Abstimmung

Entwicklung des Geroldswiler Zentrums: Viele Fragen drehen sich um den Dorfplatz

Bild des Baufeld Ost, Aufgenommen am 4. Mai 2020 an der Huebwiesenstrasse 34 in Geroldswil.

Bild des Baufeld Ost, Aufgenommen am 4. Mai 2020 an der Huebwiesenstrasse 34 in Geroldswil.

Der Geroldswiler Gemeinderat lud zu einem Dialog über das Baufeld Hotel – am 27. September steht die nächste Abstimmung an.

Es geht Schlag auf Schlag. Für die weitere Entwicklung des Geroldswiler Dorfzentrums stehen in den nächsten Wochen und Monaten einige wichtige Entscheidungen an. Am 27. September werden die Stimmberechtigten an der Urne über einen Zusatzkredit von 650'000 Franken für die Projektierung des Vorhabens auf dem Baufeld Hotel abstimmen. Dort sollen nach dem Auslaufen des Pachtvertrags per Ende Dezember 2021 altersgerechte Wohnungen sowie im nordwestlichen Grundstücksteil ein Neubau mit Familienwohnungen entstehen.

Am 7. Dezember werden der Gemeindeversammlung dann die beiden Gestaltungspläne «Gemeindezentrum Teil 1» und «Gemeindezentrum Teil 2» zur Genehmigung vorgelegt. Für den Gemeinderat war dies Anlass genug, die Bevölkerung am Montagabend anlässlich einer Dialogveranstaltung auf den aktuellsten Stand zu bringen und Fragen zu beantworten. Wie schon bei einer gleichartigen Veranstaltung im Mai 2019 nahmen sich Liegenschaftenvorstand Peter Christen (FDP), Roger Strub von der kantonalen Denkmalpflege, Stephan Schubert von der Planpartner AG und Architekt Peter Baumberger dieser Aufgabe an.

Während Christen über die anstehenden Termine informierte, erklärte Strub, weshalb die Denkmalpflege den Entwicklungsprozess im Zentrum begleitet und es einer Schutzverordnung für das Gebiet bedarf. «Beim Geroldwiler Zentrum handelt es sich um eine soziale Idee. Ende der 1960er-Jahre wollte man im Zuge des Bevölkerungswachstums einen Ortskern schaffen, in dem alle wichtigen Funktionen in der Gemeinde vereint sind», so Strub. Mit der Schutzverordnung wolle man die Gesamtanlage als architekturgeschichtlicher Zeuge dieser Jahre erhalten. Und dies abgestimmt auf die beiden Gestaltungspläne.

«Die Gestaltungspläne führen zu Rechtssicherheit»

Jener, der «Gemeindezentrum Teil 1» genannt wird, umfasst den Perimeter, in dem sich das Hotel, die reformierte Kirche und die Liegenschaften der Baugenossenschaft Schönheim befinden. Der Gestaltungsplan «Gemeindezentrum Teil 2» umfasst das Gebiet mit Gemeindehaus, Post, katholischer Kirche und den Liegenschaften der Baugenossenschaft Hochwacht. «Die Gestaltungspläne führen zu Rechtssicherheit und vereinfachen die Umsetzung der Bauvorhaben. Zudem sichern sie deren Qualität», so Schubert. Und Architekt Baumberger stellte schliesslich das Vorprojekt vor, das die Umnutzung der Hotelzimmer in altersgerechte Wohnungen zum Ziel hat, sowie einen Neubau mit weiteren Wohnungen. Der Gemeindesaal, das Restaurant, die dazugehörige Terrasse sowie das Hallenbad werden bestehen bleiben.

Die meiste Zeit in Anspruch nahm dann aber die anschliessende Dialogrunde. Viele Fragen drehten sich dabei um die Zukunft des Dorfplatzes, um die finanziellen Aspekte des Projektes und auch um die bald fertiggestellte Überbauung Huebegg an der Huebwiesenstrasse gegenüber dem Feuerwehrdepot. Unter anderem interessierte es die Anwesenden, wie der Dorfplatz dereinst gestaltet sein wird und wie er auch künftig belebt werden kann.

Der Brunnen gehört weiterhin zum Dorfplatz

Laut Christen wird das Restaurant im Hotel bestehen bleiben. Auch eine Bar soll es weiterhin geben. Diese könnte möglicherweise in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pizzeria
am Platz untergebracht werden. Zudem gehe die Gemeinde davon aus, dass der Umzug der
Bibliothek von der reformierten Kirche auf die gegenüberliegende Seite in die ehemaligen Coop-Räumlichkeiten zu einer weiteren Belebung des Dorfplatzes sorgen werde. Sicher
sei auch, dass der Brunnen auf dem Platz weiter bestehen bleibe.

Ebenfalls gesichert ist, dass gemäss dem Projekt 29 Wohnungen – 21 davon sind 2,5-Zimmer-Wohnungen – im Hotel erstellt werden sollen. 15 weitere Wohnungen sind im Neubau geplant. Bei einer Genauigkeit von derzeit plus minus 20 Prozent rechne man mit Investitionen in der Höhe von rund 26 Millionen Franken für die Umsetzung des Vorhabens, so Christen. Wie hoch demgegenüber die Einnahmen sein werden, konnte der Liegenschaftenvorstand nicht sagen. Gleiches gilt für die Mietzinse. «Genaue Berechnungen können wir erst anstellen, wenn wir den Kostenvoranschlag für das Projekt kennen», so Christen. Die Gemeinde rechne aber mit einem grösseren Ertrag für die Gemeindekasse. Deshalb sei man auch davon überzeugt, dass es keine Steuerfusserhöhung für die Finanzierung des Projekts brauche. Dass nun ein Zusatzkredit notwendig wird, habe damit zu tun, dass im ursprünglichen Kredit der Umbau der beiden oberen Geschosse im Hotel nicht vorgesehen gewesen sei. Bei der vertieften Prüfung der Haustechnik und der Statik habe sich dies als nicht praktikabel erwiesen, sagte Architekt Baumberger.

Während man beim Baufeld Hotel noch mitten in der Planung ist, steht auf dem Baufeld Ost die Überbauung Huebegg kurz vor ihrer Fertigstellung. Am 27. August werden die beiden Ankermieter Coop und die Apotheke Pill ihre Läden öffnen. Die ersten Wohnungsmieter werden wohl ab Ende Jahr einziehen. Laut Hochbauvorstand Peter Vogel (FDP) sind derzeit 60 Prozent der Wohnungen vermietet.

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