Zürich

«Carlos» werden 19 Vorfälle in Gefängnissen zur Last gelegt

B. K. alias Carlos beim Boxtraining vor dem Skandal im Jahr 2013. (Archivbild)

B. K. alias Carlos beim Boxtraining vor dem Skandal im Jahr 2013. (Archivbild)

In Zürich steht am kommenden Mittwoch einmal mehr der junge Mann vor Gericht, der unter dem Pseudonym «Carlos» landesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der mittlerweile 23-Jährige ist angeklagt, weil er während seiner Gefängnis-Odyssee mehrmals Angestellte, Polizisten und Mitinsassen angegriffen haben soll.

«Carlos» muss sich wegen schwerer Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Sachbeschädigung vor dem Gericht verantworten. In der Anklageschrift, die gestern publiziert wurde, sind 19 Vorfälle aufgelistet.

Der Sachschaden, den der Kampfsportler dabei anrichtete, beläuft sich gemäss Anklageschrift auf rund 40'000 Franken. Dazu kommen körperliche und seelische Schäden bei seinen Opfern. Ein Gefängnisaufseher, der von «Carlos» massiv verprügelt wurde, musste danach in eine Psychotherapie. Sechs Männer waren nötig, um «Carlos» von seinem Opfer wegzuzerren.
Das Strafmass, das die Staatsanwaltschaft verlangt, wird erst beim Prozess bekannt gegeben. Ob eine Verwahrung ein Thema sein wird, wird sich damit erst im Laufe der Verhandlung zeigen.

Im Dezember 2018 war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft zumindest ein Gutachten in Auftrag gegeben hat, welches die Frage einer Verwahrung prüfen soll. Ursprünglich sollte der Prozess in Dielsdorf stattfinden, weil die Strafanstalt Regensdorf, in der «Carlos» einsitzt, im Bezirk Dielsdorf liegt. Aus Platzgründen wurde die Verhandlung aber ans Bezirksgericht Zürich verlegt. Der Prozess dürfte zwei Tage dauern. Das Urteil wird am 6. November eröffnet.

«Carlos» war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion darüber, wie teuer die Behandlung junger Straftäter ist. Besonders zu reden gab sein «Sondersetting» mit Thaibox-Training. Dieses wurde schliesslich abgebrochen. (sda)

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