», sagt Gemeindeschreiber Gregor Jurt. Ein wichtiges Kriterium sei, dass das Projekt der Öffentlichkeit diene und für die gesamte Bevölkerung zugänglich sei. «Ideen, die nur Vereinszwecke verfolgen, können wir nicht berücksichtigen», sagt Jurt. Ansonsten gebe es keine Einschränkungen. Mit den 150000 Franken muss grundsätzlich nicht nur ein Projekt realisiert werden. Die Gemeinde zeigt sich offen. «Wenn die Ideen umsetzbar sind, können auch zwei oder drei Projekte damit finanziert werden», sagt Jurt. Je nach Grösse des Projekts könne die Umsetzung dieses oder nächstes Jahr erfolgen.
Die Projektideen samt Kurzbeschrieb und einer groben Kostenschätzung können schriftlich bei der Geroldswiler Gemeindeverwaltung abgegeben oder per E-Mail via info@geroldswil.ch an die Präsidialabteilung gesendet werden.

Einen Schritt weiter ist man in der Nachbargemeinde Oetwil. Der Gemeinderat rief die Bevölkerung Ende 2019 dazu auf, Ideen und Wünsche zu melden, wie der ZKB-Bonus von rund 70000 Franken verwendet werden könnte. Bisher seien eine Handvoll Vorschläge eingegangen, sagt Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini auf Anfrage. Der Gemeinderat werde die Ideen voraussichtlich im März auswerten.

Grillstellen schaffen oder Rechnung aufbessern

Konkreter sind die Pläne in anderen Limmattaler Gemeinden. Urdorf plant, mit seinen 300000 Franken unter anderem einen virtuellen Dorfrundgang, neue Grillstellen und hilfreiche Webplattformen für die Bevölkerung zu schaffen. Oberengstringen will die 200000 Franken als Zustupf für die Feierlichkeiten des eigenen 1150-Jahr-Jubiläums nutzen. Schlieren bessert mit den rund 561000 Franken die laufende Rechnung auf. Gleich verfährt die Gemeinde Weiningen mit den rund 140000 Franken, die ihr zur Verfügung stehen. Auch sie lässt das Geld in die Erfolgsrechnung 2020 fliessen.

In Dietikon wurde noch nicht entschieden, wie die 900000 Franken der ZKB genutzt werden. Jedoch gingen bereits Vorschläge von Politikern ein. SP-Gemeinderat Johannes Küng hegt dieselbe Idee wie die Geroldswiler ­Exekutive. In einem Postulat macht er beliebt, dass die ­Be­völkerung in einem partizipativen Prozess über die Verwendung der Dividende entscheiden soll. Die Antwort des Stadtrats hierzu steht noch aus.

Offen zeigt sich der Dietiker Stadtrat gegenüber der Idee von CVP-Gemeinderätin Maya Ritschard. Sie legt in einem  Postulat nahe, dass der Stadtrat über die eine Hälfte und die Parteien im Parlament gemäss ihrer Stärke über die andere bestimmen sollen. Die FDP-­Gemeinderatsfraktion schlug indessen eine einmalige Steuersenkung um ein Prozent vor.

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