Dietikon
Familien mit mittleren Einkommen soll Wohnraum zur Verfügung stehen

«Was für Möglichkeiten sieht der Stadtrat, um in Dietikon den Bau von Wohnungen für Familien zu fördern?» Das wollte Gemeinderat Ernst Joss (AL) in einer Interpellation vom Stadtrat Dietikon wissen.

Dominic Kobelt
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Auf dem Rüchlig-Areal sollen etwa 270 Wohnungen entstehen, die zu einem grossen Teil für Familien gedacht sind. kob

Auf dem Rüchlig-Areal sollen etwa 270 Wohnungen entstehen, die zu einem grossen Teil für Familien gedacht sind. kob

Grund für die Frage ist der rege Wohnungsbau, auch über die nächsten Jahre. Joss und 13 Mitunterzeichnende unterstrichen mit ihrer Interpellation ihr Interesse daran, dass auch für Familien mit mittlerem Einkommen bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen. «Eine Stadt nur aus kinderlosen Doppelverdienern ist keine lebendige Stadt», mahnen die Interpellanten.

Joss möchte konkretere Antworten

Der Stadtrat weist in seiner Antwort auf die Visionen «Dietikon 2020» hin, die Teil des Leitbilds und der Regierungsrichtlinien für die laufende Legislaturperiode sind. Familienfreundlichkeit sei eines der wesentlichen Ziele. «Der Stadtrat bzw. die Standortförderung wird aktiv das Gespräch mit Investoren suchen, um diese auf das Anliegen von entsprechenden Familienwohnungen aufmerksam zu machen», schreibt der Stadtrat. Weitere Möglichkeiten seien die vergünstigte Abgabe von Land an gemeinnützige Bauträger oder die Subventionierung gemeinnütziger Bauvorhaben.

Joss ist mit dieser Antwort nur teilweise zufrieden. «Der Kostendruck auf die Mieten wird in Dietikon weiter anhalten. Die Förderung von bezahlbaren Wohnungen bleibt daher ein dringendes Anliegen», sagt er auf Anfrage. Dies habe der Stadtrat ja auch anerkannt. «Ich hätte mich aber gefreut, wenn er in seiner Antwort konkreter wäre», so der Gemeinderat. «Die Stadt hat sehr klare Möglichkeiten, zum Beispiel ihren Landbesitz im Niderfeld für kostengünstige Wohnungen einzusetzen oder bei Gestaltungsplänen einen Anteil von gemeinnützigem, nicht der Spekulation unterworfenem Wohnraum zu verlangen.» Hier habe er vom Stadtrat klare Zusagen erwartet, sagt Joss.

Genossenschaften haben Tradition

Weiter fragten die Interpellanten, ob der Stadtrat Wohnbaugenossenschaften fördern wolle. «Die Förderung von gemeinnützigem Wohnungsbau hat in Dietikon schon eine längere Tradition und soll auch beibehalten werden», so die Antwort. Die Genossenschaften würden ihre Wohnungen fast ausnahmslos gut unterhalten und legten grossen Wert auf die Umgebungsqualität. Auch dem sozialen Zusammenhalt und der Durchmischung würden sie grosses Gewicht beimessen. Weiter erwähnt der Stadtrat die Nutzungsstrategie Niderfeld: «Darin ist unter anderem festgehalten, dass grosser Wert auf ein vielfältiges Wohnangebot zu legen ist.» Um dieses Ziel zu erreichen, möchte der Stadtrat auch mit Wohnbaugenossenschaften zusammenarbeiten.

550 Gemeinnützige Wohnungen

Bereits 1948 wurde wegen der damals prekären Wohnsituation die Baugenossenschaft Schächli gegründet. Zusammen mit weiteren Genossenschaften wie der Baugenossenschaft Schönheim, der Baugenossenschaft an der Reppisch und der Eisenbahner-Baugenossenschaft bestehen in Dietikon etwa 550 gemeinnützige Wohnungen, teilt der Stadtrat mit. Dies entspreche einem Anteil von rund 5 Prozent.

Weitere Bauvorhaben sind in Planung: Die Siedlungsgenossenschaft Eigengrund plant eine Neuüberbauung mit 34 Wohnungen an der Schächlistrasse. Die Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals hat den Kauf von zwei Grundstücken im Limmatfeld (Rüchlig-Areal) beschlossen. Geplant sind etwa 270 Wohnungen, die zu einem grossen Teil für Familien gedacht sind.

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