Birmensdorf
Ersatzwahl für Gemeinderat: Niemand erreicht das absolute Mehr – ein Kandidat steigt aus

Bei der Kampfwahl um den Sitz der zurückgetretenen Annegret Grossen (FDP) hat die Parteilose Anja Fenner-Zimmermann das absolute Mehr um 200 Stimmen verpasst. Für den zweiten Wahlgang erhält sie nun überraschend Unterstützung von der Konkurrenz.

Sven Hoti
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Keiner der drei erreichte das absolute Mehr: Patrick Vogel (FDP), Anja Fenner-Zimmermann und Dominik Mahrer (beide parteilos).

Keiner der drei erreichte das absolute Mehr: Patrick Vogel (FDP), Anja Fenner-Zimmermann und Dominik Mahrer (beide parteilos).

zvg

Die Ersatzwahl für den frei werdenden Sitz der Birmensdorfer Gemeinderätin Annegret Grossen (FDP) geht in die zweite Runde: Keiner der drei Kandidierenden hat das absolute Mehr von 988 Stimmen erreicht. Der zweite Wahlgang findet voraussichtlich am 26. September statt. Die Gewinnerin oder der Gewinner ist dann für den Rest der Legislaturperiode 2018-2022 gewählt.

Am nächsten ans absolute Mehr kam die parteilose Anja Fenner-Zimmermann mit 788 gültigen Stimmen, gefolgt vom FDP-Politiker Patrick Vogel mit 707 Stimmen und dem parteilosen Dominik Mahrer mit 460 Stimmen. 2125 Wahlzettel, davon 128 leere und 22 ungültige, sind eingegangen. 4139 Stimmberechtigte zählt Birmensdorf. Somit lag die Stimmbeteiligung bei 51,34 Prozent.

Zweifache Freude für Fenner-Zimmermann

Die Bestplatzierte des Birmensdorfer Wahlsonntags zeigt sich trotz verpasstem absolutem Mehr zufrieden mit ihrem Resultat. «Es war eine Überraschung», sagt Fenner-Zimmermann. «Ich hätte eigentlich erwartet, dass Patrick Vogel am meisten Stimmen holt.» Die hohe Stimmbeteiligung, der Frauenbonus und ihr junges Alter hätten ihr wohl in die Karten gespielt, vermutet die 29-jährige Sozialversicherungsfachfrau. Für sie sei klar, dass sie zum zweiten Wahlgang antreten werde:

«Ich bin motiviert, weiterhin Vollgas zu geben.»

Überraschende Unterstützung erhält Fenner-Zimmermann nun von ihrem Konkurrenten Dominik Mahrer. Auf den zweiten Wahlgang will der 43-Jährige nämlich zu Gunsten seiner Konkurrentin verzichten, wie er auf Anfrage bestätigt. «Ich habe lange mit ihr darüber gesprochen. Ihre politischen Ansichten sind näher bei dem, was ich gut und richtig finde, als diejenigen von Patrick Vogel.»

Mit seinen 460 Stimmen lag Mahrer weit abgeschlagen hinter seiner Konkurrenz. Mit solch einem Rückstand habe er nicht gerechnet, gibt der Informatiker zu. Gleichzeitig sei er aber froh, dass seine Konkurrentin Fenner-Zimmermann am meisten Stimmen gemacht habe. «Das überdeckt meine Enttäuschung.»

Voraussichtlich weiterhin im Rennen bleibt der FDP-Politiker Patrick Vogel. Mit seinen 707 Stimmen lag er knapp hinter Fenner-Zimmermann. Er habe die Situation vor den Wahlen angesichts der Anzahl Kandidierenden nur schwer einschätzen können, gesteht Vogel. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Resultat. Es zeigt, dass die Kampagne funktioniert», sagt der 35-jährige ausgebildete Gemeindeschreiber. Für den zweiten Wahlgang wolle er nun auch die unentschlossenen Wähler an Bord holen.