Dietikon
Die SVP steigt mit Stadtpräsident Roger Bachmann und Mirjam Peter in die Stadtratswahlen 2022

Die Dietiker SVP will den Sitz im Stadtrat zurückerobern, den sie bei den letzten Wahlen verlor. Dafür schickt sie nebst dem amtierenden Stadtpräsidenten Roger Bachmann Mirjam Peter ins Rennen.

Lydia Lippuner
Drucken
Teilen
Zweierticket: Die SVP nominiert den Stadtpräsidenten Roger Bachmann und die Newcomerin Mirjam Peter für den Dietiker Stadtrat.

Zweierticket: Die SVP nominiert den Stadtpräsidenten Roger Bachmann und die Newcomerin Mirjam Peter für den Dietiker Stadtrat.

zvg

Die SVP Dietikon nominiert nebst dem amtierenden Stadtpräsidenten Roger Bachmann auch Mirjam Peter für die Erneuerungswahlen am
13. Februar 2022. Mit dem Zweierticket will sie den Sitz zurückgewinnen, den sie bei den Wahlen 2018 einbüsste. Am Montagabend bestimmte die SVP-Mitgliederversammlung als erste Ortspartei ihre zwei Kandidierenden und hat damit den Stadtratswahlkampf lanciert.

Rochus Burtscher, Präsident der SVP des Bezirks Dietikon, rechnet sich gute Chancen aus. «Als wählerstärkste Partei sind wir momentan untervertreten im Stadtrat, das sollte sich ändern», sagt er. Im Vorfeld der Versammlung habe die SVP eine Findungskommission eingesetzt und mögliche Kandidierende auf Herz und Nieren geprüft.

Keine Quotenfrau, sondern ein Glücksfall

Mirjam Peter arbeitet seit über acht Jahren in der Dietiker Sozialbehörde und absolvierte bereits ihre Lehre bei der Stadtverwaltung. Auch ausserhalb der Politik ist die UBS-Bereichsleiterin in Dietikon vernetzt, so engagiert sie sich beispielsweise seit Jahren in der Stadtmusik. Peter will nicht nur den zweiten SVP-Sitz zurückerobern, sondern auch dafür sorgen, dass wieder Frauen im Stadtrat vertreten sind. Denn in der seit 2018 laufenden Legislaturperiode wird die Stadt politisch ausschliesslich von Männern geführt. Dass sie eine Quotenfrau sei, weist sie jedoch sofort von sich. Sie sei in erster Linie wegen ihren Fähigkeiten nominiert worden. Ein gemischtes Gremium sei aber hilfreich für eine gute politische Arbeit. Auch Burtscher sagt:

«Wir haben uns nicht gegen die anderen Kandidierenden, sondern für Mirjam Peter entschieden. Die Entscheidung fiel nicht aufgrund des Geschlechts, wir suchten einfach nach der besten Person.»

Peter sei dank ihrer Vernetzung und ihrer Führungsqualifikationen ein Glücksfall gewesen.

Bachmann freut sich noch nicht voreilig

Dass die SVP ihren amtierenden Stadtpräsidenten Roger Bachmann wieder nominiert, sei in der Partei unbestritten gewesen. «Er ist beliebt und hat trotz der pandemiebedingten Erschwernisse den Stadtrat und die Stadtverwaltung souverän geführt», erklärt Burtscher. Er hoffe, dass Bachmann die Stadt Dietikon weiterhin umsichtig und zukunftsorientiert präsidieren könne. Auch wenn ihn seine Nomination nicht überrascht, so gibt sich Bachmann mit Blick auf die Wahl zurückhaltend. Natürlich freue er sich über die Wertschätzung seiner Arbeit, doch es komme am Ende auf die Bevölkerung an. Er sagt:

«Ich hoffe, dass nicht nur die Partei, sondern auch die Dietiker mir die Stange halten. Sicher ist nichts.»

Das haben sowohl die Entwicklungen in der Politik als auch die Ereignisse der vergangenen Jahre deutlich gezeigt.

Bachmann zieht eine positive Bilanz über seine bisherige Legislatur: Auch wenn die Jahre angesichts der Pandemie alles andere als einfach gewesen sei, hätten die Verwaltung und der Stadtrat doch viel lernen und umsetzen können. «Es war auch eine interessante Zeit. Ich bin stolz darauf, wie wir sie gemeistert haben», sagt er. In den vergangenen Jahren seien die Abläufe immer komplexer geworden. «Früher war man viel pragmatischer, ja gar hemdsärmeliger unterwegs. Zudem sind auch die Erwartungen der Bevölkerung gestiegen», sagt er. Auf all diese Anforderungen könne man nicht mit strammer Parteipolitik reagieren. «Am Ende muss man einen Kompromiss finden, der möglichst vielen gefällt», sagt Bachmann.

Beide erwarten eine intensive Wahlkampfzeit

Für den kommenden Wahlkampf erhofft er sich Fairness von allen Seiten. «Ich hoffe überdies, dass der Wahlkampf keinen zu grossen Einfluss auf das Tagesgeschäft hat», sagt er. Trotzdem sei er sich bewusst, dass die kommenden Monate arbeitsintensiv werden, doch das gehöre dazu. Auch Peter stellt sich auf eine intensive Zeit vor den Wahlen ein. Dabei sei ihr besonders wichtig, einen regen Austausch mit der Bevölkerung zu pflegen. Sie gibt sich optimistisch: «Die Wahlresultate in Dietikon fielen meistens knapp aus. Es wird somit eine Challenge für die bisherigen sowie die neuen Kandidaten.»

Wie die anderen Ortsparteien sich im Rennen um den Stadtrat und das Stadtpräsidium aufstellen werden, ist bisher noch nicht bekannt. Momentan besteht das siebenköpfige Gremium neben Stadtpräsident Bachmann aus Infrastrukturvorstand Lucas Neff (­Grüne), Schulvorstand Reto Siegrist (Mitte), Finanzvorstand Rolf Schaeren (Mitte), Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP), Sozialvorstand Philipp Müller (FDP) und Hochbauvorstand Anton Kiwic (SP).

Aktuelle Nachrichten