Dietikon
Kein Neubau beim brutalistischen Beton: Heimatschutz triumphiert – Gericht hebt Baubewilligung für Florahof auf

Der Zürcher Heimatschutz hat erfolgreich Rekurs eingereicht gegen ein Neubauprojekt im Zentrum von Dietikon. Er störte sich daran, dass auch das denkmalgeschützte Kaufhaus Regina Teil des Bauprojekts ist, das nun vorerst gescheitert ist.

sda/liz
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Das Kaufhaus Regina in Dietikon.

Das Kaufhaus Regina in Dietikon.

Carmen Frei

Das Zürcher Baurekursgericht hat die Baubewilligung für die Überbauung am Florahof in Dietikon aufgehoben. Rekurs eingereicht hatte der Zürcher Heimatschutz (ZVH), weil auch das Kaufhaus Regina aus den 1960er-Jahren Bestandteil des Bau­projekts ist.

Der Dietiker Stadtrat hatte Ende 2020 die Baubewilligung erteilt

Das Baurekursgericht hat der Beschwerde des ZVH in den wesentlichen Punkten Recht gegeben, wie aus dem kürzlich publizierten Entscheid hervorgeht. Die durch den Stadtrat Dietikon Ende 2020 erteilte Baubewilligung sowie eine Verfügung der kantonalen Baudirektion werden aufgehoben. Vor einer erneuten Baueingabe müsse die Grundeigentümerschaft einen Entscheid über die Schutzwürdigkeit und den Umfang allfälliger Schutzmassnahmen verlangen, heisst es in dem Urteil.

Das in den Jahren 1963/64 gebaute Kaufhaus Regina ist im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung erfasst. Es gilt als wichtiger architektur- und sozial­geschichtlichen Zeugen für die Warenhausarchitektur der Nachkriegszeit im Kanton Zürich. Die kantonale Denkmalpflege schreibt zum inventarisierten Bau:

«In sozialgeschichtlicher ­Hinsicht steht das Kaufhaus Regina für die städtebauliche und soziale ­Entwicklung des stark wachsenden Dietikons Anfang der 1960er-Jahre zu einer Vorstadtgemeinde Zürichs.»

­Zusätzlich dazu bezeuge das Kaufhaus die Firmengeschichte der Oscar Weber AG.

Mit dem Planzer-Projekt wäre das Kaufhaus Regina aufgestockt worden

Die Personalvorsorge der Planzer Transport AG plant beim Kaufhaus Regina und angrenzenden Grundstücken eine neue Überbauung mit Wohnungen, Ladenflächen und Büros. Das Kaufhaus-Gebäude soll dabei nicht abgerissen, sondern aufgestockt werden. Auch die Plastiken des Zürcher Bildhauers Ödön Koch auf der Fassade sollen erhalten bleiben. Die Personalvorsorgestiftung der Planzer Transport AG hat die verschiedenen Liegenschaften am Standort über die Jahre übernommen. Das «Regina» befindet sich seit 2018 in ihrem Besitz. Die letzte Fläche kam 2020 dazu. Das daraus entstandene Grundstück ist gut 3500 Quadratmeter gross. (sda/liz)

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