Schlieren
Die Schlieremer Bio-Badi besteht ihre Feuertaufe

Die Besucher sind meist zufrieden mit dem neuen «Möösli», auch wenn noch nicht alles fertig ist. Für viele ist die Umstellung auf einen biologischen Betrieb ein Anreiz gewesen, das Bad wieder einmal aufzusuchen.

Sophie Rüesch
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Im chemiefreien Waasser lässt es sich gut schwimmen.

Im chemiefreien Waasser lässt es sich gut schwimmen.

Limmattaler Zeitung

Die Gäste stehen noch etwas verhalten an den Bassins. Vor dem ersten Schwumm lassen sich viele in den Liegestühlen von der Sonne aufwärmen und verschaffen sich einen Überblick über die Anlage. Erst die jüngeren Generationen planschen in den Becken, als ob sie nichts Anderes kennen würden. Am Eröffnungstag des neuen Bio-Schwimmbads im Moos in Schlieren sieht vieles auf dem Gelände noch unfertig aus: Grosse Teile des Rasens sind mit Absperrband eingezäunt, der Pfad zum Sprungbecken ist noch nicht betoniert, Baugeräte stehen auf abgesperrten Zonen. Der Hauptteil ist jedoch bereit für die Besucher, die Becken gefüllt mit klarem Wasser.

Obwohl noch nicht alles fertig ist, hat das Schwimmbad seine Feuertaufe gut überstanden. «Ich finde die Bio-Badi sensationell», schwärmt Walter Müller, einer der ersten Gäste. Das vollbiologisch aufbereitete Wasser sei gut für die Haut, das Schwimmgefühl und die Umwelt. Lange habe er auf die Eröffnung gewartet und das Vorankommen mitverfolgt, sagt er. Mit dem Ergebnis sei er sehr zufrieden.

Viele neugierige Besucher

Letztes Jahr sei die Skepsis bei den Gästen gross gewesen, sagt Chef-Badmeister Mihailo Nikic. «Viele wussten nicht, was sie in einer Bio-Badi erwarten würde und waren deshalb dagegen», hält er fest. Deshalb sei er froh, bei der Eröffnung auch mit Gästen gesprochen zu haben, die das Freibad seit Jahren nicht mehr besucht haben. Für diese sei die Umstellung auf einen biologischen Betrieb ein Anreiz gewesen, das Bad wieder einmal aufzusuchen. «Das ist ein gutes Zeichen», sagt er.

Der Unterhalt der neuen Anlage bedeute für ihn zwar viel mehr Aufwand als früher im Chlorbad, da vieles manuell bedient werden müsse, räumt Nikic ein. Er geniesse die Arbeit im Biobad trotzdem: «Ich bekam viele positive Rückmeldungen für den Umstieg auf natürliches Wasser. Und wenn die Gäste zufrieden sind, bin ich es auch», sagt er.

Auch negative Stimmen

Zufrieden ist die Mehrheit der ersten Besucher. Trotzdem gibt es auch negative Kommentare. Eine Gruppe von Schlieremer Schülern ist gar nicht beeindruckt vom Biobad. «Die Rutschbahn ist viel zu langsam, das Wasser zu kalt, und es sieht einfach nicht gut aus. Die alte Badi war viel besser», so lautet der Tenor. Einer von ihnen relativiert das harte Urteil: «Es ist schon gut, dass man kein Chemiewasser mehr braucht, und es wird sicher auch gut aussehen, wenn alle Arbeiten beendet sind», sagt er. Sie müssten sich jetzt einfach erst daran gewöhnen. «Und das könnte eine Weile dauern», fügt er hinzu. «Sie hätten erst aufmachen sollen, wenn wirklich alles fertig ist», sagt ein anderer.

Die meisten Gäste nehmen es aber gelassen, dass das Schwimmbad im Moment noch einer Baustelle gleicht. Sie sind zuversichtlich, dass nach Abschluss der Arbeiten alles gut aussehen werde. «Es sieht jetzt schon gut aus. Und es wird bestimmt noch besser, wenn alles fertig ist», sagt Heidi Altherr, eine frühe Besucherin. Badmeister Nikic findet den Entscheid, schon halb fertig eröffnet zu haben, gut. «Wir haben uns überlegt, ob wir diese Saison einfach schliessen und in Ruhe umbauen», sagt er. Doch die kurze Saison habe auch ihre Vorteile: So könnten er und sein Team dieses Jahr alles austesten und Rückmeldungen von den Besuchern einholen. «Nächstes Jahr haben wir dann den perfekten Saisonauftakt», sagt Nikic lächelnd.

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