Schlieren
Brand im Goldschlägi-Quartier: War es sogar Brandstiftung?

Warum die städtische Liegenschaft im Goldschlägi-Quartier in Schlieren abbrannte, ist bisher noch nicht ganz klar. Doch einiges deutet auf Fahrlässigkeit oder sogar Brandstiftung hin.

Florian Niedermann
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So sah der Brand in der Nacht vom 26. Juni aus, bevor die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann. Meterhohe Flammen erleuchteten die Gebäude an der Goldschlägistrasse in Schlieren. Leserbild: Natalie Kistler

So sah der Brand in der Nacht vom 26. Juni aus, bevor die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann. Meterhohe Flammen erleuchteten die Gebäude an der Goldschlägistrasse in Schlieren. Leserbild: Natalie Kistler

Natalie Kistler

Die Nacht vom 26. Juni werden die Anwohner der Goldschlägi- und Brandstrasse in Schlieren nicht so schnell vergessen: Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dach einer Abbruchliegenschaft neben der Verkaufsstelle eines Autohändlers. Ein Grossaufgebot der Schlieremer Feuerwehr konnte zum Glück verhindern, dass der Brand auf benachbarte Gebäude übergriff.

Nun steht die Untersuchung im Zusammenhang mit der Brandnacht kurz vor dem Abschluss. Wie am Montag bekannt wurde, geht die Kantonspolizei davon aus, dass das Feuer nicht zufällig oder durch einen technischen Defekt entstanden sein kann. «Es deutet derzeit alles darauf hin, dass eine menschliche Handlung hinter dem Brand steht», sagt Polizeisprecher Stefan Oberlin. Unklar bleibe, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde oder etwa infolge einer Fahrlässigkeit bei den Abbrucharbeiten ausgebrochen sei.

Brandstiftung zum Zweck des Versicherungsbetrugs, wie sie bei Bränden oft im Raum steht, ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich: Eigentümerin der Liegenschaft ist die Stadt Schlieren. Sie kaufte sie zusammen mit zwei weiteren Grundstücken 2014 für insgesamt 3,8 Millionen Franken, um Platz zu schaffen für die Verlängerung der Goldschlägistrasse.

10'000 Franken Mehraufwand

Die städtische Verwaltung hat den Brand der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) gemeldet, wie deren Medienstelle auf Anfrage bestätigt. Doch gehen die Schlieremer Behörden nicht davon aus, dass grosse Schadenssummen fliessen werden, wie Albert Schweizer, der Bereichsleiter Liegenschaften, sagt: «Es handelt sich um ein Abbruchobjekt. Seitens der GVZ gilt es nur die Mehrkosten beim Abbruch zu decken, die durch den Brand entstanden sind.» Diesen Zusatzaufwand beziffert Schweizer auf rund 10'000 Franken.

Verzögerung wäre ungünstig

Die Untersuchung des Falls durch die Brandmittler der Kantonspolizei zog sich in die Länge, weil nicht klar war, wie stark das Feuer die tragenden Elemente des Abbruchhauses beschädigt hatte. Das Problem: Jede Verzögerung des Strassenbauprojekts an der Goldschlägistrasse könnte für die Stadt Schlieren unangenehme Folgen haben. Dies, weil die neue Verbindung zwischen der Badener- und der Bernstrasse bis im Herbst umgesetzt sein muss.

Dann nämlich beginnt der Kanton Zürich damit, die Hallerkreuzung an der Bern-/Überlandstrasse auszubauen und die Schönenwerdbrücke über die SBB-Gleise von Grund auf neu zu erstellen. Die Goldschlägistrasse soll bis dahin zur Verlagerung der Verkehrsströme bereitstehen. Doch Schweizer gibt Entwarnung: «Der Brand und die darauf folgenden Ermittlungen führten beim Tiefbau-Projekt zu keinen Verzögerungen.»

Zwar hielt das Feuer in jener Nacht wegen der Nähe zu umliegenden Gebäuden die Einsatzkräfte ordentlich auf Trab. Doch dank deren erfolgreicher Arbeit – es dauerte etwas mehr als zwei Stunden, bis der Vollbrand gelöscht war – hielten sich die Folgen für Nachbarn und die Stadt in Grenzen. Auch gab es weder durch den Brand noch bei den Löscharbeiten Verletzte zu beklagen, wie die Kantonspolizei mitteilte.

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