Urdorf

Das halten die Gewerbler von der Einheitsgemeinde

An der Quartalsversammlung des Gewerbevereins Urdorf warb Alt-Gemeinderat Roland Stämpfli für die Zusammenlegung der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde.

Eine mögliche Fusion der Schulgemeinde und der Politischen Gemeinde Urdorf beschäftigte auch die Gewerbebetreibenden am Mittwochabend an der Quartalsversammlung des Gewerbevereins Urdorf. 47 der 140 Mitglieder fanden sich im «Story Pub» ein, um unter anderem mehr über die Anliegen des Vereins «einheitsgemeinde-urdorf.ch» zu erfahren. Alt-Gemeinderat und Vereinsgründer Roland Stämpfli (parteilos, früher SVP) referierte zum Thema. Damals war jedoch noch nicht bekannt, dass sich die Schulpflege für die Bildung einer Einheitsgemeinde ausspricht.

«Wir fordern den Gemeinderat und die Schulpflege Urdorf dazu auf, eine Vorlage auszuarbeiten, um die beiden Güter auf den 1. Januar 2022 in einer Einheitsgemeinde zusammenzuführen», sagte Stämpfli. Die Weichen für die Zukunft müssten jetzt gestellt werden. Die beiden Behörden müssten bis dahin sowieso zwingend ihre Gemeindeordnungen an das übergeordnete Gemeindegesetz anpassen. «Die Schulgemeinde rechnet bis Ende 2023 mit Investitionskosten von 16,85 Millionen Franken für die Turnhalle Bahnhofstrasse und diverse Nebengebäude.» Die Politische Gemeinde erwarte Kosten von 18 Millionen Franken für die Sanierung des Zentrums Spitzacker, der Doppelturnhalle und des Freibads. «Wir akzeptieren bei diesen kostenintensiven Immobilienplanungen keine unkoordinierten Alleingänge mehr.»

Schulgemeinde soll ihre Position selbstkritisch überdenken

Mit Zahlen und Erfahrungsberichten von anderen Einheitsgemeinden versuchte Stämpfli die Anwesenden vom Anliegen seines Vereins zu überzeugen. Er verwies auf die Initiative «Gemeinsame Zukunft in der Einheitsgemeinde Urdorf» und bat um die Unterstützung des Gewerbes. «Die beste Lösung wäre, wenn man niemanden zu einem Schritt nach vorne zwingen müsste. Spätestens seit der letzten Schulgemeindeversammlung, als der Alleingang der Schule bei der Immobilienplanung durch die Stimmbevölkerung gestoppt wurde, müsste die Schulgemeinde ihre zukünftige Position in Urdorf nun selbstkritisch überdenken», sagte Stämpfli.

Roland Stämpfli wirbt an der Versammlung des Gewerbevereins Urdorf im Story-Pub für die Einheitsgemeinde.

Roland Stämpfli wirbt an der Versammlung des Gewerbevereins Urdorf im Story-Pub für die Einheitsgemeinde.

Stefan Schmid, Präsident des Gewerbevereins Urdorf, hatte Stämpfli eingeladen. «Wir sind neutral und kein politischer Verein. Nichtsdestotrotz sollten wir uns mit dem Thema auseinandersetzen», sagte Schmid. Er sei überzeugt, dass sich in Urdorf etwas verändern müsse. «Unsere Behörden weisen ineffiziente Strukturen auf, daher bringen sie keine Zusammenarbeit zustande. Das Besoldungsreglement müsste zum Beispiel verändert und für Milizpolitiker attraktiver gestaltet werden.» Dass die Schulpflege der Fusion nun positiv gegenübersteht, begrüsst Schmid. «Ich finde es schön, dass die Kräfte nun nicht zum Streiten genutzt werden, sondern um gemeinsam in die Zukunft zu gehen», sagte er auf Anfrage. Auch dem Gewerbe komme es entgegen, wenn der Liegenschaftenunterhalt und die -planung der Gemeinde und Schule zusammen professionell organisiert würden.

Die Quartalsversammlung fand im «Story Pub». Es ist laut Schmid in den 16 Jahren seiner bisherigen Amtszeit als Präsident das kleinste Lokal, in dem je ein solcher Anlass durchgeführt wurde. «Es wird richtig kuschelig», sagte er in seiner Begrüssungsrede. Normalerweise besuche man Firmen der Mitglieder und kriege eine Führung. «Was uns Sandra in ihrem Pub noch zeigen will, weiss ich nicht. Sicher ist, in die Küche verschwindet niemand alleine mit ihr», sagte Schmid und lachte. Seit drei Jahren kämpfte Wirtin und Gewerbevereinsmitglied Sandra Gehrer darum, dass die Gewerbler auch einmal bei ihr im «Story Pub» Halt machen. «Schön, dass ihr da seid und ich euch mein Pub vorstellen darf. Bei mir kann man an 365 Tagen im Jahr mit Freunden, Familie oder der Geliebten zusammensitzen», sagte Gehrer. Nach Stämpflis Referat und einer Präsentation zur Invalidenversicherung verköstigte sie die Anwesenden mit Spaghetti und Salat.

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Autor

Sibylle Egloff

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