Bergdietikon
Bei der Musicalkomödie «Oh Alpenglühn!» findet der ledige Bauer sein Glück

Die Musicalkomödie «Oh Alpenglühn!» bringt viel Romantik auf den Hof der Familie Eichenberger in Bergdietikon.

Ly Vuong
Drucken
Teilen
Musicalkomödie «Oh Alpenglühn!»
7 Bilder
 Die Angusrinder im Stall der Eichenbergers sind viele Besucher gewohnt.
 Familiäre Atmosphäre – Gastgeberin Barbara Eichenberger begrüsst Gäste.
 Walti und Berti Voegeli freuen sich schon aufs Theater und das Essen.
 Ausverkauftes Haus – über 200 Besucher wohnen dem Theater bei.
 Der ehemalige Gemeindepräsident Gerhart Isler grilliert die feinen Angusbeef-Bratwürste.
 Veronika Steffen und Christa Locher verkaufen die selbst gemachten Kuchen.

Musicalkomödie «Oh Alpenglühn!»

Limmattaler Zeitung

Abseits der Bühne muht eine Mutterkuh. Alphornklänge aus den Boxen erfüllen den grossen Stall. Auf der Bühne ist eine gemütliche Wohnstube eingerichtet, mit Blick auf einen Berg, der im Abendrot glüht. «Dort, wo in blauen Fernen die Welten entschwinden, möcht ich dich wiederfinden, mein unvergessnes Glück», singt sehnsüchtig Jungbauer Hubi, gespielt von Massimo Marco Camizzi, Zeilen aus dem Lied «La Montanara».

Authentischer kann die Kulisse für das Musical «Oh Alpenglühn!» des Vereins Hoftheater nicht sein. In 32 Gemeinden tritt es auf Bauernhöfen auf. An diesem Dienstagabend gastiert es zum siebten Mal bei Barbara und Martin Eichenberger auf dem Oberen Schönenberg in Bergdietikon. Regie führt Vereinspräsident Hans Peter Incondi.

Joanna Brown (60), Bergdietikon «Ich bin eine regelmässige Theatergängerin, doch hier bin ich zum ersten Mal und habe nun etwas Neues entdeckt. Ich sass auf Heuballen. Man ist den Schauspielern so nah und kann sehr gut mit ihnen mitfühlen. Das Ambiente ist lockerer als in vielen anderen Theatern.»
6 Bilder
Thomas Fischli (49), Bergdietikon «Es ist bewundernswert, dass eine Bauernfamilie so etwas durchführt und sich für die Gemeinde einsetzt. Die Stimmung hier ist gemütlich, man sieht bekannte Gesichter. Und das Musical ‹Oh Alpenglühn!› hat viele Ohrwürmer. Die Liebesgeschichte geht mir ans Herz.»
Philipp Locher (65), Urdorf «Mit meinem guten Freund, Ferdi Nietlispach und meiner Frau Evelyne war ich schon ein paar Mal hier. Das Hoftheater ist etwas Einmaliges. Es ist eine ganz andere Atmosphäre. Man sitzt auf Strohballen und taucht in eine andere Welt ein. Es ist Gänsehaut pur.»
Margrit Kunz (82), Urdorf «Seit 20 Jahren verkaufe ich für die Eichenbergers Frischprodukte auf dem Markt. Ich fühle mich sehr verbunden mit ihnen. Ich gehe oft ins Bernhard Theater, mag aber auch die Spielbühne Urdorf. Die Kombination aus Theater und Essen auf dem Hof ist perfekt.»
Andrea Haas (30), Berikon «Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und arbeite als Betriebsleiterin in der Produktion von Zuckermais. Es ist toll, dass Bauern ihren Hof für Kulturelles zur Verfügung stellen. Der Theaterbesuch heute ist auch ein Geschenk für den Vater meines Freundes.»
Arthur Eichenberger (60), Ehrendingen «Es ist Tradition in einer Bauernfamilie, dass man einander hilft. Deshalb ist es schön, für meinen Bruder Martin am Grill zu stehen. Das Hoftheater ist zwar ein Mehraufwand für den Bauer, die Besucher können so aber einen Bezug zur Landwirtschaft entwickeln.»

Joanna Brown (60), Bergdietikon «Ich bin eine regelmässige Theatergängerin, doch hier bin ich zum ersten Mal und habe nun etwas Neues entdeckt. Ich sass auf Heuballen. Man ist den Schauspielern so nah und kann sehr gut mit ihnen mitfühlen. Das Ambiente ist lockerer als in vielen anderen Theatern.»

Limmattaler Zeitung

Vor der Vorstellung gibt es hofeigenes Angusbeef mit Bratkartoffeln. Engagierte Helfer und Verwandte der Eichenbergers sorgen für das leibliche Wohl der über 200 Theaterbesucher. Die Angusrinder der Familie im Stall sind sich so viel Menschen schon gewohnt. Denn die Eichenbergers führen immer wieder grössere Anlässe auf ihrem Hof durch. Und trotzdem wird man den Verdacht nicht los, dass die Mutterkuh vor freudiger Aufregung gebar. Denn ihr Muhen steht nicht im Drehbuch: «Die Mutterkuh hat gerade ein Kalb geboren, dieses rannte gleich unter dem Zaun hindurch davon. Aus Sorge um ihr Kind muhte sie», erklärt Martin Eichenberger.

Witz und Romantik

Um Gefühle geht es auch auf der Bühne. Die gestresste Starmusicaldarstellerin und Diva Carolin (Katharina Bohny) flüchtet vor ihrem untreuen Ehemann und ihrem Manager aufs Land. Eigentlich will sie sich in einem Wellness-Hotel erholen. Stattdessen landet sie in den Armen des Jungbauern Hubi. Dieser bezirzt sie mit Charme und singt in einem helvetischen Englisch «I never promised you a Rosegarte». Obschon sich die Diva anfänglich noch gegen die Avancen wehrt, kommen sie sich näher. Doch die verstorbene Mutter von Hubi ist beängstigend präsent. Auf der Bühne hängt ihr Porträt. Und nicht zuletzt stört auch der Ehemann.

Das Stück lebt von der Chemie zwischen Hubi und Carolin. Die beiden sind lustig, aber auch unglaublich romantisch. Sogar beim Lied «Dich zu lieben» von Roland Kaiser wissen die beiden, Gefühl und Komik zu kombinieren. «Es war sehr schön und lustig», sagt Besucher Daniel Zaugg aus Glattfelden. Das Lied «Time of my life» habe ihn an sein erstes Date im Kino erinnert.

Aktuelle Nachrichten