Dietikon

Der Limmattaler Arbeitsmarkt schwächelt stärker – kantonsweit ist der Anstieg moderater

Teile des Arbeitsmarktes beginnen sich mit der schrittweisen Lockerung der Pandemie-Massnahmen wieder zu erholen. (Archiv)

Teile des Arbeitsmarktes beginnen sich mit der schrittweisen Lockerung der Pandemie-Massnahmen wieder zu erholen. (Archiv)

Die Arbeitslosenquote steigt im Bezirk Dietikon von 3,9 auf 4,2 Prozent.

Im Kanton Zürich war die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen infolge der Coronakrise in den Monaten März und April stark gestiegen. Im Mai hat sich die Arbeitslosenquote kantonsweit nun aber nur noch leicht um 0,1 auf 3,2 Prozent erhöht; in absoluten Zahlen um 757 auf 27356 Personen. «Die Folgen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwächen sich ab», hielt gestern das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit in einer Medienmitteilung deshalb fest.

Die Abschwächung ist aber nicht in allen Zürcher Regionen feststellbar. Im Bezirk Dietikon nahm die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Mai stärker zu als im April: Im Mai stieg die Arbeitslosenzahl um 135 auf 2071 Personen, im April war eine Zunahme um 111 Personen registriert worden. Die Arbeitslosenquote stieg im Bezirk Dietikon im Mai von 3,9 auf 4,2 Prozent an. Dies ist der markanteste Anstieg im gesamten Kanton. Zudem weist der Bezirk damit nach wie vor den höchsten Wert auf. Es folgen der Bezirk Dielsdorf und die Stadt Zürich mit 3,7 und 3,5 Prozent.

Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen beschränken sich nicht auf einen bestimmten Sektor, sie verteilt sich «auf praktisch alle Wirtschaftszweige und Berufsgruppen», wie das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit mitteilt. Einzig im Baugewerbe sowie im Garten und Landschaftsbau wurden kantonsweit 113 und 14 Arbeitslose weniger gemeldet. Dieser Rückgang ist gemäss Mitteilung saisonal bedingt.

Um aufatmen zu können, ist es noch zu früh

Auch wenn der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mai nun kantonsweit relativ gering ausgefallen ist, sei noch kein Aufatmen erlaubt, hält das Amt für Wirtschaft und Arbeit fest. «Die Arbeitslosigkeit dürfte noch weiter ansteigen.»

Zwar würden sich grosse Teile des Arbeitsmarktes mit der schrittweisen Lockerung der Pandemie-Massnahmen wieder zu erholen beginnen. Die Unsicherheit über die Stärke der Erholung sei aber noch ungewiss. Zudem sind mehr als ein Drittel aller Beschäftigten derzeit für Kurzarbeit angemeldet. Bis am vergangenen Sonntag hatten 32170 Betriebe für insgesamt 371114 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit gemeldet. «In den kommenden Monaten wird sich nach dem Auslaufen der Kurzarbeit zeigen, ob die Unternehmen die Coronakrise auch ohne Kurzarbeit bewältigen, oder ob es um einen zeitlich verschobenen Stellenabbau kommt.»

Von der Zunahme der Arbeitslosigkeit seit März ist die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen am stärksten betroffen. Gerade Berufseinsteiger würden noch über eine wenig gefestigte Stellung im Arbeitsmarkt verfügen. «Sie haben kürzere Kündigungsfristen, arbeiten oft in befristeten Anstellungen und sind häufig in Branchen tätig, die von der Coronakrise stark betroffen sind», heisst es in der Mitteilung weiter. 

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