Dietikon

Gemeinsames Gebet über Livestream: So fand der Bettag während Corona statt

Gelebte Ökumene: Adrian Sutter (katholischer Pfarrer), Patrick Siegenthaler (Pastor Bewegung Plus), Gemeinderatspräsident Gabriele Olivieri und Matthias Wetter (reformierter Pfarrer). Bild: Oliver Graf

Gelebte Ökumene: Adrian Sutter (katholischer Pfarrer), Patrick Siegenthaler (Pastor Bewegung Plus), Gemeinderatspräsident Gabriele Olivieri und Matthias Wetter (reformierter Pfarrer). Bild: Oliver Graf

Der Bettag könne der Politik als Vorbild für die Integration dienen, sagte der Dietiker Gemeinderatspräsident Gabriele Olivieri an der Morgenandacht.

Coronabedingt konnten die Dietiker Kirchen am Sonntag den eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag nicht wie gewohnt gemeinsam auf dem Kirchplatz feiern. Die katholische und die reformierte Kirchgemeinde sowie die Bewegung Plus haben dennoch gemeinsam ein Zeichen setzen wollen, wie der katholische Pfarrer Adrian Sutter sagte. «Den Bettag wollen wir uns nicht nehmen lassen», ergänzte der reformierte Pfarrer Matthias Wetter. 

Die beiden haben deshalb mit Patrick Siegenthaler, Pastor der Bewegung Plus, am Sonntagmorgen zu einem gemeinsamen Gebet geladen. Coronabedingt beschränkte sich diese Einladung für die Öffentlichkeit auf das Anschauen des Livestreams im Internet. In der Kirche St. Agatha waren nur ein paar wenige Vertreter der beteiligten Kirchen zugelassen.

Ein Festtag aus Respekt vor Andersdenkenden

Der Dank-, Buss- und Bettag, der auf den Sonderbundskrieg und die Auseinandersetzungen zwischen katholischen und reformierten Gebieten zurückgeht, sei ein einzigartiger Festtag, sagte Gemeinderatspräsident Gabriele Olivieri (CVP) in seinem Grusswort an der Morgenandacht. «Er wurde eingeführt, weil der Respekt vor dem politisch und konfessionell Andersdenkenden gefördert werden sollte.» Diese Aufgabe habe der Tag erfüllt: Am Sonntagmorgen gingen in Dietikon zwar die drei christlichen Gemeinschaften in ihre eigene Kirche. 

Doch unter der Woche, bei der Arbeit, in der Freizeit oder in den Vereinen, würden alle zusammen leben. Niemand frage, welcher Konfession, Religion oder Partei jemand angehöre. «Wir müssen versuchen, eine ähnliche Integration auch mit anderen Kulturen zu finden», sagte Olivieri. «Wir alle müssen einen Beitrag leisten.» 

Im Anschluss an die Morgenandacht, die von der Alphorngruppe Rebberg umrahmt wurde und in der die Anwesenden ein Licht für Dietikon und die Schweiz anzündeten, führten die drei Kirchen ihre Gottesdienste einzeln durch. «Auch wenn wir räumlich getrennt sind, so feiern wir den Bettag doch im gleichen Geist zusammen», sagte Pfarrer Wetter.

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