Unterengstringen

Hoffmanns fünftes Soloalbum: Eine Luftveränderung führte ihn nach Köln

«Gegengewicht» sei sein abwechslungsreichstes Album, findet Thomas Hoffmann.

«Gegengewicht» sei sein abwechslungsreichstes Album, findet Thomas Hoffmann.

Für die Aufnahmen zu seinem fünften Soloalbum ist der Unterengstringer Musiker Thomas Hoffmann neue Wege gegangen.

Schon bei der Veröffentlichung seines letzten Soloalbums im Sommer 2018 hatte der Unterengstringer Singer-Songwriter Thomas Hoffmann angekündigt, die nächste Platte in Deutschland aufzunehmen. Das neue Werk mit dem Titel «Gegengewicht» liegt nun vor und wurde in Köln eingespielt. Damit ist der39-Jährige ein Wagnis eingegangen, wie er selber sagt. Denn die Entstehungsgeschichte seines fünften Soloalbums ist alles andere als normal.

Bei «Gegengewicht» wurde Hoffmann von der Kölner Indiepop-Band Locas in Love unterstützt. «2016 bin ich per Zufall darauf gestossen, dass Stefanie Schrank, Bassistin und Mitgründerin von Locas in Love, auch künstlerisch tätig ist. Ich habe sie damals spontan angefragt, ob sie nicht Lust hätte das Plattencover für ‹Le Travelling begins›, mein drittes Soloalbum, zu gestalten», sagt Hoffmann. Sie habe zugesagt. So sei ein loser Kontakt nach Köln entstanden. Mit der Zeit sei dann der Gedanken gereift, etwas neues auszuprobieren. «Ich wollte eine Luftveränderung», so Hoffmann. So sei er auf die Idee gekommen, in Köln für eine Zusammenarbeit anzufragen.

«Ausser Stefanie kannte ich kein anderes Bandmitglied. Ich habe ihnen ein Demo mit meinen neuen Songs geschickt und gefragt, ob sie Lust hätten zusammen mit mir ein Album aufzunehmen. So kam das Projekt zu Stande», sagt Hoffmann. Im Spätherbst 2018 ging es schliesslich für zehn Tage in die Metropole am Rhein. Auf unbekanntes Terrain. «Ich hatte Respekt vor der Aufgabe. Nicht nur, weil ich die Musiker nicht kannte, sondern auch, weil es sich bei ihnen um Profis mit eigenem Studio handelt», sagt er. Was wäre, wenn es nicht passt, habe er sich vor der Abreise gefragt. «Dann hätte ich das Experiment schon nach einem Tag abbrechen können», so Hoffmann. Doch die anfänglichen Zweifel stellten sich schnell als unbegründet heraus. «Am ersten Tag haben wir uns gemeinsam meine Demoaufnahmen angehört. Und schon da kamen seitens der Band viele Ideen, wie die Songs angereichert werden könnten», sagt Hoffmann.

Da habe er gemerkt, dass es passt. Die Aufnahmen seien dann auch äusserst inspirierend gewesen. «Meine bisherigen Alben habe ich mit Musikern aus meinem Bekanntenkreis aufgenommen. Das war nun komplett anders, hat aber dazu geführt, dass ich ganz viele neue Inputs erhalten habe», sagt Hoffmann. Auch die Arbeitsweise sei Neuland für ihn gewesen. «Wir haben uns darauf verständigt jeden Tag einen Song aufzunehmen. Um 11 Uhr ging es jeweils los. Beendet war der Arbeitstag dann um 23 Uhr», so Hoffmann.

Entstanden sind so zwölf äusserst vielfältige Songs. «Es ist sicher mein abwechslungsreichstes Album bislang. Und vielleicht auch mein zugänglichstes», sagt der Musiker denn auch selber. Das habe unter anderem auch mit der Instrumentierung zu tun. War sein letztes Werk ein typisches, sparsam instrumentiertes Singer-Songwriter-Album zwischen Folk, Rock und Pop, sind nun auch verschiedenste Tasteninstrumente zu hören. Selbst eine Drum Machine kam zum Einsatz. «So viele verschiedene Instrumente sind zuvor auf keinem meiner Alben zu hören gewesen. Das hat die Arbeit gerade auch deshalb so spannend gemacht», sagt Hoffmann.

Seine Band feiert dieses Jahr den 20. Geburtstag

Die Zeit in Köln ist jedoch nicht nur wegen der fruchtbaren Zusammenarbeit mit neuen Musikern ein voller Erfolg gewesen. «Ich habe mich während zehn Tagen ausschliesslich auf die Musik konzentriert und alles um mich herum ausgeblendet», sagt Hoffmann, der sein Geld als Bauführer verdient. Zudem habe er wieder einmal festgestellt, wie gut Kommunikation über Musik funktioniert. «Wir haben uns im Studio jeweils so aufgestellt, dass wir einander anschauen konnten. Manchmal brauchte es kaum Worte bis eine neue Idee geboren waren», sagt er.

Eine solche Herangehensweise kennt er bereits von den Acapulco Stage Divers. Dieses Jahr feiert die Band ihr 20-jähriges Jubiläum. Deshalb ist auch ein neues Album geplant. Zuerst ist Hoffmann aber solo unterwegs. Etwa morgen Donnerstag im Gleis 21 in Dietikon.

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