Bezirkskirchenpflege

Die Nicht-Wahl ohne Kandidierende: Flut der leeren Wahlzettel

Über 2000 leere Wahlzettel wurden bei der Bezirkskirchenpflegewahl in die Urnen gelegt.

Bei der Wahl für die reformierte Limmattaler Bezirkskirchenpflege haben überall, wenn überhaupt, nur «Vereinzelte» Stimmen erhalten. Somit ist kein Reformierter gewählt.

Hunderte Limmattaler Reformierte nahmen ihre Verantwortung als Stimmberechtigte wahr und beteiligten sich an der Wahl der Bezirkskirchenpflege. Da aber im Vorfeld weder eine Kandidatin noch ein Kandidat für den freien Sitz gefunden wurde, legten fast ebenso viele ihren Walzettel leer ein. Wenige Wähler schrieben zwar einen Namen auf ihren Wahlzettel, doch stach dabei niemand besonders hervor. So vermeldete denn auch kein einziges Limmattaler Wahlbüro einen Namen. Stattdessen wurden diese Stimmen jeweils unter «Vereinzelte» zusammengefasst.

  • In Dietikon kamen 588 leere Wahlzettel und 58 vereinzelte Stimmen zusammen.
  • In Urdorf wurden 481 leere Zettel und 36 mit vereinzelten Stimmen gezählt.
  • In Schlieren resultierten 364 leere Zettel und 50 vereinzelte Stimmen.
  • Das Wahlbüro von Birmensdorf vermeldete 292 leere Zettel und 28 vereinzelte Stimmen.
  • In Uitikon landeten 233 leere Wahlzettel in der Urne plus 20 vereinzelte Stimmen.
  • In Geroldswil blieben 191 eingereichte Wahlzettel leer, 18 enthielten einen Namen.
  • Aesch zählte 109 leere und 15 ausgefüllte Wahlzettel.
  • In Oetwil gab es gerade mal 11 ausgefüllte Wahlzettel, dazu kamen 101 leere.
  • Die Gemeinde Weiningen vermeldete eine Stimmbeteiligung von 16,06 Prozent und dass auf den gültigen Wahlzetteln ausschliesslich vereinzelte Stimmen abgegeben wurden.
  • Die Gemeinde Unterengstringen gab kein Resultat bekannt.

In mehreren Gemeinden gab es zudem ungültig eingelegte und ungültige Wahlzettel. Nicht mitzählen musste das Wahlbüro der Gemeinde Oberengstringen. Die dortige reformierte Kirche gehört seit Januar zur reformierten Kirche der Stadt Zürich.

Jetzt sollen Gespräche geführt werden

Dass bei der Bezirkskirchenpflegewahl ohne Kandidatin oder Kandidatin kein Sieger resultierte, überrascht Pierre Dalcher nicht. «Das war so zu erwarten», sagte der Präsident der Limmattaler Bezirksirchenpflege nach der Nicht-Wahl. Im Vorfeld der Wahl war Dalcher von verschiedenster Seite angefragt worden, wen man denn auf den Wahlzettel schreiben solle. Die Bezirkskirchenpflege wollte aber keine Empfehlung abgeben, sondern neutral bleiben.

Als nächstes sollen Gespräche mit den Leuten geführt werden, die sich über die letzten Woche bei der Bezirkskirchenpflege als potenzielle Kandidaten gemeldet haben. «Mit diesen Interessenten wollen wir nun in aller Ruhe sprechen. Sie sollen schliesslich wissen, was auf sie zukommt. Wir wollen erst einen zweiten Wahlgang machen, wenn wirklich eine Kandidatin oder ein Kandidat feststeht», sagt Dalcher. Die nächsten Zürcher Abstimmungstermine sind am 24. März, am 19. Mai und am 1. September. «Der März- und der Mai-Termin sind sicher zu früh», so Dalcher. Aber wenn alles klappt, kann das reformierte Limmattaler Volk im Herbst wählen.

Bereits in stiller Wahl wurden vier der fünf Sitze der Bezirkskirchenpflege vergeben, nämlich an Christoph Metzler (Dietikon), Pierre Dalcher (Schlieren), Steffen Kelch (Oberengstringen) und Kurt Pech (Oetwil).

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