Dietikon
Keine Extrawurst in Dietikon: Beim Testen macht das Alterszentrum das, was der Kanton sagt

Im März hat das Dietiker Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) einen Testraum eingerichtet, um die kantonale Teststrategie vor Ort umsetzen zu können. Das schreibt der Dietiker Stadtrat nun in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage, für deren Beantwortung er sich Zeit liess.

Florian Schmitz und David Egger
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Bei den Ausbrüchen im vergangenen Jahr wurden im Dietiker AGZ alle Bewohnenden und Mitarbeitenden der betroffenen Abteilung durchgetestet.

Bei den Ausbrüchen im vergangenen Jahr wurden im Dietiker AGZ alle Bewohnenden und Mitarbeitenden der betroffenen Abteilung durchgetestet.

Themenbild: Donato Caspari

Die Welt war noch eine andere im Februar 2021. Die Impfungen waren nur für bestimmte Personengruppen verfügbar. Die täglichen Corona- und Todeszahlen waren wesentlich höher. In dieser angespannten Situation erkundigte sich die Dietiker Gemeinderätin Manuela Ehmann (EVP) beim Stadtrat danach, wie das Dietiker Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) Coronatests handhabt. Sie wies damals darauf hin, dass der Heimverband Curaviva dazu aufgefordert hatte, Heimbewohner und -mitarbeiter regelmässig testen zu lassen, um die Coronasituation zu verbessern.

Auch heute werden regelmässige Tests in den Altersheimen noch empfohlen – namentlich für Personen, bei denen es sich nicht um Geimpfte oder Genesene handelt. So heisst es in einem diesen Donnerstag aktualisierten Empfehlungsblatt des Bundesamts für Gesundheit (BAG): «Da prä- oder asymptomatische Personen einen erheblichen Beitrag zur Übertragung des Virus leisten, ist es sinnvoll, zur Komplementierung von Impfungen und Schutzkonzepten eine repetitive und gezielte Testung von nicht geimpften und nicht genesenen Mitarbeitenden und Besuchenden durchzuführen.»

Nach mehreren Monaten hat nun der Dietiker Stadtrat die Kleine Anfrage von Ehmann beantwortet. Beim Testen von Bewohnern, Personal und Besuchern halte sich das AGZ an die Vorgaben der kantonalen Gesundheitsdirektion, die laufend aktualisiert werden, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Bei einer konkreten Ausbruchsituation entscheiden der Heimarzt und der Kantonsarzt jeweils gemeinsam über die Teststrategie.

Bei den Ausbrüchen im vergangenen Jahr seien im AGZ jeweils die Bewohnenden und Mitarbeitenden des betroffenen Bereichs vollständig durchgetestet worden. Der Vorteil davon sei das Erkennen von infizierten und ansteckenden Personen, auch wenn sie keine Symptome haben, schreibt der Stadtrat. Der Nachteil solcher Testaktionen seien der hohe Zeitaufwand und das für hochbetagte Menschen belastende Prozedere.

Dringende Empfehlung statt Testzwang für Besuchende

Nachdem die Gesundheitsdirektion Ende März mit einer Verordnung das regelmässige Testen von Personal und Besuchern regelte, richtete das AGZ einen Testraum und die dafür notwendige Organisation ein, blickt der Stadtrat zurück. Seit Mitte April müssen Besucherinnen und Besucher nicht mehr zwingend einen Test vorlegen, um das AGZ zu betreten. Allerdings wird gemäss den kantonalen Vorgaben weiterhin dringend empfohlen, sich innerhalb von sieben Tagen vor einem Besuch entweder testen zu lassen oder sich selbst zu testen.

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