Oetwil
Er verspricht Genuss in den Bergen – Richard Spillmann veröffentlicht seinen neuen Berg-Beizli-Führer

Der Oetwiler Richard Spillmann hat seinen neuen Berg-Beizli-Führer veröffentlicht. Über 1200 Beizen sind im Berg-Führer aufgeführt, die Spillmann und sein Team aufsuchen und testen. Neu deckt das Buch auch das Welschland und das Tessin ab.

Cynthia Mira
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Richard Spillmann ist es wichtig, keine Touristenhotspots aufzusuchen.

Richard Spillmann ist es wichtig, keine Touristenhotspots aufzusuchen.

zvg

Mit einem guten Glas Wein nach einer Wanderung in den Schweizer Bergen bei feiner Speise anzustossen, das kann nicht schaden. Diese Ansicht vertritt Richard Spillmann. Er lebt seit 1984 in Oetwil und hat kürzlich seinen neuen Berg-Beizli-Führer in der vierzehnten Auflage herausgegeben.

Das Werk erfreut sich seit dreissig Jahren grosser Beliebtheit. Schliesslich sind über 1200 Beizen aufgeführt, die er und sein Team aufsuchen und testen. Die Besonderheit: Das Buch deckt nicht nur die Deutschschweiz ab, sondern auch das Welschland und das Tessin.

Auf die Frage, in welche Gaststube oder welches Grotto nach einem grösseren Spaziergang oder nach einer Bike-Tour eingekehrt werden soll, liefert Spillmann viele Antworten. Ihm sei es wichtig, keine Touristenhotspots aufzusuchen, sondern neue und abgelegene Restaurants zu entdecken, sagt er.

Dass das Werk just während der Coronakrise publiziert wurde, hat seine Gründe. Zum einen hat es Tradition, dass alle zwei Jahre eine neue Version in die Läden kommt. Zum anderen wurde der Zeitpunkt bereits auf den Mai verschoben, weil der Bund gewisse Lockerungen bekannt gab. So dürfen auch Restaurants und Bars unter Auflagen wieder geöffnet haben. «Ich habe noch von keiner Berg-Beiz gehört, die nicht wieder öffnet», sagt Spillmann. Deshalb sei der Zeitpunkt der Publikation trotz allem richtig. «Wir haben noch einige Zeit gewartet, denn der Druck wurde schon im Januar und vor der Coronaphase in die Wege geleitet», sagt er.

55 Beizen sind neu dazugekommen:

Das Taschenbuch von Richard Spillmann ist ein idealer Begleiter für Bergtouren und inspiriert zu neuen Ideen. Ein erster Blick in das Werk zeigt: Man hat die Qual der Wahl. Die Beschreibungen zu den Speisekarten versprechen Appetitliches. In alphabetischer Reihenfolge sind Bergrestaurants, Buvettes, Métairies und Grotti nacheinander abgebildet.

Gespickt sind die Bilder mit Angaben zu den Öffnungszeiten, Koordinaten und Informationen zum öffentlichen Verkehr. Zudem werden Zeitangaben zu den Wanderungen aufgeführt. Seit der letzten Ausgabe des Berg-Beizli-Führer sind 55 neue Beizen dazugekommen. Auch Wirtschaften in der nahen Umgebung liess sich Spillmann nicht entgehen.

Ein persönliches Highlight sei für ihn die Ischboden-Hütte in den Berner Alpen. Und eine weitere Dienstleistung hält das Buch bereit: Allfällige Mutationen können online eingesehen werden. Auf der Homepage zum Buch werden die Informationen bis zur nächsten Ausgabe bei Bedarf erneuert und können mittels einer Beizen-Nummer abgefragt werden.

Mit einem Kalender fing alles an

Spillmann ist Inhaber des Druckgeschäfts Spillmann Druck AG in Zürich. Dieses führt mittlerweile sein Sohn Etienne. Der Berg-Beizli-Führer ist von A bis Z aus einer Hand. Auch die Fotografien im Buch sind von Spillmann. Mit solchen Bildern von Bergtouren hatte einst alles angefangen. «Ich habe zuerst Kalender angefertigt, die ich verschenkte. Dieses Vorhaben wurde wegen den begeisterten Rückmeldungen grösser, bis schliesslich ein Buch entstand», erzählt er. Aufgrund des Erfolgs ist mittlerweile auch einen Band mit dem Titel Land-Beizli-Führer erschienen. Seither wechseln sich die beiden Guides in der Neuauflage im Zweijahresrhythmus ab.

«Wenn man eine Beiz auf Herz und Niere erleben will, ist es wichtig ist, dass die Sprache beherrscht wird, deshalb helfen mir zwei Freunde im Welschland und Tessin aus», sagt Spillmann. Er gehe seit vielen Jahren seiner Leidenschaft, dem Wandern, nach. Bisweilen schwingt er sich auch auf sein E-Bike, stets auf der Suche nach neuen Gästeoasen in den Schweizer Bergen.

Die Situation im Gastronomiebereich in den Bergen habe sich in den letzten Jahren stark verbessert, sagt er. «Heute wissen alle, dass sie auf die Gäste angewiesen sind», so Spillmann. Entsprechend falle das Essen vielfältiger und geschmackvoller aus als früher. Zudem seien die Wirte zuvorkommender. Was diese These bestätigt, ist die Tatsache, dass er jeweils ein Stück Käse oder geräucherte Wurst mit auf den Weg bekommt. Eine Geste, die er zu schätzen wisse.