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Das Startfeuerwerk war umsonst: Dietikon vergibt 2:0-Führung

Dino Duvnjak (links) und João Miguel Ferreira Leite nehmen Dario Stadler in die Mangel.

Dino Duvnjak (links) und João Miguel Ferreira Leite nehmen Dario Stadler in die Mangel.

Der FC Dietikon geht gegen den FC Tuggen sehr schnell in Führung, verliert danach aber mit 2:4.

Es fing so gut an: Mit dem Anspiel auf der Dornau sprintet Lulzim Aliu auf dem linken Flügel los. Schnell erhält er den Ball, alles wirkt perfekt eintrainiert. Diesen ersten Angriff blocken die Gegner aus Tuggen zwar noch ab. Von der Mitte aus starten die Dietiker aber den nächsten Versuch, diesmal über rechts. Der Pass kommt zur Mitte, wo der nächste Spieler goldrichtig steht. Er netzt den Ball zum 1:0 ein und das in der zweiten Spielminute.

Ein klare Ansage der Limmattaler Hausherren gegen das Team aus Tuggen, das bekannte Namen in seinen Reihen weiss. Zum Beispiel den 36-jährigen Kim Jaggy, der 2003 mit GC Schweizer Meister wurde. Ist dieses frühe 1:0 nun der Grundstein für einen klaren Dietiker Sieg? Wird von den Tuggenern nicht mehr in Erinnerung bleiben als die bekannte Klopapier-Marke, die auf der Rückseite der blauen Hose für sich wirbt?

Nach zehn Minuten waren auch die Tuggener wach

Leider nein: Zwar kamen die Tuggener erst in der neunten Minute wirklich gefährlich vors Tor. Die Dietiker Fans atmeten ein erstes Mal auf, denn der Ball ging daneben. Aber jetzt waren die Tuggener wach.

Sie brachten eine Flanke nach der anderen vors Tor. Zu dieser Strategie waren sie praktisch gezwungen: Fast immer, wenn sie über die Mitte kamen, wurden sie sogleich erfolgreich von zwei Dietikern bedrängt.

Eine Tuggener Flanke kam auch in der 22. Minute. Der Dietiker Goalie Alpay Inaner kratzte den Ball aus der Luft, obwohl der Tuggener, der mit ihm in die Luft stieg, ihn stark anrempelte. Das körperbetonte aber zumeist faire Spiel war nun ausgeglichen.

«Wir wollten beim Gegner von Anfang an Fehler provozieren. Das haben wir trainiert. Zu Beginn des Spiels schafften wir das auch. Aber nach den ersten zehn Minuten spielten wir zu viele unnötige Fehlpässe und verloren den Ball zu schnell. So haben wir den Gegner zu viel Selbstvertrauen tanken lassen», sagte der Dietiker Trainer João Paiva nach dem Spiel.

Zwar musste der Tuggener Goalie in der 25. Minute nochmals hinter sich greifen – Milan Marjanovic hatte für Dietikon getroffen –, aber danach war es definitiv vorbei mit der vermeintlichen Dominanz der Dietiker auf der Dornau.

Tuggener Doppelschlag in der 31. und 33. Minute

In der 31. Minute war es Dario Stadler, der auf 2:1 verkürzte. Er profitierte davon, dass die Dietiker Abwehr für einmal nicht so nah am Mann stand wie sonst. In der 33. Minute netzte schliesslich Petar Ugljesic ein. Der Dietiker Goalie Inaner war chancenlos, wurde der Ball doch noch abgelenkt.

Nun galt es für die Dietiker, das 2:2 in die Pause zu retten. Doch quasi mit dem Pausenpfiff verwerte Jakup Jakupov einen Abpraller zum 2:3. Und es kam noch dicker, 2:4 hiess es in der 52. Minute nach einem satten Flachschuss. Wieder hiess der Schütze Petar Ugljesic. Kommt es noch dicker?

Nein: Wie schon bei der Startniederlage vor zwei Wochen gegen Paradiso drehten die Dietiker im letzten Drittel des Spiels nochmals auf. Und so schrieb man die 61. Minute, als Lulzim Aliu den Ball mit dem Kopf an die Latte knallte. In der 73. Minute war es wieder Aliu, der zum Kopfball ansetzte – übers Tor. Die Dietiker kämpften. Mit allen Mitteln: In der 88. Minute liess sich Luca Senicanin im Strafraum etwas gar leicht fallen. Der Schiedsrichter zückte sofort die gelbe Karte: Schwalbe. Es war das letzte nennenswerte Ereignis in dieser Partie.

«Wir haben in diesem Spiel für unsere Fehler sofort die Rechnung bezahlt», bilanzierte João Paiva nach dem Match. Auch bei dieser zweiten Niederlage hätten die Details den Unterschied gemacht. Zwar habe Dietikon jeweils viel Ballbesitz. Aber man müsse den Ball länger am Stück halten.

Das Zusammenspiel funktioniert immer besser

«Wir wollen auch nächsten Samstag gegen Red Star wieder angreifen», sagt Paiva. Die Mechanismen greifen jedenfalls von Spiel zu Spiel besser. Das zeigt sich unter anderem bei Lulzim Aliu, der im Sommer von der U21 von GC nach Dietikon wechselte. Er war einer der Aktivposten im Spiel der Dietiker. «Jetzt, nach drei Spielen, kennen die Neuen das Team schon besser. Mit unserem Kader können wir etwas Gutes erreichen», sagt Paiva. «Die Mannschaft hat auch dieses Mal viel Charakter gezeigt. Wir spielen bis zum Schluss. Vielleicht hätten wir etwas mehr an das 4:3 glauben müssen. Dann wären wir zurück ins Spiel gekommen.»

Nach Spiel 3 liegt der FCD in der noch jungen Saison mit drei Punkten (aus dem Sieg gegen Balzers) auf Rang 12 von 14.

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