Schlieren
Endlich wird es konkret: Zühlke zieht in die ehemalige NZZ-Druckerei

Der neue Ankermieter soll für eine Renaissance der alten NZZ-Druckerei sorgen. Der Umzug des Unternehmens Zühlke ist für das Jahr 2019 vorgesehen.

Alex Rudolf
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Mit dem Einbau von vier Zwischenböden wird in der sogenannten Rotationshalle Platz für 500 Angestellte geschaffen.
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NZZ-Druckerei
Die Swiss Prime Site plante ein Aus- und Weiterbildungszentrum für Forschung und Entwicklung.
Philipp Sutter(l) und Peter Lehmann geben sich die Hand.
Die Swiss Prime Site hat das Gebäude letztes Jahr erworben.

Mit dem Einbau von vier Zwischenböden wird in der sogenannten Rotationshalle Platz für 500 Angestellte geschaffen.

Swiss Prime Site Group AG

Was aus der ehemaligen NZZ-Druckerei an der Schlieremer Zürcherstrasse werden sollte, war lange unklar. Die Swiss Prime Site (SPS), die das Gebäude im vergangenen Jahr erworben hatte, sprach von einem Aus- und Weiterbildungszentrum für Forschung und Entwicklung. Gestern wurden die Pläne nun konkreter.

Wie die SPS gemeinsam mit dem Schlieremer Unternehmen Zühlke bekannt gab, wird Letzteres seine Büros vom Gebäude am Rietpark und jenen im Sony-Gebäude beim Bahnhof in die ehemalige Druckerei verlegen. Via Mitteilung lässt Zühlke-CEO Philipp Suter mitteilen, dass das Areal zum Zentrum für Innovation, Begegnung und von attraktiven Arbeitswelten werden solle. Der Umzug ist für das Jahr 2019 vorgesehen.

Bis dahin werden bauliche Massnahmen vorgenommen, wie SPS-Mediensprecher Mladen Tomic auf Anfrage sagt. So sollen in der Rotationshalle (siehe Bild), wo die Zühlke-Arbeitsplätze dereinst beheimatet sein werden, Zwischenböden eingebaut, sodass vier Etagen entstehen. Der Eventbetrieb des Urdorfer Catering-Unternehmens «dine & shine», der gleich in der Halle nebenan durchgeführt wird, sei von den Arbeiten nicht tangiert. Von den gesamthaft rund 20 000 Quadratmetern Fläche in der ehemaligen Druckerei wird die Zühlke deren rund 8500 belegen – also mehr als ein Drittel.

Renaissance in 24 Monaten

Zühlke beschäftigt weltweit rund 700 Mitarbeiter in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Österreich und Serbien. 500 davon arbeiten in Schlieren. Das Unternehmen hat sich auf Innovationsprozesse spezialisiert und begleitet Produkte und Anwendungen von der Idee über die Realisierung bis zum Betrieb.

Einerseits habe man sich wegen des starken Personalzuwachses der vergangenen Jahre für den Umzug entschieden, wie Projektleiter Markus Thoma auf Anfrage sagt: «Andererseits sind wir auf flexible Raumstrukturen angewiesen, die Kommunikation ermöglichen. Diese werden uns in der ehemaligen Druckerei geboten.» Wichtig sei auch gewesen, dass der neue Standort in Schlieren ist und in Bahnhofsnähe liegt. «Unsere Mitarbeiter haben sich an diese Stadt gewöhnt und wollen hier bleiben.» Was nun aus den bisherigen Standorten am Rietpark und im Sony-Gebäude wird, ist offen. In beiden ist Zühlke zur Miete.

Die Planung des NZZ-Areals ist längst nicht abgeschlossen. Wie der SPS-CIO Peter Lehmann in einer Mitteilung ausrichten lässt, sei die Vertragsunterzeichnung erst der Grundstein. «In den kommenden 24 Monaten wird das ehemalige NZZ-Druckzentrum eine wahre Renaissance erleben.»

Auch gut für die Cluster

Wie sich dies konkret ausgestalten wird, sei derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen, wie Mladen Tomic sagt. Fest steht, dass die Halle, in welcher derzeit das Pop-up-Restaurant Only Temporary an den Wochenenden wirtet, auch weiterhin als Gastro-Lokal genutzt wird. Ob auch nach Vertragsablauf Ende 2017 der Caterer «dine & shine» oder ein anderer Anbieter dort wirtet, sei offen. «Für die Nutzung der restlichen Flächen haben wir viele Bewerber. Ihnen ist klar, dass dieses Gebäude grosses Potenzial bietet», so Tomic.

Für den Schlieremer Standortförderer Albert Schweizer ist der Umzug eine frohe Botschaft. Bereits seit zwei Jahren habe er Zühlke bei der Suche nach einem neuen Standort unterstützt. «Dass man sich dazu entschied, in Schlieren zu bleiben, zeigt, dass wir attraktive Bedingungen für Innovation bieten», so Schweizer. Auch für die Unternehmen der Cluster in Schlieren – etwa das BioTech-, MedTec- und Startup-Cluster – sei es gut, das Zühlke in der Stadt bleibe. So sei das Unternehmen mit seiner Spezialisierung auf Business-Innovationsprozesse ein wichtiger Partner.

Was die Büroflächen am Rietpark und im Sony-Gebäude angeht, ist Schweizer überzeugt, dass man hier rasch attraktive Unternehmen finden wird, die sich einmieten werden. «Wir sichern der Liegenschaftsbesitzerin unsere Unterstützung zu», so Schweizer.

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