Schlieren
Der Männerchor feiert die Gegensätze

Es ist keine Spur von Altersmüdigkeit am Jahreskonzert des Männerchors von Schlieren zu hören.

Cynthia Mira
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Männerchor Schlieren
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 Dirigent war Christian Meldau.
 Am Piano sass Mischa Cheung.
 Das Geheimnis, was es mit dem Programmtitel «Gegens(ch)ätze» auf sich hat...
 ...wurde erst ganz am Schluss gelüftet.

Männerchor Schlieren

Cynthia Mira

Singen macht glücklich! Davon waren die Männer in ihren schicken Anzügen und roten Krawatten auf der Bühne in der reformierten Kirche in Schlieren genauso überzeugt wie die zwei Zuhörerinnen Rita Brändli und Doris Wicki, die dem Chor am gut besuchten Konzert die Ehre erwiesen. Der Männerchor Schlieren sorgte zusammen mit dem erfolgreichen Pianisten Mischa Cheung für gesangliche und pianistische Höhenflüge und entlockte den Besuchern mit dem Programmtitel «Gegens(ch)ätze» so manch zufriedenes Lächeln.

Einen Männerchor singen zu hören, sei immer etwas ganz Spezielles, sagt die ehemalige Gemeinderätin Doris Wicki. Sie fände es zudem schön, wenn sich vor allem Neuzuzüger in Schlieren mehr mit der Stadt identifizieren würden und gerade solche tollen Anlässe besuchen würden. Auch Rita Brändli hat das Konzert überzeugt: «Es ist immer spannend, zu hören, was die Männer auf die Beine gestellt und wie sie ihre Ideen umgesetzt haben.» Wicki ergänzt: «Der Programmtitel war auch dieses Mal sehr ansprechend».

In der Tat weckte der Titel Neugier. Das Geheimnis um das Wortspiel wurde erst ganz am Schluss gelüftet. Jeweils zwei Lieder wurden als Gegensätze vorgestellt: So bildete das erste ursprünglich russische Lied «Herrlicher Baikal», das dem Besucher Herbert Robert am besten gefiel, das Gegenstück zum Titel «Ich han en Schatz am schöne Zürisee». Es sei ein schöner und vielfältiger Abend gewesen, und dass die Lieder mehrheitlich auf Deutsch gesungen wurden, gefiele ihm besonders, meint Robert.

Liebeserklärung an die Frauen

Nach fulminanten Soloeinlagen des Pianisten sang überraschend auch der langjährige Dirigent Christian Meldau bei «Wolgalied» von Franz Lehar mit. Gleichzeitig konnte auf der Bühne der Sänger Robert Müller seinen 70. Geburtstag feiern, sodass am Ende auch ein Geburtstagslied nicht fehlen durfte. Das Schlusswort lieferte schliesslich die Auflösung: «Wir bleiben ein Männerchor und steuern munter auf das 150-Jahres-Jubiläum zu.» Dann richtete er das Wort an die Frauen: «Ihr seid und bleibt unsere Gegens(ch)ätze.»

Präsident Jürg Hiltmann zeigte sich nach dem Konzert vom Freitag zufrieden. Bereits mit 29 Jahren ist er als junger Mann dem Männerchor beigetreten und erst kürzlich hat er das neue Amt übernommen: «Es ist etwas ganz Besonderes, alle Männer mit einer Kraft singen zu hören. Nur der erste Schritt ist manchmal schwierig, aber wenn sich jemand entschliesst, zu einer Probe zu kommen, bleibt er für immer», sagt er. Eine Herausforderung für den Chor stelle manchmal die Altersspanne dar: «Wir müssen einen Mittelweg finden, damit am Ende alle der rund 50 aktiven Sänger zufrieden mit der Programmwahl sind». Das habe auch diesmal funktioniert und der Chor dürfe mit sich zufrieden sein, sagt er.

Der Oetwiler Amadeus Zimmermann, Präsident des Chorverbands Limmattal, sagt nach dem Konzert über seinen Beitritt zum Männerchor Schlieren: «Das war auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung».