Aesch

Gute Nachricht: Der attraktive Steuerfuss soll bis ins Jahr 2024 bestehen

In Aesch wird die Nettoverschuldung auf 8 Millionen Franken steigen. Steuern auf Vorrat will die Gemeinde aber nicht erheben.

Trotz hohen Investitionen und zusätzlichen Aufgaben wegen des Bevölkerungswachstums: «Ein unveränderter Steuerfuss ist bis 2024 möglich», sagte der Aescher Gemeindepräsident Johann Jahn an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend, als er das Budget 2021 und den damit verbundenen Finanzplan vorstellte. Die Gemeinde Aesch wird damit ihren Steuerfuss voraussichtlich bei attraktiven 87 Prozent halten können. Die 45 anwesenden Stimmberechtigten hiessen in der Folge denn auch die Budgets der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde ohne Gegenstimmen gut.

Die Budgets der beiden Güter sind von denselben Effekten geprägt. Einerseits von zurückgehenden Steuereinnahmen, andererseits vom Bevölkerungswachstum. Der Gemeinderat und die Schulpflege rechnen damit, dass der Steuerertrag 2021 im Vergleich zum Budget 2020 um rund neun Prozent sinken wird. Zwei Drittel davon entfallen auf Steuerausscheidungen an andere Gemeinden, ein Drittel ist auf eine coronabedingte Korrektur wegen des erwarteten Wirtschaftsrückganges zurückzuführen. Die tieferen Steuereinnahmen könnten aber gleichzeitig dazu führen, dass Aesch keine Zahlungen in den Finanzausgleich mehr leisten muss. Bei der Primarschule würde sich damit ein Nullsummenspiel ergeben, wie Finanzvorstand Jürg Niederbacher sagte. «Der erwartete Steuerrückgang entspricht der wegfallenden Ausgleichszahlung.» Doch noch ist nicht ganz sicher, ob die in den Budgets gestrichene Zahlung wirklich nicht getätigt werden muss, wie Jahn anmerkte. Denn dies ist einerseits vom effektiven Eingang der Aescher Steuereinnahmen abhängig, andererseits von der Entwicklung der Steuerkraft im gesamten Kanton.

In vier Jahren wird Aesch 2000 Einwohner zählen

Auswirkungen auf die Budgets hat auch das Bevölkerungswachstum. In den vergangenen vier Jahren kamen 500 neue Einwohner hinzu, in den kommenden vier Jahren wird mit 300 weiteren gerechnet. Die Gemeinde Aesch wird Ende 2024 die 2000er-Marke erreichen, wie Gemeindepräsident Jahn ausführte. Die Schülerzahlen steigen von heute 132 auf 217. Die Stimmberechtigten hatten deswegen am Sonntag an der Urne einen Kredit über 1,15 Millionen Franken für eine Aufstockung des Nassenmatt-Erweiterungsbaus gesprochen.

Daneben hat die Gemeinde Aesch weitere grosse Investitionen vor. Insbesondere das geplante Mehrzweckgebäude und die Doppelturnhalle, die mehr als 16 Millionen Franken kosten dürften. «Insgesamt werden Politische Gemeinde und Schule bis 2024 rund 20 Millionen Franken investieren», hielt Jahn fest. Dies führe zu einer Nettoschuld von 8 Millionen Franken. Die finanzpolitische Reserve gleiche aber die Ergebnisse aus. Auch wenn vorerst mit Minus-Beträgen gerechnet werde, «will der Gemeinderat keine Steuern auf Vorrat erheben.» Ab 2025 sei allenfalls eine Steuerfussanpassung nötig, heisst es dazu im Bericht des Gemeinderats zum Budget. Das Budget 2021 der Politischen Gemeinde erwartet in der Erfolgsrechnung einen Gesamtaufwand von 5,13 Millionen Franken. Unter dem Strich resultiert ein kleiner Aufwandüberschuss von 75900 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 28 Prozentpunkten. Die Primarschule geht von Ausgaben von 3,06Millionen und einem Minus von 68400 Franken aus. Der Steuerfuss bleibt bei 38 Prozent. Der Steuerfuss der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch soll am 8.Dezember wieder auf 21Prozent festgesetzt werden.

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