Dietikon
Reto Siegrist und Catherine Stocker-Mittaz kandidieren 2022 für die Mitte – Stadtrat Rolf Schaeren tritt ab

Der Dietiker Finanzvorstand Rolf Schaeren kandidiert 2022 nach 16 Jahren im Stadtrat nicht mehr. Seine Partei will beide Sitze verteidigen – mit dem bisherigen Stadtrat Reto Siegrist und der früheren Gemeinderätin Catherine Stocker-Mittaz.

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Schulvorsteher Reto Siegrist ist seit 2018 im Stadtrat und tritt 2022 erneut an. Catherine Stocker-Mittaz kandidiert neu für den Stadtrat und Finanzvorstand Rolf Schaeren wird nach 16 Jahren abtreten.

Schulvorsteher Reto Siegrist ist seit 2018 im Stadtrat und tritt 2022 erneut an. Catherine Stocker-Mittaz kandidiert neu für den Stadtrat und Finanzvorstand Rolf Schaeren wird nach 16 Jahren abtreten.

David Egger / Limmattaler Zeitung

Am 13. Februar 2022 will die Mitte Dietikon ihre zwei Sitze im Stadtrat verteidigen. Die Partei, die noch bis diesen Frühling CVP hiess, geht mit Schulvorstand Reto Siegrist und Catherine ­Stocker-Mittaz in die Stadtratswahlen – dies gab die Partei am Mittwoch ­bekannt. Die offizielle Nominierung nimmt die Parteiversammlung im Oktober vor, sagte Parteipräsidentin ­Ottilie Dal Canton.

Rolf Schaeren, der seit 2006 für die Mitte im Stadtrat sitzt und die Finanzen des Bezirkshauptorts verantwortet, tritt hingegen nicht wieder an.

«2022 werde ich 65 Jahre alt»,

sagt Schaeren. Er habe daher schon am Anfang der ­Legislatur gedacht, dass es ­womöglich seine letzte ist. Gleichzeitig war er sich aber seiner Verantwortung als Stimmen-Garant der Mitte respektive der früheren CVP bewusst. Zur Erinnerung: 2018 holte Schaeren 2263 Stimmen – nur Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) holte mit 2275 noch mehr. Für Schaeren war daher klar:

«Ich würde die Partei nicht im Stich lassen, wenn sie keine gute Kandidatur hätte.»

Schaeren steht also voll hinter Siegrist und neu Stocker. Die 47-Jährige ist bekannt in Dietikon und stieg schon früh in die Politik ein: Ab 1998 politisierte sie im Dietiker Parlament, war dort Chefin der CVP-Fraktion und Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. 2005 verliess sie das Parlament. Von 2010 bis 2014 war sie Mitglied der römisch-katholischen Kirchenpflege Dietikon, dort hatte sie auch das Vizepräsidium inne. «Ich habe also Exekutiverfahrung», sagt Stocker. Seit 2018 ist sie nun Mitglied der Dietiker ­Sozialbehörde.

Stocker ist eine Turnerin und kennt die Grosswetterlage

Stocker ist zudem sportlich aktiv. Ganz früher war sie im KTV Dietikon dabei, bis letztes Jahr leitete sie die Jugendriege des STV Dietikon und auch fasnächtlich war die dreifache Mutter jahrelang engagiert.

Seit 20 Jahren arbeitet Stocker bei Meteo Schweiz. Sie ist dort Projektleiterin. Zuvor hatte sie an der Universität Zürich Geografie studiert und war in der Forschung zu den Themen Permafrost und Klimawandel tätig.

Zusammen mit anderen Frauen hat Stocker zudem die Gruppe «dietikerin.net» gegründet, die seit 2019 erfolgreich Dietiker Frauen vernetzt. Sie sagt:

«Wir wollen Frauen motivieren, sich zu beteiligen. Da ist es nichts als konsequent, sich auch selber einen Schubs zu geben.»

Ein grosser Schubs war es aber nicht, gibt Stocker zu verstehen. Den Entscheid zur Kandidatur habe sie sich zwar gut überlegt, aber er sei ihr gleichwohl leicht gefallen. Mit mindestens einem Ohr und einem Bein sei sie immer aktiv an der Dietiker Politik beteiligt gewesen, sagt Stocker, die in Dietikon aufgewachsen ist und sich der Stadt verbunden fühlt. «Ich bin hier zuhause, meine Kinder gehen hier in die Schule, ich kenne viele Leute hier und weiss, wo den Leuten der Schuh drückt.»

Parteipräsidentin Ottilie Dal Canton pflichtet ihr bei: «Wir wussten schon lange, dass Catherine Stocker eine gute Kandidatin wäre.»

Und Rolf Schaeren sagt:

«Die Wahlen 2022 werden ein Wettbewerb, denn es hat mehr Kandidierende als Sitze. Aber wir von der Mitte haben eine sehr gute Kandidatin, die bei den anderen Parteien Nervosität auslösen wird.»
Mitte-Stadtrat und Stadtratskandidat Reto Siegrist, Mitte-Stadtratskandidatin Catherine Stocker-Mittaz, Mitte-Parteipräsidentin und Gemeinderätin Ottilie Dal Canton und Mitte-Stadtrat Rolf Schaeren.

Mitte-Stadtrat und Stadtratskandidat Reto Siegrist, Mitte-Stadtratskandidatin Catherine Stocker-Mittaz, Mitte-Parteipräsidentin und Gemeinderätin Ottilie Dal Canton und Mitte-Stadtrat Rolf Schaeren.

David Egger / Limmattaler Zeitung

Reto Siegrist weist zudem darauf hin, dass er mit Stocker gut harmonieren würde: «Ich kenne sie seit Kindsbeinen, genauso wie ich Rolf Schaeren seit Kindsbeinen kenne.»

Reto Siegrist und Catherine Stocker-Mittaz kennen sich seit Kindsbeinen. Sitzen sie beide bald zusammen für die Mitte im Dietiker Stadtrat?

Reto Siegrist und Catherine Stocker-Mittaz kennen sich seit Kindsbeinen. Sitzen sie beide bald zusammen für die Mitte im Dietiker Stadtrat?

David Egger / Limmattaler Zeitung

Seit 2018, also seit er in den Stadtrat gewählt wurde, kennt Siegrist zudem das Dietiker Schulressort als Schulvorstand von innen. Das Amt sei «herausfordernd», aber die Schule sei nun organisatorisch gut aufgestellt für die Zukunft. Angesichts von rund 600 Mitarbeitenden in der Schule habe er gemerkt, dass sich dieses Amt nicht neben einem 100-Prozent-Job erledigen lasse, so Siegrist. Seit Mai 2020 arbeitet er noch 60 Prozent; nun kann er noch mehr Zeit für das Amt aufbringen. Aktuell und noch bis Januar 2022 ist Siegrist Leiter Services und Mitglied der Geschäftsleitung des Pensionskassenverwaltungsunternehmens PFS Pension Fund Services AG. Diese hatte 2020 das BVG-Verwaltungsgeschäft der Swisscanto Vorsorge AG übernommen, deren Geschäftsführer Siegrist zuletzt war.

Der siebenköpfige Dietiker Stadtrat besteht neben Finanzvorstand Schaeren, Schulvorstand Siegrist und Stadtpräsident Bachmann aus Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP), Infrastrukturvorstand Lucas Neff (Grüne), Hochbauvorstand Anton Kiwic (SP) und Sozialvorstand Philipp Müller (FDP).

2018 kandidierte noch keine einzige Frau

Die Chancen steigen, dass ab 2022 eine Frau im Stadtrat sitzt. Letzte Woche hatte die SVP neben Roger Bachmann Mirjam Peter als Stadtratskandidatin nominiert. Stocker und Peter: Zwei Frauen stehen bereit. 2018 waren noch alle zwölf Stadtratskandidaten Männer.

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